Djokovic

    Novak Djokovic: Corona-Tour war kein Fehler, sondern Dummheit

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Belgien,

    Die Adria Tour von Novak Djokovic wird – oh Wunder! – zum Corona-Hotspot. Der Serbe kann sich nicht auf einen Fehler herausreden. Ein Kommentar.

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    Novak Djokovic feierte im Sommer in Serbien an der «Adria Tour» mit nacktem Oberkörper. - Instagram

    Das Wichtigste in Kürze

    • Novak Djokovic ist bemüht, seine «Adria Tour» als Fehler zu verkaufen.
    • Das Tennis-Event könnte zum Superspreading-Hotspot geworden sein.
    • Die Tour war vieles, aber kein Fehler. Ein Kommentar.

    Ein Fehler ist verzeihlich – das ist etwas, das man nicht besser wusste oder konnte; etwas, das nun mal passiert ist. Kein Wunder also, dass Novak Djokovic nun alles Menschenmögliche tut, um seine verunglückte Adria Tour als «Fehler» hinzustellen. Wenn sie ein Fehler war, dann kann man ihm vergeben, mal ein Auge zudrücken.

    Aber die Corona-Superspreader-Party war vieles, bloss kein Fehler. Djokovic hätte es sehr wohl besser gewusst – an warnenden Stimmen mangelte es im Vorfeld nicht.

    Er hätte es auch besser gekonnt – etwa ohne Fans, oder zumindest mit Social Distancing.

    Also das Gegenteil von diesem Bild hier:

    Novak Djokovic Coronavirus
    Novak Djokovic bei der Adria Tour inmitten zahlreicher jubelnder Fans. - Keystone

    Oder diesem:

    Novak Djokovic Coronavirus Zadar
    Novak Djokovic inmitten seiner Fans in Zadar, Kroatien. - keystone

    Oder diesem hier:

    Novak Djokovic Coronavirus
    Novak Djokovic macht an seiner «Adria Tour» ein Selfie mit einigen Fans. - Keystone

    Was Novak Djokovic gemacht hat, war kein Fehler, sondern eine Dummheit – und noch dazu mit Ansage.

    Die kritischen und warnenden Stimmen im Vorfeld schlug der Serbe einfach in den Wind. Der Westen müsse verstehen, dass die Lage in Serbien und den umliegenden Ländern eben anders sei.

    So verteidigte der Weltranglistenerste vor dem Auftakt die von ihm organisierte Tour.

    Ist die Kritik an Novak Djokovic berechtigt?

    Im Haus Djokovic fehlt jede Einsicht

    Mittlerweile sieht die Welt anders aus: Djokovic und drei andere Tennisprofis sind positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Im Internet tauchen Videos auf, die die Athleten bei einer wilden Sause in einem Belgrader Nachtklub zeigen. Da wird mit nacktem Oberkörper getanzt, gesungen und gefeiert. Sieht so ein «Fehler» aus?

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    Die Tennis-Elite um Novak Djokovic vergnügt sich in einem Nachtklub in Serbiens Hauptstadt Belgrad. - Twitter/@hotsportsrb

    Dass dann sein Vater in die Bresche springt und Grigor Dimitrow als Sündenbock hinstellt, ist nur das Sahnehäubchen.

    Es zeigt die mangelnde Einsicht im Hause Djokovic, dass man potenziell Hunderte Leben in Gefahr gebracht hat. Von ehrlicher Reue fehlt jede Spur. Allein schon deshalb ist der Serbe als Präsident des ATP-Spielerrats rücktrittsreif.

    Djokovic
    Novak Djokovic und sein Vater Srdjan. - instagram/@nolefamromania

    Auf einen Fehler kann sich Novak Djokovic nicht herausreden. Warnungen gab es reichlich, Corona-sichere Wege für seine Tournee hätten sich auch gefunden.

    Aber mittlerweile scheint der Esoteriker und Impfgegner an seine eigene Unverwundbarkeit zu glauben.

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