Athletissima Lausanne: Skandal über 5000 Meter

    Jan Weisstanner
    Jan Weisstanner

    Lausanne,

    Eine Unsportlichkeit der gröberen Sorte: Kurz vor dem Ende des 5000-Meter-Laufs stürzt der äthiopische Führende – und versucht sich am Gegner festzuhalten.

    Da war die Welt noch in Ordnung: Kejelcha führte kurz vor seinem Sturz vor Barega.
    Da war die Welt noch in Ordnung: Kejelcha führte kurz vor seinem Sturz vor Barega. - Twitter/IAAF

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kurz vor Schluss des 5000-Meter-Rennens in Lausanne passiert Unglaubliches.
    • Der Führende Kejelcha stürzt – und hält seinen Gegner an der Hose zurück.
    • Balega wird dadurch um den Sieg gebracht.

    Spätestens seit es die Schweden vehement mit Johan Djourou an der WM in Russland versuchten, wissen wir: Gegner halten sich oft an der Hose des Gegners fest, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Solche Szenen gibt es neuerdings auch in der Leichtathletik.

    Tatort ist die Athletissima in Lausanne, ein Treffen von Weltklasse-Athleten, das vor allem wegen der Pulverisierung zweier Schweizer Rekorde zu reden gibt. Und wegen dem 5000-Meter-Lauf.

    Hose hält, Sieg weg

    Auch das Feld im 5000-Meter-Lauf präsentiert sich stark. Das Rennen nimmt seinen Lauf, die Normalität hält ein, die Läufer, vorwiegend aus afrikanischen Ländern, halten das Tempo hoch. Kurz vor Schluss sorgen Yomif Kejelcha und Selemon Barega für die äthiopische Doppelführung. Dann passiert es.

    150 Meter vor dem Ziel (!) kommt der Führende Kejelcha plötzlich ins Straucheln. Der Äthiopier kann sich nicht auf den Beinen halten – und versucht sich plötzlich damit Hilfe zu verschaffen, indem er Landsmann Barega an den Hosen hält. Zwar zeichnet sich diese (wie überraschender auch Djourous Hose) durch eine überzeugende Reissfestigkeit aus, doch Barega fällt dadurch auch merklich aus dem Tritt. Und fällt zurück.

    Barega fuchsteufelswild

    Zwar kann Barega den am Boden liegenden Kejelcha abschütteln – doch er verpasst den Sieg, da sich der Bahrainer Balew als lachender Dritter präsentiert und auf den letzten 100 Metern vorbeizieht. Im Ziel ist Barega fuchsteufelswild, es folgt eine verbale Auseinandersetzung der gröberen Art mit Kejelcha.

    Bislang hat sich noch niemand öffentlich zum Fall geäussert. Es ist aber gut möglich, dass der Vorfall für Kejelcha harte Konsequenzen haben wird. Für das Rennen wurde Kejelcha aber vorsorglich schon mal disqualifiziert.

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