Holt sich Camille Rast jetzt den Gesamtweltcup? Das sagt Nau.ch
Was für ein Wochenende für Camille Rast in Kranjska Gora! Nach dem Doppelsieg stellt sich die Frage: Folgt jetzt der Schweizer Angriff auf den Gesamtweltcup?
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Das Wichtigste in Kürze
- Innerhalb von 24 Stunden gewinnt Camille Rast in Kranjska Gora zwei Rennen.
- Besonders der Slalom-Triumph vor Mikaela Shiffrin sorgt für Aufsehen.
- Im Gesamtweltcup liegt die Schweizerin jetzt nur noch 120 Zähler zurück.
Camille Rast lässt ihren Worten Taten folgen: Sie gewinnt in Kranjska Gora nicht nur den Riesenslalom – die Walliserin bezwingt am Sonntag auch Mikaela Shiffrin im Slalom.
Rast ist die erste Fahrerin, die die Ski-Queen in dieser Saison in ihrer Parade-Disziplin bezwingen kann.

Nach sechs von zehn Rennen liegt sie im Disziplinen-Weltcup noch 218 Punkte zurück. Noch enger ist das Rennen im Gesamtweltcup: Dort verkürzt die Schweizerin den Rückstand auf Shiffrin auf 120 Punkte.
Gelingt Camille Rast mit der grossen Kristall-Kugel gar der Mega-Coup?
Auf der Nau.ch-Sportredaktion ist man sich nicht einig.
Matthias Neuhaus, Sport-Redaktor
«Ich bin überzeugt: In dieser bestechenden Form kann Camille Rast den Gesamtweltcup gewinnen. In Kranjska Gora beweist die 26-Jährige, dass sie im Slalom mit Mikaela Shiffrin mithalten – und sie sogar bezwingen kann.
Nach Rasts Siegesfahrt staunt selbst die Disziplinen-Königin: ‹That was so good!›
Im Riesenslalom performt Camille Rast in dieser Saison besser als Shiffrin. Bisher holt sie 341 Punkte, bei der Konkurrentin sind es «nur» 243. Hier könnte die Walliserin den aktuellen Rückstand wettmachen.

Hinzu kommt: Mikaela Shiffrin konzentriert sich heuer primär auf Olympia. Nach dem Debakel in Peking hat sie bei den Spielen etwas gutzumachen.
Auf Weltcup-Starts in der Abfahrt verzichtet sie komplett. Und auch im Super-G dürfte ihre Punkteausbeute überschaubar sein (bisher 0).
Shiffrin und Rast werden den Gesamtweltcup unter sich ausmachen. Die Konkurrenz liegt bereits über 200 Punkte zurück.
Ich behaupte: Sollte Rast auch in den verbleibenden vier Slaloms mit der Amerikanerin mithalten können, ist die grosse Kugel greifbar.»

Mathias Kainz, Sport-Redaktor
«Traue ich Camille Rast den Gesamtweltcup zu? In Sachen Talent auf jeden Fall! Mit ihren 26 Jahren kommt sie gerade ins allerbeste Skifahrer-Alter. Und die Entwicklung in den letzten zwölf Monaten sucht im Weltcup aktuell ihresgleichen.
Aber – und es ist ein grosses Aber: Ihre Gegnerin ist die ohne jeden Zweifel beste Skifahrerin aller Zeiten. Wenn Camille Rast die grosse Kristallkugel will, muss sie sich gegen Mikaela Shiffrin durchsetzen.

Ja, in Kranjska Gora hat sie die erfolgreichste Weltcup-Athletin der Geschichte zweimal in Folge abgetrocknet. So hoch dieser Erfolg auch einzuschätzen ist: Es ist vorerst noch ein Einzelfall.
Was in meinen Augen für Mikaela Shiffrin spricht: Wenn sie ihre Kristall-Chancen in Gefahr sieht, wird sie ihre Schlagzahl erhöhen. Ja, das grosse Saisonziel ist Olympia. Aber Shiffrin ist zu clever, um ihren Winter an zwei einzelnen Rennen aufzuhängen.
Wenn Camille Rast im Slalom und Riesenslalom zu einer anhaltenden Gefahr wird, dann wird Shiffrin eine Schippe drauflegen. Im Riesen-Training hat die US-Ikone bisher ein Spar-Programm gefahren.

Und anders als Rast kann Shiffrin auch in den Speed-Rennen, zumindest im Super-G, Punkte hamstern. Vor den Spielen wird sie dieses Risiko vermutlich nicht ernsthaft eingehen. Aber nach Olympia, falls der Gesamtweltcup dann tatsächlich ein Duell gegen Rast ist?»













