E-Auto: Wer baut die besten Elektromotoren?

    Maia Schmied
    Maia Schmied

    Höchstleistung ohne Notlauf: Wie Lucid, Porsche und BMW den ultimativen Motoren-Wettstreit austragen.

    Tesla Elektromotoren
    Tesla-Motoren: Ein einzelner Motor wiegt meist unter 50 kg und passt problemlos in einen Standard-Reisekoffer. - Tesla

    Der wahre Wettstreit der Ingenieure tobt längst nicht mehr um Hubraum, sondern um Millitesla, Kupferfüllgrade und Halbleiterarchitekturen. Welche Hersteller haben derzeit die Nase vorn?

    Und wie unterscheiden sich technologische Entwicklungen vorneinander? Hier erfahren Sie alles Wissenswerte.

    Lucid Motors: Technologischer Vorreiter

    Die Krone für die höchste gravimetrische Leistungsdichte gebührt derzeit den kalifornischen Entwicklern von Lucid Motors. Ihr ultrakompakter Einzelmotor leistet bis zu 500 kW, wiegt inklusive Differenzial und Inverter aber kaum 74 Kilogramm.

    Eine patentierte axiale Microjet-Kühlung leitet die unerwünschte Spitzenwärme direkt aus dem Inneren der Kupferleiter ab. Das federleichte Aggregat dreht dabei vollkommen souverän mit mehr als 20'000 Umdrehungen pro Minute.

    Lucid Air Sapphire
    Lucid Air Sapphire: Die Batterietechnologie basiert auf Lucids Erfahrung als exklusiver Akku-Lieferant für die Formel E, wo Zuverlässigkeit unter extremster Last gefragt ist. - Lucid

    Im Topmodell Lucid Air Sapphire bündelt die Marke drei dieser Einheiten zu einer Gesamtleistung von 1'251 PS. Kein Konkurrent packt derzeit derart viel Vortrieb in ein handgepäckgrosses Gehäuse.

    Porsche: Das Duell der Kühlkonzepte

    Porsche kontert das kalifornische Effizienzwunder mit stoischer mechanischer Standfestigkeit auf anspruchsvollen Passstrassen. Beim Spitzenmodell Taycan Turbo GT setzen die Zuffenhausener an der Hinterachse auf einen Siliziumkarbid-Pulswechselrichter mit 900 Ampere.

    Diese Halbleiter reduzieren Schaltverluste im 800-Volt-Netzwerk auf ein absolutes Minimum. Selbst bei wiederholtem Vollgasabruf verpufft kein einziges Kilowatt im berüchtigten thermischen Notlauf.

    Kurzzeitig schiessen bis zu 815 kW Spitzenleistung und 1'340 Newtonmeter Drehmoment ansatzlos an alle vier Räder. Der stolze Einstiegspreis von CHF 273'000 schreckt die kaufkräftige Stammkundschaft erfahrungsgemäss keineswegs ab.

    Münchner Magnetfreiheit: Effizienz beim Segeln

    BMW wählt für seine Flotte derweil bewusst einen grundlegend anderen technologischen Entwicklungspfad als die Konkurrenz. Die Münchner Ingenieure vertrauen konsequent auf fremderregte Synchronmaschinen, die völlig ohne permanente Magnete auskommen.

    BMW Elektromotor
    Vollektrische Antriebe bei BMW: Bei der fünften und sechsten Generation sind Elektromotor, Leistungselektronik und 1-Gang-Getriebe kompakt in einem einzigen Gehäuse vereint. - BMW

    Der radikale Verzicht auf die Seltenen Erden Neodym und Dysprosium schützt die industriellen Lieferketten vor unkalkulierbaren geopolitischen Verwerfungen. Im massiven Rotor erzeugt erst zugeführter elektrischer Strom das notwendige Magnetfeld über wartungsfreie Bürsten und Schleifringe.

    Auf Langstrecken glänzen diese Motoren mit unübertroffener Effizienz im permanenten Teillastbereich. Rollt das Fahrzeug ohne Last bergab, bremsen keinerlei magnetische Schleppverluste den freien Schwung aus.

    Technologie-Vergleich der Hersteller

    Lucid liefert das unbestritten faszinierendste Meisterwerk bei gravimetrischer Leistungsdichte und radikaler Raumökonomie. Das kalifornische Package demonstriert eindrucksvoll, wie viel elektromagnetische Kraft auf kleinstem Raum gebündelt werden kann.

    Porsche hingegen garantiert unzerstörbare Dauerleistung für jede enge Kehre zwischen Graubünden, Uri und dem Wallis. BMW wiederum setzt den Massstab für ressourcenschonende Langstrecken-Effizienz auf den Autobahnen.

    Klar ist also: Es gibt nicht den «besten» Elektromotor. Vielmehr kommt es darauf an, welche Anforderungen im Alltag auf der Strasse an die Aggregate gestellt werden.

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    Kommentare

    User #1134 (nicht angemeldet)

    Es gibt bereits sehr viele E- Autos und ja, mittlerweile auch immer öfter zu Preisen die man evtl. Und unter Umständen mit einem Netto Einkommen vom 8000.- CHF sich leisten kann. Ich persönlich fahre 30.000 bis 35.000 km pro Jahr. Mit meinem Mildhybrid Verbrenner komme ich Sommer wie im Winter zwischen 700 und 830 km, je nach Fahrweise von mir. Wohlgemerkt Kühlung also AC und im Winter die Heizung wohlverstanden AC ebenfalls eingeschaltet. Ebenfalls möchte ich anmerken, dass im Sommer das Auto au 16 Grad und im Winter teilweise auf 30 Grad gekühlt bzw. Geheizt wird. Dann soll mir einer dieser Elektrofanatiker bitte einmal erklären wo ich ein solches Fahrzeug für Neukosten allerhöchstens für 40.000 max 50.000.- CHF herkriege. Wie beschrieben AC dauerhaft Sommer umd Winter an mit extremen Kühl- sowie Heizleistungen. Ein Fajrzeug das für diesen Preis als komplett Elektro 700 bis 830 km mit einer Stromladung kommt.

    User #6168 (nicht angemeldet)

    ...Tesla nicht, die sind entweder schon oder noch nicht ersetzt...!

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