Österreicher nach Abfahrtstraining hässig – wegen Missverständnis?

    Matthias Neuhaus
    Matthias Neuhaus

    USA,

    Das erste Abfahrtstraining in Beaver Creek (USA) erhitzt die Gemüter der Athleten. Insbesondere die Österreicher finden klare Worte.

    Vincent Kriechmayr
    Vincent Kriechmayr beim Training am Dienstag auf der «Birds of Prey». - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Schlechtes Wetter macht den Ski-Stars in Beaver Creek (USA) zu schaffen.
    • Das erste Training fand bei eingeschränkter Sicht statt.
    • Die Durchführung sorgt für erhitze Gemüter – der FIS-Rennchef relativiert.

    Das erste Abfahrtstraining in Beaver Creek (USA) gibt zu reden. Wegen schlechter Sicht dauerte es am Dienstag über drei Stunden, ehe der letzte Fahrer im Ziel war.

    Österreicher kritisieren Durchführung

    Einige der Athleten liessen ihrem Frust freien Lauf. «Bodenlos, wirklich grenzwertig», zitiert die «Krone» den Österreicher Stefan Eichberger. Er sei eineinhalb Stunden am Start gestanden. «So ein Training ist nicht im Sinne des Rennfahrers.»

    Marco Schwarz
    Marco Schwarz zum Training in Beaver Creek: «Das ist nicht zielführend.» - keystone

    Generell sei die Abfahrt «ein kompletter Blindflug» gewesen. «Ich bin froh, dass ich gesund unten bin», so Eichberger.

    Die Regeln der FIS sind klar: Ohne Training, keine Abfahrt. Die Wetterprognosen für die gesamte Woche sind schlecht. Einzig der Donnerstag sieht einigermassen okay aus. Dann soll das Rennen über die Bühne gehen.

    Gewinnt Marco Odermatt die Abfahrt in Beaver Creek?

    Eichbergers Teamkollege Marco Schwarz: «Natürlich will jeder ein Rennen haben. Aber so ein Training durchzudrücken, was gefühlt alle zwei Läufer unterbrochen ist, ist nicht zielführend.»

    Fehlender Heli?

    Bei den Österreichern machte sich zudem Unmut über fehlende Sicherheitsvorkehrungen breit. Insbesondere bei der schlechten Sicht.

    Vincent Kriechmayr beklagte gegenüber ORF, dass kein Rettungshelikopter zur Verfügung gestanden habe.

    Markus Waldner
    Markus Waldner ist Rennchef bei der FIS. - keystone

    FIS-Renndirektor Markus Waldner relativiert. «Das war ein Missverständnis.» Der Heli sei nicht im Ziel, sondern in Beaver Creek bereit gewesen, sagt er beim ORF.

    «Sicherheit geht vor»

    Diese Information sei jedoch nicht weitergegeben worden. «Das war ein bisschen eine Fehlkommunikation.» Darum verstehe ich die Fahrer.

    Waldner betont: «Sicherheit geht vor. Wir hatten heute schon Druck, das Training durchzuführen und haben das ein bisschen durchgedrückt. Aber ich würde nie den Kopf hinhalten, wenn wir den medizinischen Plan nicht einhalten würden.»

    Marco Odermatt
    Marco Odermatt war im ersten Training der Schnellste. - keystone

    Marco Odermatt fuhr im ersten Training übrigens Bestzeit. Eine zweite Einheit ist für Mittwochabend (Schweizer Zeit) geplant.

    Aufgrund der schlechten Wetterprognosen ist eine Durchführung aber fraglich.

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