BMW M3 E30: Wie steht es um die Legende?
Manche Autos altern in Würde, andere werden zur unbezahlbaren Obsession. Ob dieser bayerische Krawallbruder wirklich jeden einzelnen Franken wert ist?

Der legendäre BMW M3 E30 feiert dieses Jahr seinen vierzigsten Geburtstag. Die Ingenieure aus München bauten das Modell im Jahr 1986 als kompromissloses Homologationsfahrzeug für die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft.
Unter der flachen Motorhaube arbeitet ein hochdrehender S14-Vierzylindermotor mit Genen aus dem Rennsport. Heute zahlen enthusiastische Sammler in der Schweiz astronomische Summen für gut erhaltene Exemplare im absoluten Originalzustand.

Ein kräftiger Tritt auf das Gaspedal offenbart sofort die ungefilterte Verbindung zwischen Mensch und Asphalt. Doch hält dieser bayerische Traum im Alltag den Erwartungen des gigantischen Mythos stand?
Der unerbittliche Zweikampf mit dem Erzfeind
Als direkter Konkurrent trat damals der legendäre Mercedes-Benz 190 E 2.3-16 gegen den Bayern an. Der komfortable Stuttgarter bot viel Langstreckenqualität und konterte damit den radikalen Leichtbau aus München.

Die markant ausgestellten Kotflügel des M3 sicherten den Rennteams eine breitere Spur und garantierten den optischen Krawall-Auftritt. Das knackige Fünfgang-Dogleg-Getriebe verlangt vom Fahrer jedoch stets höchste Konzentration beim Gangwechsel.
Der Konkurrent aus Stuttgart punktete mit spürbar mehr Drehmoment im niedrigen Drehzahlkeller für entspanntes Cruisen. Der BMW dagegen verhungert bei niedrigen Touren regelrecht und braucht permanent extrem hohe Drehzahlen.
Die harten Schattenseiten des Rennsport-Mythos
Die strassennahe Rennwagentechnik sorgt auf kurvigen Schweizer Alpenpässen noch heute für ein absolut unvergleichliches Go-Kart-Gefühl. Das extrem harte Fahrwerk filtert jedoch kaum Unebenheiten und gibt jede Bodenwelle unbarmherzig weiter.
Im spartanischen Innenraum dominiert zudem billig wirkender Kunststoff und verfehlt den heutigen Premium-Anspruch komplett. Zudem leidet die fragile Karosserie im fortgeschrittenen Alter oft an versteckten Rostproblemen an den Schwellern.

Die Preise für originale Ersatzteile des filigranen S14-Triebwerks sprengen mittlerweile jeglichen vernünftigen Rahmen. Käufer müssen für die fachgerechte Wartung das nötige Budget sowie viel Geduld mitbringen.
Das riskante Investment auf dem Schweizer Markt
Der Schweizer Oldtimer-Markt verzeichnet seit Jahren eine stabile Nachfrage nach echten Motorsport-Ikonen. Doch Achtung: Nur lückenlos dokumentierte Fahrzeuge erzielen bei Auktionen wirklich auch schwindelerregenden Preise.
Modifizierte Bastelbuden ohne Historie entpuppen sich dagegen schnell als bodenlose Geldfresser für ahnungslose Liebhaber. Seriöse Experten raten deshalb vor dem Kauf zu einer peniblen Überprüfung durch Markenspezialisten.
Der M3 E30 bleibt ein faszinierendes Spielzeug für Puristen. Wer Nostalgie und Sportlichkeit vereint haben möchte, liegt hier goldrichtig.











