Ist der FC Basel besser als Platz 5, Trainer Stephan Lichtsteiner?
Nach der 0:2-Heimpleite gegen den FC Sion am Sonntag findet der Trainer des FC Basel, Stephan Lichtsteiner, schonungslose Worte: «Die Tabelle lügt nicht.«
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Das Wichtigste in Kürze
- Stephan Lichtsteiner gibt zu, dass der FCB aktuell nicht besser als Platz fünf ist.
- Der Trainer beklagt nach der Sion-Pleite mangelnde Durchschlagskraft in Zone drei.
- Gegen die Top 6 wartet Basel seit September auf einen Sieg.
Auf den FC Basel kommen ungemütliche Wochen zu. Nach dem 0:2 gegen den FC Sion am Sonntag im St. Jakob-Park stehen die Bebbi vor dem nächsten Realitäts-Check – und Trainer Stephan Lichtsteiner verzichtet auf jegliche Beschönigung.
Auf die direkte Frage, ob der FCB nicht eigentlich besser sei als der aktuelle 5. Tabellenrang, antwortet er trocken: «Im Moment nicht – die Tabelle lügt nicht. Wenn du oben reinwillst, dann musst du dir das verdienen, und das haben wir im Moment nicht.»
Lichtsteiner nimmt seine Mannschaft in die Pflicht – und gleichzeitig in Schutz. Manchmal sei der Aufwand gross, der Ertrag aber zu klein. «Da muss man durch, da muss man versuchen, das Ding auf unsere Seite zu ziehen. Wir müssen unbedingt dranbleiben in den letzten vier Spielen.»
Das Ziel ist klar: Europa. «Es ist unser Anspruch, dass wir das noch irgendwie schaffen.»
Shaqiri-Ausfall schmerzt
Beim Sonntagsspiel hatte Basel auf seinen Star Xherdan Shaqiri verzichten müssen. Wie sehr das schmerzte, gibt der Coach unumwunden zu: «Der Shaq ist einer, der den Unterschied in Zone 3 machen kann – und das fehlte.»
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Nachweinen will er dem Ausfall aber nicht. «Die Situation ist halt so. Jetzt müssen Leute in die Bresche springen, die auch diese Ansprüche haben, den Unterschied zu machen.»
Anatomie einer Niederlage
Bei der Spiel-Analyse rollt Lichtsteiner den Match Schritt für Schritt auf. «Wir waren die ersten 15 bis 20 Minuten gut auf dem Platz, hatten versucht, die Kontrolle aktiv zu übernehmen.»
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Im Strafraum aber fehlte die Konsequenz – und nach dem 0:1 brach der Faden. «Dann hatten wir zehn bis 15 Minuten Mühe. Wir konnten nicht switchen, keine Ruhe reinbringen, es kam zu vielen unnötigen Ballverlusten.»
Auch nach der Pause kam Basel nicht entscheidend gefährlich vor das Sittener Tor. «Es fehlt ein bisschen in der Zone 3 an Biss beim letzten Duell», so Lichtsteiner.
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Kurz vor einem Wechsel das 0:2, dann der vergebene Penalty – Sinnbild des Nachmittags. «Ich glaube, wir hätten noch zwei, drei Stunden weiterspielen können und der Ball wäre nicht rein. Sehr enttäuschend, aber es geht weiter.»
Das Top-6-Problem des FC Basel
Ein Trend zieht sich durch die ganze Saison: Gegen die direkte Konkurrenz steht der FCB regelmässig mit leeren Händen da. «Seit dem September gewinnen wir nicht mehr gegen die Top 6», so der Coach.
Das Problem sei klar zu lokalisieren: «Wir haben 24 Ballkontakte im gegnerischen Sechzehner, zum Schluss kommen wir nur dreimal richtig zum Abschluss. Das ist schlussendlich zu wenig.»
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Sein Rezept: Mehr Kompromisslosigkeit. «Da müssen wir dranbleiben und auch mal ansatzlos einfach versuchen, das Tor zu erzielen.» Auch die Duelle entscheidet Basel zu selten für sich.
«Wir verlieren halt die Duelle – offensiv gewinnen wir sie nicht. Schlussendlich fehlt es einfach an den Umschaltmomenten – es fällt dann einfach auch nicht auf unsere Seite, warum auch immer.»
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Sein Mantra für den Saisonschluss: «Es ist einfach wichtig, dass wir dranbleiben, dass wir das Ding noch drehen.»
So geht's weiter
Der FC Basel trifft am Samstag zu Hause auf den FC Thun. Sion reist am Sonntagnachmittag zum Ost-West-Duell mit St. Gallen.












