Abarth 600e: High-End-Skorpion auf Steroiden

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Mit dem neuen Abarth 600e rollt das stärkste Serienmodell der traditionsreichen Markengeschichte zu den Schweizer Händlern. Was bietet der Skorpion?

Abarth 600e
E-Power: Mit 280 PS katapultiert der bisher stärkste Serienantrieb der Markengeschichte den Crossover in nur 5.85 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. - Abarth

Für helvetische Sportfahrer soll der kompakte Crossover den klassischen Hot-Hatch-Gedanken ins Zeitalter der Elektromobilität retten. Herzstück der auf 1'949 Exemplare limitierten Speerspitze Scorpionissima ist ein E-Motor mit 207 kW Leistung und 345 Newtonmetern Drehmoment.

Abarth 600e
Rennsportgestühl: Die eng geschnittenen Sabelt-Schalensitze mit integrierten Kopfstützen garantieren extremen Seitenhalt bei hoher Querbeschleunigung auf der Rennstrecke. - Abarth

Auf dem Prüfstand von Stellantis Motorsport geschärft, sprintet der Fronttriebler in nur 5.85 Sekunden auf Tempo 100. Die zivilere Turismo-Variante begnügt sich mit 175 kW, liefert dank identischem Drehmoment aber denselben unmittelbaren Durchzug.

Akustik-Täuschung und mechanische Traktion am Berg

Ein künstlicher Soundgenerator im Heck imitiert auf Knopfdruck das heisere Fauchen historischer Record-Monza-Auspuffanlagen. Puristen deaktivieren das akustische Beiwerk sofort und geniessen lieber den unverfälschten Antritt des Elektromotors.

Bei abgeregelten 200 km/h Höchstgeschwindigkeit setzt die Bordelektronik dem sportlichen Vortrieb schliesslich Grenzen. Auf kurvigen Serpentinen wie am Susten oder Klausen beweist das neu abgestimmte Fahrwerk seine eigentliche Bestimmung.

Abarth 600e
Alcon-Vierkolben-Bremssättel und massive 380-Millimeter-Bremsscheiben vorn bürgen für fadingfreie Verzögerung auf Trackday-Niveau. - Abarth

Ein mechanisches Torsen-Sperrdifferenzial von JTEKT zieht den Wagen mit beeindruckender Präzision aus engen Kehren. Verstärkte Stabilisatoren und eine steifere Hinterachse unterdrücken lästige Wankbewegungen selbst bei forcierter Kurvenfahrt.

Rennsport-Bremsen und die Realität der Alpen-Reichweite

Vorn packt eine gemeinsam mit Alcon entwickelte Bremsanlage mit üppigen 380-Millimeter-Scheiben energisch zu. Spezielle Michelin-Pneus im 20-Zoll-Format übertragen die enormen Querkräfte verzögerungsfrei auf den Asphalt.

Harte Sabelt-Schalensitze bieten dabei erstklassigen Seitenhalt, verlangen auf Kopfsteinpflaster aber spürbare Nehmerqualitäten ab. Die Lithium-Ionen-Batterie speichert netto 51 Kilowattstunden und begrenzt das Leergewicht auf verhältnismässig schlanke 1'700 Kilogramm.

Abart 600e
Funktionaler Dachflügel: Der markante Dachkantenspoiler erzeugt echten aerodynamischen Abtrieb an der Hinterachse. - Abarth

Nach dem offiziellen WLTP-Zyklus genügt der Energievorrat für rund 320 Kilometer Fahrstrecke. Im realen Schweizer Winterbetrieb schrumpft der Aktionsradius bei sportlicher Gangart rasch auf gut 200 Kilometer zusammen.

Schnellladen am Pass und helvetische Stromrückgewinnung

Dafür füllt die maximale Ladeleistung von 100 kW den Akku an Schnellladestationen zügig wieder auf. Das dichte Schweizer Ladenetz von Anbietern wie GOFAST erlaubt einen praxisnahen Ladehub von 10 auf 80 Prozent in 27 Minuten.

Beim Bergabrollen rekuperiert der Italiener kräftig und speist wertvolle Energie in die Batteriezellen zurück. Auf langen Gefällstrecken lässt sich so ein beachtlicher Teil des zuvor am Pass verbrauchten Stroms unmittelbar wiedergewinnen.

Preislich startet der Abarth 600e Turismo in der Schweiz bei selbstbewussten 46'900 Franken. Das limitierte Topmodell Scorpionissima schlägt mit mindestens 51'900 Franken zu Buche.

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Kommentare

User #5607 (nicht angemeldet)

Ein Hot-Hatch mit einigen Stärken und einigen Schwächen zu einem für die Fahrzeuggrösse extrem hohem Preis. Die Beschleunigung ides limitierten Topmodells ist allerdings nur um 0.05 Sekunden auf 100 besser als bei einem Golf GTI, der keinen sofort ansprechenden Elektromotor hat. Das deutet darauf hin, dass der Abarth trotz für Elektroauto eher leichte 1700kg zu schwer ist. Zum Vergleich: Der Golf wiegt zwischen 1423 und 1487 Kg, ist also deutlich leichter als der Abarth.

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