BSC Young Boys

Darf Thuner-Leihspieler Imeri gegen YB jubeln?

Nau Sport
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Thun,

YB verliert das Derby gegen Leader Thun klar – und muss auch noch mitansehen, wie Leihspieler Kastriot Imeri über sein Tor jubelt. Darf man das?

YB
Leihspieler Kastriot Imeri jubelt im Thun-Dress gegen YB. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim 4:1-Sieg über YB bejubelt Kastriot Imeri den Führungstreffer für Thun.
  • Das kommt nicht gut an: Imeri ist derzeit von den Young Boys an Thun ausgeliehen.

Ausgerechnet Kastriot Imeri leitet die Niederlage von YB bei Leader und Aufsteiger Thun ein. Die YB-Leihgabe erzielt kurz nach der Pause die Thuner Führung im Derby, das 1:4 aus Sicht der Stadtberner ausgeht.

YB
Leihgabe Kastriot Imeri (rechts) trifft gegen YB. - keystone

Was für Diskussionen sorgt: Imeri jubelt nach seinem Treffer, zeigt demonstrativ mit den Daumen auf sein Trikot. Das gefällt in Fan-Kreisen nicht allen, schliesslich ist Imeri derzeit «nur» von YB ausgeliehen.

Stört dich der Torjubel von Kastriot Imeri gegen YB?

Gehört sich das – oder ist der Ärger grundlos? Auf der Nau.ch-Sportredaktion ist man sich nicht einig.

Mathias Kainz, Sport-Redaktor

«Auf einer persönlichen Ebene kann ich es Kastriot Imeri nicht verübeln, dass er sein Tor gegen YB so emotional feiert. Der Genfer hat in Bern zwei richtig harte Jahre hinter sich. Die Leihe nach Thun hat einer ins Stocken geratenen Karriere neuen Schwung verliehen.

Aber so ehrlich muss man sein: Nach einem Treffer gegen den Stammklub provokativ auf das Leih-Klub-Trikot zeigen – das ist schlechter Stil. Ganz egal, wie emotional der Treffer für Imeri gewesen sein mag.

FC Thun
Kastriot Imeri blüht beim FC Thun auf. - keystone

Wenigstens auf dem Papier ist Imeri immer noch ein YB-Spieler. Ja, der Genfer ist kein Berner Eigengewächs, die ganz grosse Klub-Loyalität muss man da nicht erwarten. Und eine feurige Rivalität haben YB und Thun in den letzten Jahren auch nicht erlebt.

Und dass er gegen seinen ‹eigenen› Klub trifft, darf man ihm auch nicht vorwerfen. In anderen Ländern ist es nicht unüblich, Leihspielern gegen den Stammklub die Einsätze zu verbieten. Die SFL schreibt mittlerweile explizit vor, dass ein solcher Passus nicht im Leihvertrag enthalten sein darf.

YB
YB muss sich in Thun gleich mit 1:4 geschlagen geben. - keystone

Bis zum Tor macht Imeri als Thun-Spieler also alles richtig. Aber beim Jubeln hätte er sich dann doch ein wenig zurückhalten dürfen. Gewonnen hat er mit dem Jubel nichts – schon gar keine Sympathien in Bern. Und die wird er in ein paar Monaten wieder brauchen, falls Thun die Kaufoption nicht zieht ...»

Mathias Kainz
Mathias Kainz ist Sportredaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

Christoph Böhlen, Sportchef

«Statt um den Titel zu spielen, weist YB nach 21 Runden 17 (!) Punkte Rückstand auf den Leader auf. Dass dieser erst noch Thun heisst und am Sonntag das Derby gegen Stadtberner klar gewinnt, schmerzt die YB-Fans doppelt.

YB
Der FC Thun schiesst YB im Derby ab. - keystone

Die Aufholjagd ist vorbei, bevor sie richtig begonnen hat. Auch Trainer-Ikone Gerardo Seoane ist es noch nicht gelungen, das Team in die Spur zu bringen. Wie soll er auch? Bei YB ist offensichtlich der Wurm drin – und das nicht erst seit gestern. Kaum ein (teurer) Transfer hat das gebracht, was man erhofft hat.

In diese Kategorie fiel bis Sommer übrigens auch Kastriot Imeri. Der Ex-Servettien wechselte 2022 für viel Geld und mit einigen Vorschusslorbeeren nach Bern. Eine Liebesgeschichte wurde daraus nicht: Verletzungen und verpasste Chancen verhindern den Durchbruch Imeris bei YB.

YB
Bei YB kann sich Kastriot Imeri nicht durchsetzen. - keystone

Neun Tore und acht Assists in 76 Einsätzen sind keine gute Quote. Imeri erhält bei YB viele Chancen, sich zu beweisen. Genutzt hat er sie so gut wie nie. Dass der 25-Jährige jetzt ausgerechnet gegen YB trifft und dabei auch noch jubelt, schmerzt aus Fansicht.

Aber gemessen an den Herausforderungen, mit denen YB seit Monaten zu kämpfen hat, ist der Imeri-Jubel vom Sonntag ein marginales Detail. Wen kümmerts?

FC Thun
Beim FC Thun fühle man sich wie in einer Familie, sagt Kastriot Imeri. - keystone

Viel mehr sollte in Bern die Tatsache zu denken geben, wieso der Genfer bei Thun so aufblühen kann (vier Tore und drei Assists in 17 Einsätzen)?

Imeri sagt nach dem Spiel, beim FCT fühle man sich ‹wie in einer grossen Familie›. Und Thun-Captain Leonardo Bertone, selber Ex-YBler, erklärt: ‹Wenn man hierhin kommt, kommt man in ein Team, das funktioniert›. YB tut gut daran, zügig selber wieder ein solches Klima zu schaffen.»

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen ist Sportchef bei Nau.ch. - Nau.ch

Kommentare

User #2503 (nicht angemeldet)

Wenn man Trickot anschaut dann sieht man er spielt nicht für YB sonder Für Thun. Das heisst jubeln erlaubt. Das sollte denen Doch bewusst sein er so lange er für Fc Thun spielt darf er Jubeln Yb hat in Ja ausgelehnt. Oder kommt YB mit der 4:1 Niederlage nicht zu recht und schiesst jetzt so gegen Imeri?

User #6429 (nicht angemeldet)

Er hat ein Tor geschossen, da Jubelt man. Selber Schuld wenn man Spieler ausleiht.

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