Die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft hat sich nach 2019 zum zweiten Mal in Folge für die WM-Playoffs qualifiziert.
Schweizer Frauen
Die Schweizer Frauen qualifizieren sich. - handball.ch

Sie gewann am Samstag in Minsk gegen die Färöer Inseln mit 26:18 (14:11) und sicherte sich damit mindestens den zweiten Platz. Am Sonntag geht es gegen Belarus um den Gruppensieg; srf.ch/sport überträgt um 14 Uhr live.

Spielverlauf

Es war die erwartet physische und umkämpfte Angelegenheit. Im ersten Länderspiel seit 16 Monaten taten sich die Schweizerinnen etwas schwer, den Tritt zu finden. Nach einer ausgeglichenen Startphase zog die SHV-Auswahl zwar mit vier Treffern in Folge von 6:5 (14.) auf 10:5 (21.) davon, doch die Färingerinnen kämpften sich noch vor der Pause wieder auf zwei Tore heran.

Der Start in die zweite Halbzeit verlief harzig. Den Schweizerinnen gelangen in zehn Minuten nur zwei weitere Tore. Weil sie sich jedoch defensiv markant steigerten, schafften die Handballerinnen von den Färöer Inseln den Anschluss trotzdem nicht mehr. Mit einem 7:1-Lauf zwischen der 41. und der 52. Minute machte die Schweiz schliesslich den Deckel drauf.

Schlüsselspielerinnen

Kerstin Kündig war mit elf Treffern die beste Torschützin und ging auch kämpferisch als Vorbild voran. Die Verteidigung mit Noëlle Frey und Chantal Wick im Innenblock wurde mit fortlaufender Spieldauer immer stabiler und machte im zweiten Durchgang den Unterschied. Torhüterin Lea Schüpbach gelangen acht Paraden; sie und Manuela Brütsch blieben aber mehrheitlich ohne Glück.

Debütantinnen

Mit Alessia Riner, Tabea Schmid und Emma Bächtiger trugen drei Spielerinnen am Samstag erstmals das Trikot der Nationalmannschaft. Riner gelangen in der ersten Halbzeit zwei sehenswerte Tore, Schmid sammelte erste Länderspiel-Erfahrung; Emma Bächtiger verfolgte ihr Debüt von der Bank.

Drumherum

Die beeindruckende Tschischowka-Arena in Minsk mit ihren knapp 10'000 Sitzplätzen war im Jahr 2014 schon Schauplatz einer Eishockey-Weltmeisterschaft. Für das Spiel zwischen der Schweiz und den Färöer Inseln waren Zuschauer zugelassen; es verloren sich jedoch nicht allzu viele Leute ins weite Runde. Die Atmosphäre kam jener eines Geisterspiels gleich.

Reaktionen

Martin Albertsen (Nationaltrainer): «Man hat heute beiden Mannschaften angemerkt, dass die letzten Ernstkämpfe lange her sind. Die Färöer Inseln haben sich im Vergleich zu gestern gesteigert; das heutige Ergebnis ist für uns darum in Ordnung. Wir sind mit vielen Sachen sehr zufrieden; wir haben uns sehr viele Chancen erarbeitet – allerdings haben wir auch viele Möglichkeiten liegen lassen. Den grössten Teil des Spiels haben wir gefühlt mit verteidigen verbracht. Da mussten wir die Coolness und die Ausdauer jederzeit behalten, und das ist uns mit nur 18 Gegentoren gelungen.

Belarus ist morgen auf dem Papier der Favorit, erst recht weil wir in Minsk spielen. Die Mannschaft ist auf allen Positionen gut besetzt. Wir haben die Rolle des Aussenseiters, und das ist im Vergleich zu heute, wo wir unbedingt gewinnen mussten, eine ganz andere Situation. Wir können die Partie befreit angehen und wollen richtig gut mitspielen.»

So geht es weiter

Die Qualifikation für die WM-Playoffs haben die Schweizerinnen auf sicher. Sie spielen nun am Sonntag um 14 Uhr gegen Belarus um den Gruppensieg; das Spiel ist auf SRF.ch/sport sowie in der SRF Sport App live zu sehen. Die Auslosung der Playoffs, die zwischen dem 16. und dem 21. April ausgetragen werden, erfolgt am Montag in Wien. Die SHV-Auswahl von Trainer Martin Albertsen wird auf einen Teilnehmer der EHF EURO im vergangenen Dezember treffen.

Quelle: Marco Ellenberger

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