Die nordkoreanischen Paarläufer Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik stehen bei der wenig beachteten Vier-Kontinente-Meisterschaft in Taipei (Taiwan) im Rampenlicht. Sportlich zeigen die Läufer, dass sie etwas drauf haben und gewinnen mit Bronze die erste Medaille für ihr Land
Glückliche Dritte: Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik gewinnen in Taipeh Bronze im Eispaarlauf.
Glückliche Dritte: Ryom Tae-Ok und Kim Ju-Sik gewinnen in Taipeh Bronze im Eispaarlauf. - DPA
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Das Wichtigste in Kürze

  • Zwei nordkoreanische Paarläufer holten an der Vier-Kontinente-Meisterschaft in Taipei Bronze.
  • Die beiden werden auch an den Olympischen Spielen antreten.

Nach der Kür bei der Vier-Kontinente-Meisterschaft in Taipeh wischte sich die nordkoreanische Paarläuferin Ryom Tae-Ok Tränen aus den Augen, denn sie war beim Doppel-Axel gestürzt. Doch schon wenig später konnte die 18-Jährige wieder strahlen: Sie und ihr Partner Kim Ju-Sik holten am Freitag die Bronzemedaille bei der Meisterschaft, die als Gegenstück zur Europameisterschaft betrachtet wird. Damit gewannen die Asiaten die erste Medaille für ihr Land bei einem offiziellen Wettbewerb der Internationalen Eislauf-Union (ISU).

«Nach dem Kurzprogramm waren wir auf Platz vier, das fand ich sehr schade und hoffte, dass wir es in der Kür besser machen können. Als wir Dritte wurden und die Medaille bekommen haben, war ich sehr glücklich», kommentierte Ryom. «Die Vier-Kontinente-Meisterschaft war eine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele für uns», ergänzte ihr 25 Jahre alter Partner. «Bei den Spielen wollen wir das tun, was wir im Training machen und hoffen, dass wir unsere Punktzahlen verbessern können. Wir erwarten keine Medaille, sondern nur, dass wir uns verbessern und uns selbst herausfordern».

Olympia-Quali via Wildcard

Im Sommer durfte das Paar nach Kanada und bereitete sich bei Bruno Marcotte, dem Trainer der zweimaligen Weltmeister Meagan Duhamel/Eric Radford, auf die Olympia-Qualifikation in Oberstdorf vor. Die Quali schaffte das Paar im September, danach aber verschwand es von der Bildfläche und der Verband bestätigte nicht die Teilnahme an den Spielen bis zu einer Deadline im Oktober. Daher kommen Ryom/Kim nun nur dank einer Wildcard nach Pyeongchang, obwohl sie sich als einzige nordkoreanische Athleten sportlich qualifiziert hatten.

Aus Nordkorea kamen immer mal wieder Eiskunstläufer, die auch bei Winterspielen starteten. Doch eine Medaille bei einer ISU-Meisterschaft gewann noch keiner. Marcotte hatte es bereits im Herbst prophezeit: «Sie arbeiten hart, sind unglaublich wissensdurstig und haben das Potenzial, Medaillen zu gewinnen.»

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