BYD Seal U: Der neue Schweizer Erfolgs-Stromer

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Greift China jetzt endgültig nach der Schweizer Krone? Der BYD Seal U verspricht echtes Premium-Gefühl zum Kampfpreis.

Seal U
Design-Handschrift: Der ehemalige Audi-Chefdesigner Wolfgang Egger zeichnet für die strömungsgünstige «Ocean Aesthetics»-Silhouette verantwortlich. - BYD

Schweizer Autofahrer bezahlen seit Jahren überhöhte Preise für europäische Mittelklasse-SUVs. Mit dem BYD Seal U dringt nun der grösste chinesische Elektroauto-Konzern mit voller Wucht auf unseren Markt.

Auf den Strassen zwischen Zürich und Bern fällt der knapp 4.79 Meter lange Stromer bereits regelmässig auf. Unter dem Blech arbeitet ein moderner Elektroantrieb mit der hauseigenen Blade-Batterie auf Lithium-Eisenphosphat-Basis.

Seal U
Sicherheits-Pionier: Die verbaute Blade-Batterie setzt auf kobalt- sowie nickelfreie LFP-Chemie und bestand als eine der wenigen E-Auto-Batterien den extremen Nageldurchdringungstest. - BYD

Dieser Energiespeicher verzichtet komplett auf kritisches Kobalt und liefert bis zu 87 Kilowattstunden Kapazität. Das fernöstliche Erfolgsmodell fordert den bisherigen Bestseller Tesla Model Y direkt heraus.

Luxuriöser Innenraum trifft auf scharfe Preise

Beim Einstieg überrascht der Chinesen-SUV mit einer erstaunlich hochwertigen Verarbeitung im Innenraum. Weiche Materialien und serienmässige Merkmale wie Belüftungssitze übertreffen die magere Grundausstattung eines VW ID.4 deutlich.

Seal U
Cockpit-Highlight: Der zentrale 15.6-Zoll-Bildschirm lässt sich auf Knopfdruck elektrisch um 90 Grad zwischen Hoch- und Querformat drehen. - BYD

Zudem glänzt das Fahrzeug mit einer hervorragenden Geräuschdämmung bei schnellen Autobahnfahrten. Für unter 45'000 Franken schnürt BYD hier ein Ausstattungspaket mit spürbarem Preisvorteil gegenüber der Konkurrenz.

Der drehbare Touchscreen in der Mittelkonsole bietet eine flüssige Bedienung, ganz wie ein modernes Smartphone. Damit sichert sich der Seal U echte Pluspunkte beim Fahrkomfort für lange Strecken.

Schwächen bei Ladeleistung und Verbrauch

Doch der chinesische Herausforderer patzt ausgerechnet bei zwei entscheidenden Disziplinen. Der Testverbrauch liegt mit über 21 Kilowattstunden pro 100 Kilometer spürbar höher als beim extrem effizienten Tesla Model Y.

BYD Seal U: Warum ist dieser SUV so beliebt?

Auch an der Schnellladesäule hinkt das Modell der etablierten Konkurrenz hinterher. Die maximale Ladeleistung von knapp 140 Kilowatt erfordert auf Reisen merklich längere Kaffeepausen.

Das weich abgestimmte Fahrwerk lässt die Karosserie in schnellen Kurven zudem deutlich schwanken. Auf dynamischen Schweizer Passstrassen fehlt dem schweren Elektro-SUV die nötige Präzision.

Alltagstauglichkeit mit nervigen Details

Im Alltag beweist der geräumige Fünfsitzer prinzipiell eine hohe Praxistauglichkeit für Familien. Mit 552 Litern Kofferraumvolumen hinkt er jedoch dem gigantischen Ladeabteil des Model Y hinterher.

Auch fehlt dem Chinesen ein praktischer Frunk unter der vorderen Haube für das Ladekabel. Im Innenraum nervt die Elektronik regelmässig mit übertrieben empfindlichen Warntönen für jede Kleinigkeit.

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Klangkulisse: In den hinteren Türen präzise positionierte Dynaudio-Lautsprecher garantieren ein ausgewogenes Raumklangerlebnis. - BYD

Der Fahrer muss diese Signale vor jeder Fahrt umständlich über Untermenüs deaktivieren. Trotz dieser Mängel bleibt der Seal U im Schweizer Alltag eine komfortable Alternative zu deutschen Konkurrenten.

Starkes Händlernetz und hohe Sicherheitsstandards

Bei der Sicherheit geht der chinesische Hersteller keine Kompromisse ein. Im Euro-NCAP-Crashtest erzielte der SUV die Höchstwertung von fünf Sternen.

Zudem gewährt BYD in der Schweiz eine umfassende Werksgarantie von sechs Jahren auf das gesamte Fahrzeug. BYD garantiert die Funktion der Blade-Batterie sogar für acht Jahre oder 200'000 Kilometer.

Das stetig wachsende Vertretungsnetz in den Schweizer Kantonen nimmt skeptischen Käufern verbliebene Berührungsängste. So etabliert sich die Marke zügig als ernsthafte Konkurrenz auf unserem heimischen Automarkt.

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Kommentare

User #6484 (nicht angemeldet)

400V Technologie, viel zu hoher Verbrauch - veraltete Technik. Wer heute einen BEV kauft, sollte die 800V Technologie nehmen (richtig schnell laden) und beim Verbrauch hinschauen!

User #5947 (nicht angemeldet)

Dafür 45 Tausend??? Was sind eigentlich die Lohnkostenunterschiede Europa zu China? Was kostet das Ding in China? Vermutlich keine 20 umgerechnet! Freut euch auf die Restwerte, hahaha!!!

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