Im FC Thun lebt auch eine Prise YB
Der FC Thun hat den Young Boys vorübergehend den Rang abgelaufen – und ist auf Meister-Kurs. Im Team der Berner Oberländer lebt auch eine Prise YB.

Auf dem Rasen sind der FC Thun und der BSC Young Boys Rivalen. Spätestens seit dem 4:1-Sieg am vorletzten Sonntag in der Stockhorn Arena hat der «kleine» FC Thun am Tor des Berner Oberlands dem «grossen» BSC Young Boys den Rang (zumindest vorübergehend) abgelaufen. Alles andere als der erstmalige Titelgewinn in der 128-jährigen FC-Thun-Vereinsgeschichte wäre bei der jetzigen Ausgangslage eine Überraschung.
Für die stolzen Stadtberner dagegen geht es darum, die Meisterschaft in Anstand zu beenden, einen Platz unter den Top 6 zu erreichen und die Meisterrunde nicht zu verpassen.
Trotz der sportlichen Konkurrenz ist die freundschaftliche Verbundenheit der beiden Vereine eng. Immer wieder gehen Spieler den Weg von Bern nach Thun, auch in umgekehrter Richtung haben in den letzten Jahren einige Akteure einen Wechsel vollzogen.

Aufgrund der Vergangenheit – und auch, weil die Kräfteverhältnisse bisher meistens klar waren – sind sich Thun und YB neben dem Platz gut gesinnt. Man hilft sich; gelangt man zur Überzeugung, dass ein Spieler im anderen Klub schneller Fortschritte erzielen könnte, legt man ihm keine Steine in den Weg.
Heinz Schneiter nach dem Cupfinal
Möglich, dass es schon früher im 20. Jahrhundert Wechsel zwischen den beiden Klubs gab, doch richtig angefangen hat die «Liebe» zwischen Thun und YB im Jahr 1955. Der damalige YB-Trainer Albert Sing war als Zuschauer am Cupfinal im Wankdorf, den Thun gegen den FC La Chaux-de-Fonds mit 1:3 verlor.
Dem YB-Trainer war im Thuner Mittelfeld ein 20-jähriger, schlaksiger, technisch begabter Spieler aufgefallen: Heinz Schneiter.
Er wechselte zu YB, wurde viermal Meister und Cupsieger, 44-facher Nationalspieler und Halbfinalist im Europacup der Meisterklubs (heute Champions League), war an zwei Weltmeisterschaften dabei – Erfolge, die er bei einem Verbleib in Thun wohl nie hätte feiern können.
Zahlreiche Goalies
In der Folge gab es immer wieder Wechsel zwischen den beiden Vereinen: Hanspeter Latour, Marco Wölfli, David von Ballmoos, Guillaume Faivre und Patrick Bettoni waren Torhüter, die in beiden Klubs aktiv waren.
Die Liste der Feldspieler, die sowohl das gelbe YB- als auch das rote Thun-Dress trugen und tragen, ist lang und deshalb beschränken wir uns auf die Spieler, die am vorletzten Sonntag gegen ihren ehemaligen Klub spielten.
Bertone und Bürki
In den Reihen der Thuner stechen zwei Spieler hervor, die beiden Captains Leonardo Bertone und Marco Bürki.
So sagt der bei YB ausgebildete Marco Bürki: «Für mich sind Partien gegen YB immer noch etwas ganz Spezielles, weil ich eine gute Zeit erlebt habe und immer noch viele Kontakte geblieben sind. Mit Christoph Spycher, einigen Spielern oder auch mit Kommunikationschef Albert Staudenmann bin ich immer noch regelmässig in Kontakt.»

Wie für Bürki war der Match gegen YB auch für Leonardo Bertone, mit YB zweimal Meister und einmal Cupsieger, ein ganz besonderer Match.
«YB wird in meinem Herzen immer einen speziellen Platz einnehmen, denn ich erinnere mich gerne an die erfolgreiche Zeit zurück und habe dort auch immer noch viele gute Kollegen, in der Mannschaft und der Klubleitung», sagt der Freistoss- und Penalty-Spezialist.
Doch beim 4:1-Erfolg über ihren ehemaligen Klub waren bei Bürki und Bertone die freundschaftlichen Bande für 90 Minuten vergessen.
Auf Seiten des FC Thun stand mit dem Torschützen zum wegweisenden 1:0, Kastriot Imeri, ein Spieler im Team, der derzeit nur auf Leihbasis im Oberland spielt und immer noch YB «gehört».

Auch wer die Spielerlisten der Nachwuchsteams durchstöbert, findet zahlreichen Spieler, welche die Farben gewechselt haben.
Auch Thuns Erfolgs-Präsident Andres Gerber und Trainer Mauro Lustrinelli weisen eine YB-Vergangenheit auf. Andres Gerber war von 1992-98 für YB aktiv, Mauro Lustrinelli bestritt im Jahr 2010 auf Leihbasis 13 Partien für die Gelb-Schwarzen.

Auf Seiten von YB stechen zwei Namen ins Auge: Sandro Lauper und Christian Fassnacht.
Der sowohl als Verteidiger als auch als defensiver Mittelfeldspieler einsetzbare Sandro Lauper wurde im Nachwuchs von YB ausgebildet, wechselte 2015 zum Kantonsrivalen und kehrte drei Jahre später zu YB zurück.
Christian Fassnacht sammelte seine Erfahrungen im Kanton Zürich, wechselte zum FC Winterthur und fand von dort in den Kanton Bern. Thun war in der Saison 2016 die erste Station, ein Jahr später folgte der Transfer zu YB.
Mit Ausnahme eines kurzen Abstechers zu Norwich City in die englische Championship trug er stets die Farben der Young Boys.
| Super League - Super League: Regular Season (04.02.2026) | Sp | S | N | U | Tore | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 22 | 16 | 5 | 1 | 48:26 | 49 | |
| 2. | ![]() | 22 | 12 | 6 | 4 | 38:27 | 40 | |
| 3. | ![]() | 21 | 12 | 7 | 2 | 42:28 | 38 | |
| 4. | ![]() | 22 | 10 | 6 | 6 | 34:26 | 36 | |
| 5. | ![]() | 22 | 8 | 5 | 9 | 34:28 | 33 | |
| 6. | ![]() | 22 | 9 | 8 | 5 | 43:45 | 32 | |
| 7. | ![]() | 22 | 7 | 8 | 7 | 33:31 | 28 | |
| 8. | ![]() | 22 | 6 | 9 | 7 | 38:43 | 25 | |
| 9. | ![]() | 22 | 7 | 11 | 4 | 32:43 | 25 | |
| 10. | ![]() | 22 | 5 | 9 | 8 | 40:43 | 23 | |
| 11. | ![]() | 22 | 4 | 11 | 7 | 29:40 | 19 | |
| 12. | ![]() | 21 | 3 | 14 | 4 | 26:57 | 13 | |
| Super League - Super League: Regular Season (04.02.2026) | Sp | Pkt | ||
|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() | 22 | 49 | |
| 2. | ![]() | 22 | 40 | |
| 3. | ![]() | 21 | 38 | |
| 4. | ![]() | 22 | 36 | |
| 5. | ![]() | 22 | 33 | |
| 6. | ![]() | 22 | 32 | |
| 7. | ![]() | 22 | 28 | |
| 8. | ![]() | 22 | 25 | |
| 9. | ![]() | 22 | 25 | |
| 10. | ![]() | 22 | 23 | |
| 11. | ![]() | 22 | 19 | |
| 12. | ![]() | 21 | 13 | |

























