Am 28. Juni 1896 gründeten in Bern acht Schweizer Tennisclubs mit der Schweizerischen Lawn Tennis Association den ersten Tennisverband in Kontinentaleuropa.
Tennisbälle
Tennisbälle am Fusse eines Netzes (Symbolbild). - Pixabay

Am 28. Juni 1896 gründeten in Bern acht Schweizer Tennisclubs mit der Schweizerischen Lawn Tennis Association den ersten Tennisverband in Kontinentaleuropa. Swiss Tennis, wie der nationale Dachverband seit 1988 genannt wird, feiert das Jubiläum corona-konform das ganze Jahr hindurch mit nachhaltigen Aktionen für die gesamte Schweizer Tennis-Community.

Die Covid-19-Pandemie machte auch Swiss Tennis einen Strich durch die Rechnung. Ein geplanter Jubiläumsanlass wurde bereits im vergangenen Jahr abgesagt, das dafür vorgesehene Budget zum grössten Teil in unterschiedliche kleinere Massnahmen mit nachhaltiger Wirkung umgelagert, um die aktuellen Bedürfnisse der Tennis-Community besser abzudecken, wie Swiss Tennis-Präsident René Stammbach erklärt: «Wir wollten, dass die ganze Tennis-Familie im Jubiläumsjahr auf die eine oder andere Art profitieren kann. Es sind die Tennisspielenden, die Clubs, Center, die Tennislehrpersonen, Funktionäre oder Turnierorganisator*innen, die das Schweizer Tennis zusammen mit Swiss Tennis seit 125 Jahren prägen und entwickeln. Dafür möchten wir Danke sagen.»

Rund 900 Clubs dabei

Rund 900 Clubs und Center mit 160 000 Mitgliedern gehören Swiss Tennis an. 50 000 verfügen über eine Wettkampflizenz und spielen regelmässig in den über 3 400 organisierten Turnieren und Meisterschaften mit. Die rund 500 000 Hobbytennisspielenden, die keinem Club angehören, aber regelmässig das Racket schwingen, zeugen davon, wie beliebt die Sportart Tennis bei Herrn und Frau Schweizer samt Kindern ist.

Auf rund 3 600 Plätzen können sie ihrem Hobby nachgehen. Gemäss Report 2018 von Tennis Europe, dem europäischen Dachverband, verfügt kein anderes europäisches Land über einen höheren prozentualen Anteil an Tennisspielenden als die Schweiz.

Swiss Tennis obliegt als Dachverband für den Tennissport in der Schweiz die Entwicklung und Förderung von der Basis bis zur Spitze mit den Schwerpunkten der Nachwuchsförderung im Leistungs- und Spitzensportbereich und der Breitensportentwicklung.

Über 4 500 neue Clubmitglieder generiert

Im Frühling 2021 lancierte Swiss Tennis zusammen mit 515 teilnehmenden Clubs aus der ganzen Schweiz die «125-Franken-Jubiläumsaktion». Mittels Onlinekampagne und Direktansprache wurden Hobbyspielerinnen und -spieler gesucht, die sich erstmals überhaupt oder nach langer Pause wieder einem Tennisclub anschliessen wollten.

Angeboten wurde die Saisonmitgliedschaft zum Spezialpreis von CHF 125.00 und der Verband unterstützte zusätzlich die teilnehmenden Clubs mit jeweils CHF 300.00 pro Neumitglied an den Mitgliederbeitrag. Die Aktion wurde ein voller Erfolg: 4 649 Neumitglieder traten auf den Start der Sommersaison einem Club ihrer Wahl bei. Swiss Tennis investierte einen siebenstelligen Betrag in diese Aktion für seine Mitglieder. Im Herbst folgen Nachfassaktionen bei den Neumitgliedern, um die Mitgliedschaften über die Jubiläumssaison hinaus zu verlängern.

