Ukraine Krieg: Russen wollen Selenskyj wegen Verbrechen vor Gericht

Eine Abgeordnete der selbsterklärten Volksrepublik Donezk erklärt, was mit Präsident Selenskyj im Falle der Gefangenschaft im Ukraine-Krieg geschehen würde.

Falls er gefangen genommen wird, wird Selenskyj wie ein Kriegsverbrecher behandelt. - Ukraine Presidency/Ukraine Presi/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Beide Seiten im Ukraine-Krieg haben inzwischen zahlreiche Gefangene.
  • Die selbsternannte Volksrepublik Donezk möchte auch Selenskyj vor Gericht verurteilen.
  • Als Präsident sei er mitverantwortlich für den angeblich versuchten «Genozid» im Donbass.

Seit 100 Tagen tobt nach der Invasion Russlands der Ukraine-Krieg. Beide Seiten haben inzwischen zahlreiche Opfer zu beklagen, aber auch viele Soldaten in Gefangenschaft.

Diesen drohen nun Prozesse als Kriegsverbrecher. Ein Schicksal, das auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj erwarten könnte, würde er gefangen genommen werden.

Das vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten via AP zur Verfügung gestellten Foto zeigt Wolodymyr Selenskyj, Präsidenten der Ukraine. - sda - Keystone/Ukrainian Presidential Press Office/AP/--

Ankläger wäre dabei nicht nur Russland, sondern auch die selbsternannte Volksrepublik Donezk im Osten der Ukraine. Diese wird jedoch ebenfalls von den Russen unterstützt. Das bestätigt eine hohe Abgeordnete der Region gegenüber der russischen Staatsagentur Tass.

Auch Taten vor Ukraine-Krieg verurteilt

Dabei würde Selenskyj aber nicht nur für seine Taten im Ukraine-Krieg verurteilt, erklärt Yelena Schischkina. Vor Gericht müssten alle, die seit dem russischen Einmarsch in die Krim 2014 in dem Land an der Macht waren. Neben Selenskyj wären das laut den Separatisten also auch die ehemaligen Präsidenten Oleksandr Turtschynow und Petro Poroschenko.

«Kriegsverbrechen begehen nicht nur die, welche die Waffen in den Händen halten und den Abzug betätigen. Sondern auch die Generäle, die Befehle erteilen und auch die Präsidenten», so Schischkina.

Die drei genannten Staatsoberhäupter hätten mit ihren Unterschriften «Neonazis in den Donbass geschickt, um Zivilisten zu töten». Dies entspricht dem Narrativ des Kremls. Dieser behauptete von Anfang an, mit seiner «Militäroperation» die Bevölkerung von Luhansk und Donezk vor einem Genozid zu retten.

Volksrepublik Donezk will «Terror-Unterstützer» verurteilen

Ein Kriegsverbrecher-Prozess gegen Selenskyj entspräche den Gesetzen der neu geschaffenen Volksrepublik. Zudem könne auch die Unterstützung und Finanzierung von Terrorismus verurteilt werden, erklärt Schischkina weiter.

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Damit antwortet die Vertreterin der international nicht anerkannten Volksrepublik auf Aussagen des Internationalen Strafgerichtshofs. Dieser hatte bereits im März angekündigt, gegen mutmassliche russische Kriegsverbrecher zu ermitteln.