Schicksalsschanze: DSV-Springer bekämpfen Tirol-Fluch

    DPA
    DPA

    Österreich,

    In Innsbruck sind für die deutschen Skispringer schon oft alle Träume zerplatzt. Doch die Nordische Ski-WM ist keine Vierschanzentournee. Der scheidende Coach Schuster hat gute Gründe zum Optimismus.

    Die deutschen Skispringer haben keine gute Erinnerungen an die Bergisel-Schanze. Foto: Georg Hochmuth/apa
    Die deutschen Skispringer haben keine gute Erinnerungen an die Bergisel-Schanze. Foto: Georg Hochmuth/apa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der beeindruckende Panoramablick auf den Stadtfriedhof von Innsbruck weckt bei den deutschen Skispringern so negative Erinnerungen wie sonst nur wenige Schanzen.

    Severin Freund verspielte am Bergisel all seine Hoffnungen, Richard Freitag legte sich einst nach der Landung mit dem Gesicht in den Schnee und musste verletzt abreisen, für Markus Eisenbichler war erst vor wenigen Wochen das Projekt Vierschanzentournee-Sieg nach einem überragenden Springen von Japans Top-Star Ryoyu Kobayashi gelaufen.

    Auch am Samstag (14.30 Uhr/ARD und Eurosport) werden Eisenbichler und Co. bei der Nordischen Ski-WM vom Absprung am Bergisel auf die Gräber blicken - diesmal aber sollen sich Kindheitsträume erfüllen.

    «Wir können mit Schwung und breiter Brust zur WM fahren», sagte Bundestrainer Werner Schuster vor der ersten Entscheidung auf der Grossschanze in Innsbruck. Unter dem Österreicher, der im März nach elf Jahren aufhört, gab es bis auf den Tournee-Sieg quasi jeden bedeutenden Titel. Dass es beim Traditionsevent rund um den Jahreswechsel so oft am Bergisel schief ging, will Schuster nicht überbewerten. «In Innsbruck haben wir schon alles erlebt. Ich glaube, dass wir dort gut springen können, aber es ist eine Herausforderung», sagte der Coach.

    Die flutlichtlose Anlage mit dem tückischen Aufsprunghang und dem oft störenden Wind ist eine Schanze für gute Abspringer und weniger für Flieger. Im Vergleich zu Willingen enden die Flüge fast 20 Meter früher. Stephan Leyhe (im Januar Vierter), der Sachse Freitag (Sieg am Bergisel 2015) und Olympiasieger Andreas Wellinger (vor einem Jahr Dritter) haben ihre Qualitäten in Innsbruck unter Beweis gestellt. Die DSV-Adler kennen die Schanze und all ihre Tücken, sie trainieren auch im Sommer häufig dort.

    «Es ist möglich, im Einzel Medaillen zu machen. Aber es liegt nicht auf der Hand, wir müssen schon einen guten Tag erwischen», stellte Schuster fest. Als heissesten Kandidat hat er neben Willingen-Sieger Karl Geiger vor allem den Tournee-Zweiten Eisenbichler. Der markante Bayer, dessen Leistungen innerhalb von 24 Stunden zwischen Rang zwei und Rang 36 schwanken, blickt optimistisch auf die Titelkämpfe in Tirol. «Wir haben ein saugutes Team, die Vorfreude ist riesig», sagte Eisenbichler. Er betont voller Hoffnung: «Vielleicht kommt der Tag, an dem es heisst: Heute mal ich.»

    Die DSV-Adler haben eine beeindruckende Serie zu verteidigen. Sowohl in Pyeongchang 2018 als auch auch in Lahti 2017 und Falun 2015 gab es in jedem Einzelspringen Medaillen. Hinter Wellinger (4) sahnten auch der verletzt fehlende Freund (2) und Eisenbichler (Bronze vor zwei Jahren) ab. Der letzte WM- oder Olympia-Wettbewerb ohne einen Podestplatz ist über fünf Jahre her.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Gaza
    172 Interaktionen
    Neue Gaza-Demo
    Granit Xhaka
    557 Interaktionen
    Impf-Zoff

    MEHR IN SPORT

    YB Klartext Hakan Yakin
    9 Interaktionen
    Hakan Yakin
    HC Davos
    2 Interaktionen
    1:2 gegen Gottéron
    SC Bern
    4:1 in Kloten
    GC
    5 Interaktionen
    Transfers

    MEHR AUS ÖSTERREICH

    René Benko
    14 Interaktionen
    Signa-Pleitier
    Andreas Gabalier
    212 Interaktionen
    Nach AfD-Wahlsieg
    Rene Benko
    Urteil wahrscheinlich
    René Benko
    5 Interaktionen
    Innsbruck