Stan Wawrinka ist neuer Fünfsatzkönig – und überholt Roger Federer
Stan Wawrinka hängt Roger Federer ab und wird alleiniger Fünfsatzkönig. An den Australian Open bestreitet der 40-Jährige seinen 49. Fünfsätzer – und gewinnt.

Das Wichtigste in Kürze
- Stan Wawrinka (40) schlägt Arthur Gea (21) an den Australian Open 2026 in fünf Sätzen.
- Es ist sein 49. Fünfsatz-Match an einem Grand-Slam-Turnier – neuer Rekord.
- Gleich fünfmal spielte der Romand dabei gegen Novak Djokovic.
In der letzten Saison seiner Karriere meldet sich Stan Wawrinka eindrücklich zurück: Erstmals seit 2023 steht er wieder in der dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers. Das gelingt dem 40-Jährigen ausgerechnet mit einem echten Marathon-Sieg.
Gegen Arthur Gea – der erst nach Stans Profi-Debüt geboren wurde – steht der Schweizer viereinhalb Stunden auf dem Platz. Verrückt: Im entscheidenden Tiebreak ist der Altstar fitter als der 21-jährige Franzose, den Krämpfe plagen.

So darf Stan am Ende über seinen 45. Sieg in Melbourne jubeln. Ein Marathon-Match, das gleichzeitig einen Rekord darstellt: Stan Wawrinka ist jetzt der alleinige Fünfsatzkönig. Kein Tennisspieler weltweit hat in seiner Karriere mehr Spiele über fünf Sätze bestritten.
Wawrinka hängt Federer ab
Mit seinem 49. Fünfsätzer an Grand-Slam-Turnieren überholt er Roger Federer. Vor dem Spiel gegen Gea hatte sich Wawrinka den Rekord mit seinem Landsmann geteilt.
Federer hat mit 31 Siegen – zu 26 bei Wawrinka – allerdings die bessere Sieg-Bilanz. Diese Statistik führt der drittplatzierte Novak Djokovic an: Er hat 37 seiner 47 Spiele über fünf Sätze siegreich gestalten können.

Im Davis Cup absolvierte Stan Wawrinka indes sogar noch neun weitere Spiele über fünf Sätze. Teamkollege Federer – der seltener am Davis Cup teilnahm – war dort nur dreimal in einem fünften Satz. Djokovic kommt auf fünf Davis-Cup-Fünfsätzer.
Insgesamt führt der Romand die Fünfsatz-Statistik damit sogar mit 58 zu 52 vor Djokovic an. Gleich fünfmal spielten die beiden dabei gegeneinander.
Als Stan zum «Marathon Man» wurde
Einst verpassten Tennis-Fans Stan Wawrinka den Übernamen «Marathon Man». Denn erfolgreiche Fünfsätzer gehörten beim Romand zum Programm: Seine ersten acht Major-Spiele über fünf Sätze gewann er allesamt.

Erst im US-Open-Achtelfinal 2007 riss die Serie – beim dritten Fünfsatz-Spiel im laufenden Turnier. Doch die legendärsten Wawrinka-Fünfsätzer sollten erst sechs Jahre später folgen.
Fünfsatz-Pleite gegen Djokovic als Karriere-Wendepunkt
An den Australian Open 2013 brachte er Weltnummer 1 Novak Djokovic an den Rand einer Niederlage. Nach fünf Stunden verlor er 10:12 im Fünften. Ein Wendepunkt in seiner Karriere, wie Wawrinka in den Jahren darauf mehrfach erklärte.

Nach diesem Spiel habe er (damals die Nummer 17 der Welt) realisiert, dass er das Level der Allerbesten mitgehen könne. Das beweist er an den US Open im gleichen Jahr erneut, als er Djokovic wieder in fünf Sätzen unterliegt.
Aber Wawrinka macht weiter und bekommt seine Revanche: An den Australian Open 2014 trifft er wieder auf den Serben – und gewinnt diesmal 9:7 im Fünften. Davon beflügelt marschiert er zum ersten Grand-Slam-Titel seiner Karriere.

Zwar verliert er im Folgejahr im Melbourne-Halbfinal wieder in fünf Sätzen gegen Djokovic. Wawrinka ist nun aber ein anderer Spieler: In den Finals der French Open (2015) und US Open (2016) schlägt er den Djoker sogar in vier Sätzen.
Wawrinka holt Fünfsatz-Rekord in letzter Saison
Zehn Jahre später befindet sich Stan Wawrinka in seiner letzten Saison. In dieser macht sich der 40-Jährige ausgerechnet in Melbourne zum alleinigen Fünfsatzkönig. Und wer ist ihm auf den Fersen? Natürlich Novak Djokovic – sein ärgster Fünfsatz-Rivale könnte ihn in Zukunft ablösen.

Aber auch «Marathon Man» Stan hat noch die Chance, sein Fünfsatz-Konto auszubauen. An seinen letzten Australian Open geht es für Wawrinka am Samstag gegen Top-Ten-Spieler Taylor Fritz (USA) weiter.
















