Baugleich unter dem Blech: Marken-Zwillinge
Ein Herz, viele Kleider: Erfahren Sie, welche aktuellen Autos unter dem Blech identisch sind. Wir zeigen Ihnen die spannendsten Modelle der grossen Marken.

Wer ein modernes Elektroauto kauft, entscheidet sich unbewusst für eine hochflexible Architektur. Hinter der glänzenden Fassade steckt meist ein standardisiertes Chassis mit fest verbauten Batteriemodulen.
Diese sogenannten Plattformen bilden das technische Rückgrat für Dutzende verschiedene Fahrzeugmodelle weltweit. Ingenieure nutzen dabei einen festen Radstand und skalierbare Elektromotoren für maximale Effizienz.
So entstehen aus einem einzigen Grundgerüst sowohl kompakte Stadtautos als auch geräumige Familien-SUVs. Die Technik bleibt im Kern gleich, während das Design die Individualität der Marke wahrt.
Die MEB-Plattform von Volkswagen
Die MEB-Architektur bildet heute das elektrische Fundament für zahlreiche aktuelle Modelle der Volkswagen-Gruppe. Der kompakte VW ID.3 und das geräumige SUV-Modell ID.4 nutzen diese Technik bereits äusserst erfolgreich.

Audi veredelt die gleiche Basis im Q4 e-tron mit hochwertigen Materialien und einer markentypischen Lichtsignatur. Bei Skoda sorgt der Enyaq auf derselben Plattform für ein exzellentes Platzangebot zu einem fairen Preis.

Sogar der sportliche Ableger Cupra Born setzt auf die bewährten Motoren und Batteriesysteme aus Wolfsburg. Als neuester Zuwachs nutzt nun auch der vollelektrische Ford Explorer diese effiziente deutsche Technologieplattform.
Stellantis und die neue STLA-Medium-Basis
Der Gigant Stellantis führt mit der STLA-Medium-Plattform eine neue Ära der Effizienz in Europa ein. Diese hochmoderne Struktur wurde speziell für Elektroautos mit besonders hohen Reichweiten von über 700 Kilometern entwickelt.

Als Pionier nutzt der neue Peugeot E-3008 dieses System für ein dynamisches Fahrgefühl im Alltag. Auch der grössere Bruder Peugeot E-5008 profitiert als geräumiger Siebensitzer von der flexiblen Modulbauweise.

Opel bringt mit dem neuen Grandland ein weiteres Modell auf dieser Basis im laufenden Jahr heraus. Zukünftig werden wir diese Technik sogar bei den kommenden Modellen von Jeep und Alfa Romeo sehen.
Vorteile der massiven Gleichteilstrategie
Die gemeinsame Nutzung von Bauteilen senkt die enormen Kosten für die Forschung und Entwicklung drastisch. Hersteller können dadurch innovative Technologien wie schnelle Ladesysteme deutlich preiswerter für die breite Masse anbieten.
Schweizer Autofahrer profitieren zudem von einer besseren Ersatzteilversorgung und kürzeren Wartezeiten bei den Servicepartnern. Werkstätten kennen die standardisierte Technik bereits in- und auswendig und diagnostizieren Fehler wesentlich effizienter.
Gleichzeitig ermöglicht die modulare Bauweise eine extrem schnelle Anpassung an neue Trends auf dem Weltmarkt. So bleiben traditionsreiche Marken trotz des hohen Kostendrucks in der globalen Automobilindustrie weiterhin wettbewerbsfähig.
Individueller Charakter trotz identischer Gene
Trotz der technischen Gleichheit legen die Hersteller grossen Wert auf eine spezifische Abstimmung ihrer Modelle. Im Vergleich zu VW-Modellen fühlt sich ein Audi durch eine aufwendigere Schalldämmung und sanftere Dämpfer nochmal etwas komfortabler an.
Cupra hingegen programmiert die Software der Elektromotoren für eine spürbar direktere und sportlichere Kraftentfaltung. Skoda konzentriert sich traditionell auf clevere Verstaumöglichkeiten und eine intuitive Bedienung im Cockpit.
Käufer sollten daher vor dem Kauf genau prüfen, welcher Markenschwerpunkt am besten zum persönlichen Fahrprofil passt. Die Wahl des Logos am Kühlergrill bleibt weiterhin eine Frage des persönlichen Geschmacks und Budgets.







