Die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen spielt wieder mit im Konzert der Grossen. Fünf Spielzeiten nach dem Lizenzentzug sind die Handballer aus der Hansestadt wieder in der Bundesliga angekommen.
Die Mannschaft des HSV Hamburg feiert den Aufstieg in die Bundesliga nach dem Sieg über Hamm. Foto: Michael Schwartz/MSSP/dpa
Die Mannschaft des HSV Hamburg feiert den Aufstieg in die Bundesliga nach dem Sieg über Hamm. Foto: Michael Schwartz/MSSP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Der HSV Hamburg ist zurück im Kreis der deutschen Handball-Elite.

2004 Tage nach dem bis dato letzten Bundesligaspiel am 27. Dezember 2015 gegen Frisch Auf Göppingen und 1980 Tage nach dem Lizenzentzug am 20. Januar 2016 sind die Ballwerfer aus der Hansestadt wieder erstklassig.

Mit dem 32:28 (17:14) gegen den ASV Hamm-Westfalen haben die Norddeutschen vor 2141 Zuschauern ihren grössten Erfolg seit fünfeinhalb Jahren gefeiert. «Das ist pure Erleichterung und purer Stolz auf die Mannschaft», sagte der 21 Jahre alte Spielmacher Leif Tissier, der nach dem Spiel in das rote Sonder-T-Shirt mit der Aufschrift «Aufstieg 2021 - Nach Ebbe kommt Flut» geschlüpft war. «Wir sind superstolz, superglücklich, superdankbar», sagte Club-Boss Marc Evermann. «Natürlich hatten wir einen Masterplan, aber nicht in diesen kurzen Abschnitten.»

Die Hamburger benötigten fünf Spielzeiten, um wieder auf der Bundesliga-Landkarte zu erscheinen. Schon ein wenig ist die Erinnerung verblasst: Einst sassen sie auf dem Handball-Olymp mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaft 2011 und dem Triumph in der Champions League 2013. Dann der Lizenzentzug. Es folgte die Neugründung der Betriebsgesellschaft. 2016 hatte die damalige U23 mit dem Aufstieg aus der Oberliga Hamburg/Schleswig Holstein in die 3. Liga den langen Marsch ins Oberhaus begonnen.

Trainer Jansen Vater des Erfolges

Grossen Anteil am Erfolg hat Torsten Jansen, der seit dem 29. März 2017 als Cheftrainer arbeitet und am Dienstag von Trainerkollegen und Managern der 2. Liga als Coach des Jahres im Unterhaus ausgezeichnet wurde. Er formte aus Eigengewächsen wie Tissier, Finn Wullenweber und Dominik Axmann in Verbindung mit gestandenen Spielern wie Weller, Lukas Ossenkopp und Tobias Schimmelbauer eine Spitzenmannschaft der 2. Liga. «Das ist surreal», sagte der 44-Jährige und rang nach Worten. Vor dem, was das Team in der neuen Saison erwartet, hat er Respekt: «Das wird ein richtiges Brett.»

Als Neuzugänge für die kommende Saison stehen bislang Nationalkeeper Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Kreisläufer Manuel Späth (FC Porto) und Rückraum-Linkshänder Nicolai Theilinger (Frisch Auf Göppingen) fest. Um im Oberhaus bestehen zu können, bedarf es sicherlich mehr Verstärkungen. Auf Geschäftsführer Sebastian Frecke warten arbeitsreiche Tage. «Ich geniesse den Augenblick, aber realisiert habe ich es noch nicht», sagte Frecke sichtlich gerührt.

Noch muss der feststehende Meister in der 2. Liga ran. Am Samstag (18.00 Uhr) tritt er bei der SG BBM Bietigheim zum letzten Saisonspiel an. Bleibt die Frage, wie fit das Team nach dem Feier-Marathon sein wird.

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