Das sind die wichtigen Erkenntnisse nach dem Saisonstart in Sölden
Das erste Renn-Wochenende der Weltcup-Saison ist Geschichte. Paula Moltzan und Lucas Pinheiro Braathen gewinnen. Hier kommen fünf Erkenntnisse zum Saisonstart.

Das Wichtigste in Kürze
- In Sölden startete vergangenes Wochenende die Weltcup-Saison der Ski-Cracks.
- Paula Moltzan gewinnt den Frauen-Riesen, Lucas Pinheiro Braathen siegt bei den Männern.
- Camille Rast wird Sechste, Loïc Meillard (2.) und Marco Odermatt (3.) fahren auf das Podest.
- Die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus dem Saison-Auftakt.
Die Weltcup-Saison 2026/27 wurde am vergangenen Wochenende lanciert. Auf dem Rettenbachgletscher in Sölden (Ö) startete der WM-Winter mit je einem Riesenslalom bei den Frauen und Männern.
Am Samstag triumphierte bei den Frauen die US-Amerikanerin Paula Moltzan und feierte ihren ersten Weltcup-Sieg in dieser Disziplin. Dahinter komplettierten die 19-jährige Lara Colturi aus Albanien und die Deutsche Emma Aicher das Podest.

Camille Rast wurde als beste Schweizerin Sechste. Zur Halbzeit lag die Walliserin als Zweite noch auf Podestkurs. Mit Wendy Holdener (20.), Simone Wild (24.), Stefanie Grob (25.) und Vanessa Kasper (28.) holten vier weitere Schweizerinnen Punkte.
Beim Männer-Rennen am Sonntag war der Brasilianer Lucas Pinheiro Braathen der Schnellste. Für Freude bei den Schweizer Fans sorgten Loic Meillard und Marco Odermatt. Die beiden Edeltechniker fuhren auf die Ränge zwei und drei.

Thomas Tumler (23.) und Lenz Hächler (25.) fuhren ebenfalls in die Punkte.
Was sagen die Ergebnisse des Saison-Auftakts über den Verlauf des Winters aus? Hier kommen die fünf wichtigsten Erkenntnisse aus Sölden.
1. Kampf um den Gesamtweltcup bei den Männern
Marco Odermatt ist der grosse Favorit im Rennen um die grosse Kugel. Und der Gesamtweltcup-Sieger der letzten fünf Jahre überzeugt auch im ersten Rennen in dieser Saison wieder.
Schon im Vorfeld dieses Winters galt Lucas Pinheiro Braathen als sein ärgster Konkurrent um die grosse Kristallkugel. Und der Brasilianer liefert bereits in Sölden Argumente dafür, dass er in dieser Entscheidung ein Wörtchen mitzureden hat.

Am Ende der letzten Saison fehlten dem 26-Jährigen 568 Punkte auf Odermatt. Ob er in dieser Saison näher an Odi kommt oder ihn sogar schlagen kann? Sein Defizit: Braathen fährt nur zwei Disziplinen – Odermatt kann Punkte in drei Disziplinen sammeln.
Den beiden Topfavoriten könnte in diesem Winter auch Loic Meillard gefährlich werden. Kann der Neuenburger sein Potenzial über den ganzen Winter konstant abrufen, ist er ein Kandidat für die grosse Kugel. In Sölden hat er gezeigt, dass er bereit ist.
Weniger für ihn spricht, dass er als frischgebackener Vater das eine oder andere Rennen auslassen will.
2. Schweizer Männer überzeugen – aber nur Meillard und Odermatt
Mit zwei Podestplätzen überzeugten die Swissski-Männer in Sölden. Doch was ist mit den weiteren Schweizern?
Thomas Tumler enttäuscht mit seinem 23. Platz. Der vierfache Riesen-Podestfahrer hat sicherlich andere Ambitionen. Gut für ihn: Der Schnee in Nordamerika dürfte ihm besser liegen.
Ski-Juwel Lenz Hächler punktet als 25. Zeigt er sein ganzes Können, dürfte er in diesem Winter noch einige Punkte sammeln. Das Potenzial für die Top 15 hat er allemal.

