Erni Maissen – FCB: Lichtsteiner ruhiger – nächster Hitzkopf ist da
Der FCB siegt im Klassiker. Lichtsteiner hat sich an der Seitenlinie beruhigt. Sein Assistent Cantaluppi rastet aber aus. Das geht nicht, schreibt Erni Maissen.

Das Wichtigste in Kürze
- Stephan Lichtsteiner hat sich beruhigt – der ständige Fokus auf den Gummiball nervt aber.
- Erni Maissen sieht beim Klassiker, wie beim FCB der nächste Vulkan an der Linie ausbricht.
- Weitere Themen in seiner Nau.ch-Kolumne: Shaqiri-Experiment, Omlin-Druck und YB-Kracher.
Ich habe den Klassiker am Samstag auf SRF geschaut – und habe mich genervt. Der Produzent spielt in Wiederholungen immer wieder den Stress-Würfel von Stephan Lichtsteiner ein. Statt die heissen Situationen aus dem Spiel zu zeigen. Der Fokus liegt auf Nebensächlichkeiten.
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So soll es nicht sein. Die Situation trifft mancherorts auch auf den FCB zu. Rotblau besteht nicht nur aus Stephan Lichtsteiner.
Fakt ist: Der FCB ist mit vier Siegen aus fünf Spielen gut in die Saison gestartet. Das spricht für den Trainer. Bilanz ziehe ich aber erst Mitte September.
Der FCZ ist wie Thun in dieser Form kein Gradmesser. Jetzt kommen YB, Sion, Lugano, dann Luzern und St.Gallen.
Lichtsteiner hilft es nicht, Hitzkopf Cantaluppi neben sich zu haben
Wenn der Erfolg auf dem Platz da ist, sollte die Trainer-Frage fürs Erste erledigt sein. Zudem lernt Lichtsteiner nun auch, wie man sich an der Seitenlinie richtig verhält.
Nach dem Klassiker muss man sich aber die Frage stellen: Hat der FCB den richtigen Assistenztrainer?
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Stephan Lichtsteiner ist/war(?) bekanntlich sehr temperamentvoll. Der Vulkan nimmt sich zusammen. Er braucht einen Gummi-Würfel, um sich zu beruhigen.
Neben sich einen Assistenten zu haben, der genau gleich tickt und ausflippt, hilft nicht.

In der Schlussphase, kurz vor dem zurückgenommenen Elfer gegen den FCB, legt sich Mario Cantaluppi mit FCZler Lindrit Kamberi an. Der Assistenz-Trainer muss zurückgehalten werden. Der nächste Hitzkopf ist da.
Das war extrem und geht überhaupt nicht. Er hinterlässt einen schlechten Eindruck.
Das werden sich auch die Schiedsrichter merken und könnte in Zukunft negative Konsequenzen haben. Cantaluppi muss aufpassen.
Jonas Omlin oder Mirko Salvi?
Aufpassen muss auch Jonas Omlin. Der Rückkehrer verpasst vier von fünf Spielen. Ausgerechnet, als der FCB die einzige Niederlage gegen Lausanne (0:1) kassiert, steht Omlin im Tor.
Er ist zwar nicht für den Gegentreffer verantwortlich. Trotzdem: Die eigentliche Nummer 1 ist unter Druck.
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Salvi hat bei den Fans gepunktet. Er ist ein sicherer Wert und hat dem FCB auch schon Spiele gerettet. Für Omlin ist die Situation nicht mehr die gleiche wie am Anfang.
Wenn's brenzlig wird, zieht sich Degen zurück
Zurück zu Stephan Lichtsteiner und der angeblich angespannten Lage rund um den FCB.
Dass der Ex-Nati-Captain zuvor öffentlich so angezählt war, ist vom FCB selbst verschuldet. Einerseits legte sich der Trainer mit der Presse an. Wie man in den Wald schreit, so kommt es eben zurück.

Andererseits ist es bei David Degen wie immer: Gibt es brenzlige Situationen, dann will sich der Boss nicht die Finger verbrennen. Er bekennt keine Farbe und zieht sich zurück.
Damit schützt er sich selbst. Aktuell hat man keine Ahnung, wie fest Lichtsteiner wirklich im Sattel sitzt.

Hinstehen, Rücken stärken – das würde die Situation beruhigen. Degen machte aber das Gegenteil, äusserte vor Saison-Start Sätze wie «Auch er kennt das Geschäft».
Daraus ziehe ich: Degen ist sich nicht sicher. Der Präsident schaut sich die nächsten zwei, drei Spiele an und handelt dann – nach Tages-Form.
Lichtsteiner hat die Kabine beim FCB nicht verloren
Was für mich offensichtlich ist: Lichtsteiner hat «die Kabine» nicht verloren. Das hat Ende letzte Saison ganz anders ausgesehen.
Alle, die nicht spielen, sind unzufrieden. Das ist normal.
Gegen den FCZ gab es zwischen Shaqiri und Lichtsteiner eine leichte Umarmung. Aktuell hat der Spielmacher nicht allzu viele Argumente in der Hand, um die Aufstellung zu kritisieren.

Shaq kommt erneut rein. Das Spiel wird deutlich besser. Der FCB dreht die Partie. So gesehen ist die Taktik von Lichtsteiner aufgegangen.
Lässt er seinen Star auch gegen YB draussen?
Die Berner gefallen mir bis jetzt offensiv sehr gut, machen viele Tore. Defensiv? So lala. Vor allem ohne Zesiger ist Gelb-Schwarz verwundbar.
Zur Person: Erni Maissen
Erni Maissen absolvierte 406 Spiele für den FCB, erzielte dabei 142 Tore. Damit liegt er an dritter Stelle, einzig Marco Streller und Seppe Hügi schossen noch mehr Tore. In Basel ist der 67-Jährige bis heute eine Legende.
Bereits als Spieler hat der ehemalige Stürmer seine Meinung immer klar und deutlich gesagt. Das wird sich auch in seiner Nau.ch-Kolumne nicht ändern. Versprochen!