Platzgebühren für gebeutelte Center erlassen

Der zweite Lockdown im Winter 2020/21 hat insbesondere die Tenniscenter stark getroffen. Gewaltige Umsatzeinbrüche aufgrund der angeordneten Schliessungen waren die Folge. Um die Center zumindest ein wenig zu entlasten, verzichtete Swiss Tennis auf die Platzgebühren für das gesamte Jahr 2021 und unterstützte die Gründung eines Centerverbandes, der sich für die Anliegen der Tenniscenter einsetzt.

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Ab sofort erhält jedes Swiss Tennis-Mitglied, das – beginnend mit dem 25-Jahr-Jubiläum, danach in Schritten von 25 Jahren – neu ein Jubiläum feiert, einen kleinen finanziellen Zustupf, der für den Club oder das Center und seine Mitglieder eingesetzt wird.

Aufstockung Anzahl und Dotierung internationaler Turniere in der Schweiz

Im Nachwuchsbereich durfte sich Swiss Tennis in den vergangenen Monaten über starke Athlet*innen freuen, die in den jeweiligen Welt- und Europaranglisten zu den Besten gehören. Um auch in Zukunft im Welttennis präsent zu sein, ist die Entwicklung der Spielerinnen und Spieler zentral. Dazu gehört auch die Zurverfügungstellung von Spielmöglichkeiten, die es einerseits erlauben, sich international gegen oben zu messen und andererseits wichtige Punkte für die Weltranglisten zu sammeln.

Swiss Tennis investiert ab dem Jahr 2021ff zusätzliche Mittel in sechsstelliger Höhe, um für die Jungprofis passende Plattformen bereitzustellen. So fand erstmals seit 2014 wieder ein Challenger-Turnier in der Schweiz statt – und das vom Wildcard-Empfänger Dominic Stricker gewonnen werden konnte. Ein zweites findet im September in Biel statt.

Dazu kommen vier Turniere der ITF World Tennis Tour (W60, 2x M25, M15) sowie mehrere Turniere der ITF-Junioren- und der Tennis-Europe-Tour. Sie alle erlauben es unseren Nachwuchsathlet*innen ohne aufwändige Reisen an wichtigen Turnieren anzutreten und dank der Vergaben von Wildcards auch direkt in einem Hauptfeld antreten zu können.

Bundespräsident Parmelin spricht zu den Delegierten

Die 125. Delegiertenversammlung von Swiss Tennis, die im Juni 2021 hätte stattfinden sollen, musste auf den Herbst verschoben werden. Neu findet sie am 4. September in Bern statt, anschliessend werden die anwesenden Delegierten zu einem gemeinsamen Jubiläums-Dinner eingeladen. Bundespräsident Guy Parmelin hat seine Teilnahme am Schlussteil der Delegiertenversammlung bereits zugesagt.

Die Schweizer Weltranglistenersten im Gespräch

Sowohl Martina Hingis wie auch Roger Federer, die zusammen während 609 Wochen die Spitzen ihrer jeweiligen Weltranglisten anführten und weltweit die grössten Aushängeschilder für den Schweizer Tennissport sind, nahmen sich Zeit um in Erinnerungen zu schwelgen. Im Videointerview erzählen sie, welche Bedeutung Swiss Tennis für sie hatte und noch immer hat.

Spannende Zahlen und Fakten aus 125 Jahren

Der Bau der ersten Tennisplätze in der Schweiz – noch vor Gründung des Verbandes – ab 1877, oder der Fakt, dass die Schweiz den Internationalen Tennisverband ITF mitgegründet hat, das erste Jahrbuch von 1914, das Erreichen von 50 Clubs im Jahr 1936, diverse Umzüge und Neustrukturierungen, die Tatsache, dass in 125 Jahren nur 10 Präsident*innen den Verband geführt haben oder dass sich Swiss Tennis bisher über 17 Junioren-Grand-Slam-Titel freuen durfte - diese und viele anderen Fakten und Zahlen aus der 125-jährigen Geschichte des Verbandes wurde In einer Serie von unterhaltsamen Infografiken wöchentlich seit dem Frühjahr auf allen Kanälen präsentiert.

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