Michael Heule: Beim FCSG durchgefallen – in Thun ein Meisterheld
Nach nur 33 Minuten Einsatzzeit wurde der Widnauer Michael Heule (25) beim FCSG einst als zu leicht befunden. Nun jubelte er mit dem FC Thun.
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Das Wichtigste in Kürze
- Beim FC St.Gallen kann sich Michael Heule einst nicht durchsetzen.
- Nach einer Ochsentour durch die Challenge League wechselt er zum FC Thun.
- Jetzt ist der Verteidiger aus der Ostschweiz Schweizer Meister.
Ein Aufsteiger als Meister? Solche Fussball-Märchen sind in ganz Europa an einer Hand abzählbar: Rekordmeister GC schaffte das fast Unmögliche 1952, der 1. FC Kaiserslautern 1998 mit dem damaligen Nati-Captain Ciri Sforza und jetzt der FC Thun.

Die Berner Oberländer feierten erst im vergangenen Sommer den Aufstieg in die Super League. Mittendrin beim Meisterjubel der St.Galler Michael Heule, nach einer fünfjährigen Ochsentour durch die fussballerische Provinz.
Mitspieler voll des Lobes
Thuns Captain Marco Bürki, der Bruder des ehemaligen Nati-Goalies Roman Bürki, lobt seinen St. Galler Teamkollegen in der «Berner Zeitung» über den Klee. «Er ist stets energiegeladen, auf sowie neben dem Feld. Ruhig gibt es bei ihm nicht, da muss immer etwas laufen», so Heules Teamkollege.

In der Garderobe stehe er auf die Bänke, schreie und hüpfe rum. «Manchmal wie ein kleiner Junge. Sportlich gehört er klar zu den Aufsteigern dieser Saison», so Bürki weiter. Er wolle sich immer verbessern, sei ein extremer Pusher, verfüge über ein gutes Tempo und einen ausgezeichneten linken Fuss.
«Er scheut sich vor nichts, ist immer sich selbst und dadurch sehr authentisch», so der Thuner Captain weiter.
Über die Westschweiz nach Thun
Rückblende. Am 21. Mai 2021 kommt der nur 1,72 m grosse Verteidiger aus dem Rheintal beim FC St.Gallen zu seinem Super-League-Einstand: Beim Kehrausspiel gegen Servette darf Heule für einen 33-minütigen Teileinsatz aufs Feld.

Das war es mit höchster Spielklasse für lange Zeit. Heule, dem beim FCSG der spätere Nati-Spieler Miro Muheim auf der linken Seite vor der Sonne steht, wechselt zum Challenge-League-Klub Wil. Zweithöchste Liga.
2023 zieht Heule weiter an den Genfersee zu Stade Lausanne-Ouchy. Die Waadtländer sind soeben aufgestiegen. Ende der Saison muss SLO wieder runter in die Zweitklassigkeit, Heule bleibt trotzdem.

Nach einer starken Saison – Der St. Galler wird von der Spielergewerkschaft Swiss Association of Football Players ins Team des Jahres gewählt, heuert Heule im Berner Oberland beim frisch gekürten Aufsteiger FC Thun an.
Die meisten Experten sind sich im vergangenen Sommer einig: Heule und Thun kämpfen im Mai 2026 gegen den Abstieg, falls sie dann nicht schon abgestiegen sind. Weit gefehlt!

Sonntag vor zwei Wochen wurden Heule & Co. auf dem Sofa Meister – auch weil sein Stammklub, der FC St.Gallen, als erster Verfolger der Thuner zuhause gegen Sion 0:3 verliert.
Dreifacher Marktwert
Heule, vor fünf Jahren beim FC St.Gallen als zu leicht befunden, steigert diese Saison seinen Markt um das Dreifache auf 1,5 Millionen Euro. Als Lohn gibt’s nach dem Titel für die Thuner Meisterhelden einen Kurztrip auf die Party-Insel Ibiza. Feiern statt trainieren.
Hinweis
Dieser Text ist in den «St.Galler Nachrichten» erschienen.








