Beni Thurnheer würfelt jeden Tag seinen Alltag
Andere haben To-do-Listen. Beni Thurnheer hat sechs Häufchen und einen Würfel. Und so entscheidet er, was er als erstes erledigen soll.

Das Wichtigste in Kürze
- Beni Thurnheer ist zu Gast im Podcast «Kuss & Krise» von Loredana und Kilian Bamert.
- Er würfelt jeden Morgen, welche Aufgabe er als Nächstes erledigt.
- Das System ersetzt seine natürliche Tendenz, Lieblingsaufgaben vorzuziehen.
Sechs Häufchen auf dem Sideboard, ein Würfel in der Hand: So startet Beni Thurnheer (76) seinen Tag. Was wie ein Spiel aussieht, ist sein ernst gemeintes Produktivitätssystem.
Der ehemalige «Benissimo»-Moderator spricht im Podcast «Kuss & Krise» von Loredana (37) und Kilian (37) offen über eine ungewöhnliche Lebensregel. Er sagt: «Das darf eigentlich gar niemand wissen.»
Der Würfel als Chef
Das Prinzip ist simpel: Thurnheer legt morgens alle anstehenden Aufgaben nebeneinander auf, von Kolumne schreiben bis Kaminfeger anrufen.
Dann würfelt er. Die Zahl entscheidet, was sofort erledigt werden muss, ob er will oder nicht: «Und dann ist es noch gut, wenn es einem stinkt, dann musst du das machen und dann ist es erledigt.»
Der Hintergedanke: Wer ohne System arbeitet, erledigt die angenehmen Dinge zuerst und schiebt den Rest auf.
Der Würfel kennt keine Präferenzen. Er ist, wie Podcast-Gastgeberin Loredana treffend zusammenfasst: Der Chef.
Keine Ausreden, kein Lieblingsticket
Thurnheer wendet das Zufallsprinzip schon seit Jahren an. Selbst die Podcast-Einladung von Loredana und Kilian Bamert landete am Ende nach Einzahlungen und FC-Winterthur-Abo auf dem Häufchenstapel.
Mindestens die Anfrage dazu. Die hat Thurnheer ausgedruckt und entschieden, wann er antwortet.
«Wir waren sogar nach den Einzahlungen dran», kommentiert Loredana trocken. Thurnheer: «Je nach Würfel.»
Kein Würfel zur Hand? Die Uhr übernimmt
Für alle ohne Würfel hat Thurnheer eine Alternative parat: Den Sekundenzeiger.
Die laufende Sekunde (0–9, 10–19, 20–29 usw.) ergibt eine Zahl zwischen 1 und 6. Bedingung: Man darf nicht kurz vorher auf die Uhr geschaut haben. Sonst wäre es kein Zufall mehr, sondern Selbstbetrug.
Der Schnurri der Nation
Bernard «Beni» Thurnheer trat 1975 erstmals im Fernsehen auf. Was folgte, war eine der längsten Karrieren in der Schweizer TV-Geschichte. Seine bekanntesten Formate waren «Tell-Star» (1980–1991) und «Benissimo» (1992–2012). Die Samstagabendshow erreichte zeitweise bis zu 60 Prozent Marktanteil und gilt als erfolgreichste Schweizer Unterhaltungssendung.
Parallel dazu kommentierte er jahrzehntelang Fussball für das SRF. Mit dem WM-Final Deutschland gegen Argentinien 2014 verabschiedete er sich von den Grossanlässen. Den endgültigen Abschied vollzog er Ende 2018, sein letzter kommentierter Satz galt einem Eishockeyspiel: Lugano gegen Biel, 6:5 nach Verlängerung.
Seit 2018 ist Thurnheer mit Kathrin Hildebrand (68) verheiratet. Aus einer ersten Ehe hat er zwei Söhne.













