Australian Open

    Australian Open: Tennis-Stars kritisieren Überwachung in Melbourne

    Nicola Wittwer
    Nicola Wittwer

    Australien,

    An den Australian Open kriegen Fans fast von jeder Ecke Bilder ihrer Stars geliefert. Das geht einigen Spielerinnen zu weit. Sie fordern mehr Privatsphäre.

    Australian Open Iga Swiatek
    Iga Swiatek erinnern die vielen Kameras an den Australian Open an einen Zoo. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Tennis-Stars stören sich an den Australian Open an den vielen TV-Kameras.
    • Iga Swiatek erinnert die Situation an «Tiere im Zoo».
    • Die Diskussion stiess Coco Gauff an, die beim Zerstören eines Schlägers gefilmt wurde.

    Der «Happy Slam» in Melbourne wird seinem Namen nicht in jeder Form gerecht. In den letzten Tagen äusserten mehrere Top-Spielerinnen ihren Unmut über die vielen TV-Kameras auf dem Gelände.

    Kamera filmt Mini-Ausraster

    Nach der deutlichen Niederlage im Viertelfinal musste Coco Gauff am Dienstag Dampf ablassen. Die US-amerikanische Weltnummer 3 hämmerte abseits des Rummels einen Schläger mehrmals auf den Boden.

    Freien Lauf lassen wollte Gauff ihrem Ärger nicht vor ihrem Team oder Fans. Sie zog sich deshalb zurück und tat es abseits der Kameras. Das war zumindest der Plan – eine Kamera filmte mit, die Szene ging schnell viral.

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    Coco Gauff (WTA 4) lässt ihren Emotionen nach dem Aus an den Australian Open freien Lauf. - x.com/tntsport

    «Ich wollte an eine Stelle, wo es nicht aufgenommen wird. Aber offensichtlich wurde es das», erklärte Gauff im Anschluss.

    Swiatek will nicht zum Meme werden

    Diese Erfahrung machte auch die Polin Iga Swiatek. Der Weltnummer 2 wurde der Eintritt verweigert, weil sie ihre Akkreditierung nicht dabei hatte. Auch dieser Clip machte in den sozialen Medien die Runde.

    Nach ihrem Viertelfinal-Aus am Mittwoch sparte Swiatek an der Pressekonferenz nicht mit Kritik: «Die Frage ist: Sind wir Tennisspielerinnen oder Tiere im Zoo?» Es wäre toll, «wenn wir ein bisschen Privatsphäre hätten», zitiert «7 News» die Polin.

    Die French Open und Wimbledon hätten etwa Trainingsplätze, bei denen weder Fans noch TV-Kameras erlaubt seien. An den Australian Open hingegen gebe es keinen privaten Trainingsbereich.

    Swiatek: «Ich finde nicht, dass es so sein sollte, denn wir sind Tennisspieler. Wir sollen auf dem Platz und in der Presse beobachtet werden – das ist unser Job. Es ist nicht unsere Aufgabe, zum Meme zu werden, wenn man seine Akkreditierung vergisst. Es ist sicherlich lustig, die Leute haben etwas zu reden. Aber für uns finde ich das nicht notwendig.»

    Pegula: «Ist das ihr Ernst?»

    Die Kritik teilt auch die Weltnummer 4 Amanda Anisimova. Die US-Amerikanerin nimmt Landsfrau Gauff in Schutz. «Ich finde es hart, dass das Video von Coco gepostet wurde, weil sie dabei kein Mitspracherecht hatte.»

    Australian Open Jessica Pegula
    Kein Fan der schwindenden Privatsphäre: Jessica Pegula. - keystone

    Jessica Pegula (WTA 6) bezeichnet die Situation als «verrückt». Für die US-Amerikanerin ist unverständlich, dass sie vom Turnier sogar aufgefordert wurde, bestimmte Social-Media-Inhalte zu löschen. Die Begründung: Sie besitzt die Bildrechte nicht.

    Pegula dazu: «Ich dachte nur: Ist das Ihr Ernst? Ich poste etwas, das gelöscht werden muss, aber dann kann man mich in jedem Flur, den ich betrete, sehen und das online posten? Das ist nicht cool.»

    Findest du die vielen Kameras an den Australian Open in Ordnung?

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #2057 (nicht angemeldet)

    Je weniger die Leute in echt leben um so mehr werden sie zu verschanzten Spionen.

    User #2097 (nicht angemeldet)

    Willkommen im digitalen Überwachungszeitalter…

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