Luca Aerni, Gino Caviezel, Fadri Janutin und Giuliano Fux schaffen den Cut in den zweiten Lauf nicht. Für Aerni eine Enttäuschung, Gino Caviezel kommt von einer Verletzung zurück. Der 26-jährige Bündner Janutin kann sein Potenzial leider weiterhin nicht ausschöpfen.
Für den jungen Fux war es der erste Riesenslalom-Start im Weltcup. Der 21-jährige Walliser gilt als Zukunftshoffnung. Der Slalom-Juniorenweltmeister wird in diesem Winter seine ersten Punkte holen.
3. Favoritinnen sind schlagbar
Bei den Frauen steht mit Paula Moltzan nur eine Fahrerin aus der Top-7-Gruppe auf dem Podest. Topfavoritinnen wie Julia Scheib (out), Mikaela Shiffrin (7.), oder Camille Rast (6.) stechen nicht.
Dafür fahren Colturi und Aicher, die in allen Disziplinen vorne dabei ist, auf das Treppchen. Die beiden könnten die arrivierten Ski-Frauen in dieser Saison herausfordern.

Ihr grosses Potenzial haben die achtfache Weltcup-Podestfahrerin Colturi und die fünffache Weltcupsiegerin Aicher bereits bewiesen. Die Resultate zum Saison-Auftakt versprechen also viel Spannung für den weiteren Verlauf des Winters.
4. Fünf Schweizerinnen im zweiten Lauf – aber nur Rast überzeugt wirklich
Fünf Schweizerinnen fahren in Sölden in die Punkte. Camille Rast überzeugt als Sechste. Nach dem Rennen sagt vor der SRF-Kamera: «Es wäre mehr möglich gewesen.»
Für Rast war es in Sölden ihr bestes Ergebnis jemals. Besser als Zwölfte war sie zuvor beim Saison-Auftakt nie. Mit diesem Auftakt dürfte die Walliserin diesen Winter noch für viel Freude sorgen.

Die restlichen Schweizerinnen überzeugen im ersten Rennen der Saison nicht vollends. Wendy Holdener fährt als 20. immerhin gerade noch in die Top-20.
Erfreulich ist der 25. Rang von Stefanie Grob. Die 22-Jährige will in diesem Winter aber sicher weiter nach vorne.
Zwar konnten sich Sue Piller, Dania Allenbach, Shaienne Zehnder und Sina Fausch nicht für den zweiten Lauf qualifizieren. Gerade Piller und Allenbach gelten aber als grosse Zukunfts-Hoffnungen. Können die beiden an die Ergebnisse aus letztem Winter anschliessen, dürften noch einige Weltcup-Punkte auf ihrem Konto landen.

So oder so: Der Rücktritt von Lara Gut-Behrami hinterlässt ein grosses Loch. Die 48-fache Weltcupsiegerin werden viele Skifans – aber auch das Schweizer Punktekonto – schmerzlich vermissen.
5. Hirscher im Weltcup – wenn auch nur seine Skimarke
Trotz seines Start-Verzichts ist Marcel Hirscher dabei. Denn auf seiner Skimarke sind schon seit einigen Jahren verschiedene Weltcup-Fahrer unterwegs. Seit dieser Saison ist «Van Deer» aber auch im Frauen-Weltcup am Start.
Und das äusserst erfolgreich: Mit Paula Moltzan fährt die Siegerin des Rennens mit den Hirscher-Ski. Ein echter Erfolgsgriff also für den Österreicher, der inzwischen für die Niederlande startet.

Bei den Männern fährt mit dem Norweger Eirik Hystad Solberg immerhin ein Hirscher-Athlet als Achter in die Top-10. Ob Hirscher selbst bald zurück im Weltcup ist? Der 37-Jährige fühlte sich vor dem Saisonauftakt noch zu langsam für einen Start in Sölden.
Nächste Rennen
Für die Ski-Cracks geht es nun nochmals zurück in den Trainingsalltag. Die nächsten Rennen finden erst Mitte November statt. Im finnischen Levi findet am 14. November der Frauen-Slalom statt, tags darauf sind die Männer dran.
Für die Speed-Fahrer startet die Saison am 28. November mit einem Super-G in Copper Mountain (USA). Die Frauen müssen noch länger warten: Am 11. und 12. Dezember findet in Beaver Creek (USA) je eine Abfahrt statt, am 13. Dezember ein Super-G.












