Beim FC Luzern sind die Tage von Trainer Fabio Celestini gezählt. Die Fan-ID sorgt für Wirbel, auch bei den Vereinen. Willkommen beim Nau-Fussballgespräch!
fc luzern
Fabio Celestini ist mit dem FC Luzern in der Krise. Wie lange bleibt er noch? - Keystone
Ad

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der 1:3-Pleite in Lugano sind die Tage von FCL-Trainer Celestini gezählt.
  • Der FCZ empfängt YB am Sonntag (14.15 Uhr) als Leader.
  • Rote Köpfe: Die Tickets in der Super League sollen personalisiert werden.
  • Nau.ch-Chefredaktor Zbinden und Fussball-Chefreporter Wettstein im Gespräch.

Nau.ch: Der FCL ist neues Schlusslicht, die Nerven liegen bei Trainer Celestini blank. Ist seine Zeit beim FC Luzern abgelaufen?

Michel Wettstein: Ja, da bin ich mir sicher. Ich habe bereits in meinem letzten Video-Kommentar gesagt, dass in der Winterpause fertig ist (siehe Video unten).

9. November: Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein analysiert die Lage beim FC Luzern und Trainer Fabio Celestini. - Nau.ch

Mit seinen unglücklichen Aussagen vor und nach dem Lugano-Spiel (1:3) beschleunigt Celestini nun diesen Prozess. Ende, Aus, Finito. Ich bin davon überzeugt, dass die FCL-Verantwortlichen bald den Stecker ziehen werden.

Micha Zbinden: Dabei wurde er nach dem Cupsieg noch gefeiert. Schade. Wenn sich ein Angestellter aber öffentlich so über seine Bosse äussert, darf er sich nicht wundern.

Nau.ch: Zirkulieren bereits Namen durch Luzern?

Wettstein: Es gäbe die perfekte Lösung für den Moment. Sie liegt mit Michel Renggli auf der Hand. Er arbeitet zurzeit an der Uefa-Pro-Lizenz, kennt den FC Luzern in- und auswendig. Da würde alles stimmen.

Nau.ch: Zum FCZ, der weiter verblüfft. 14 Punkte aus sechs Spielen ist eine meisterliche Bilanz!

Zbinden: Es ist schön für die Liga, dass der FCZ so gut mithält. Es sind aber noch nicht einmal die Hälfte der Spiele absolviert. YB und der FCB werden in der Rückrunde viel weniger schwächeln, wenn die internationale Belastung abnimmt. Und im Cup sind ja beide schon raus. Der FCZ zeigt sich aber demütig, nimmt das Wort Meister nicht in den Mund. Richtig so.

Kann der FCZ Meister werden?

Wettstein: Obwohl ich bekanntlich eine weiss-blaue Brille trage, lasse ich mich davon nicht blenden: Die erste Hälfte in Sion war zwar richtig gut, aber von der zweiten bin ich enttäuscht. Ein solche Leistung wird am Sonntag gegen Meister YB nicht für Punkte reichen.

Nau.ch: Letztes Thema: Künftig soll nur noch ins Stadion kommen, wer seine ID zeigt. Die Politik will personalisierte Tickets einführen. Eure Meinung dazu?

Zbinden: Das ist wenig durchdacht und eine Schnapsidee, die ganz weit weg von den Vereinen und der Fanbasis entstanden ist. Beim FC Sion hat man gesehen, was passiert, wenn die Tickets personalisiert sind: Die Fans kommen nicht mehr ins Stadion, die Stimmung ist futsch und den Clubs fehlen die Einnahmen. Das kann sich keiner leisten.

Micha Zbinden
Micha Zbinden ist Chefredaktor von Nau.ch. - Nau.ch

Wettstein: Ein ganz heikles Thema. Ich sehe es aber pragmatisch: Wer nichts zu verstecken hat und ins Stadion will, kann doch seine ID zeigen. Das tut keinem weh.

Zbinden: Es geht ja darum, dass man damit Gewalt verhindern will. Das Problem wird so aber nur vor das Stadion verlagert. Man sollte besser die Fan-Kultur verstehen und Debatten führen.

Nau.ch: Was schlägst Du vor?

Zbinden: Mit dem Strafgesetzbuch und dem Hooligan-Konkordat sind alle nötigen Instrumente vorhanden. Man muss sie nur konsequent anwenden. Repression führt bekanntlich nicht zum Erfolg, sondern der Dialog mit Fans und Vereinen. Es sind ja bei weitem nicht alle Fans gewaltbereit, sondern nur ein ganz kleiner Teil. Die Fan-ID ist aber eine Kollektivstrafe. Wir können froh sein, dass die Kontrolle mit den Zertifikaten so reibungslos läuft.

Mehr zum Thema:

Fabio Celestini FC Luzern FC Sion Trainer Stadion Gewalt Uefa Liga FC Zürich FC Basel BSC Young Boys