Christian Fassnacht wusste schon vor WM, dass er zurücktreten wird
Im SRF-Sportpanorama hat Christian Fassnacht verraten, wie er den emotionalen Nati-Rücktritt für sich entschied – und wie es nun bei YB weitergeht.

Das Wichtigste in Kürze
- Christian Fassnacht hat nach acht Jahren und der WM seine Nati-Karriere beendet.
- Im Sportpanorama spricht der 32-Jährige ausführlich über den Entscheid.
- Demnach fällte er diesen schon vor der WM, kommunizierte ihn aber lange nicht öffentlich.
Daran muss sich Christian Fassnacht wohl erst noch gewöhnen: Normalerweise wäre er am Sonntagabend am Packen gewesen, um sich für den nächsten Nati-Zusammenzug bereit zu machen. Diesmal hatte er jedoch frei – und war stattdessen im SRF-Sportpanorama zu Besuch.
Auf diesen Umstand angesprochen, meinte der Ex-Nati-Spieler: «Es ist ein spezielles Gefühl. Ich bin es noch nicht gewohnt. Vor allem ist es eine extrem lange Nati-Pause. Ich habe aber auch noch Ferien zugute, weil ich im Sommer an der WM darauf verzichten musste.»
Der Zusammenzug der Nati beginnt derweil am heutigen 21. September mit einem Trainingslager in der Südtürkei. Anschliessend warten innerhalb von elf Tagen vier Spiele in drei Ländern – dieses Mal eben ohne Fassnacht.
Christian Fassnacht: «Da kamen ein paar Tränen»
2018 hatte Christian Fassnacht sein Nati-Debüt gegeben, ganz ohne vorherige Juniorenauswahl. Acht Jahre lang gehörte der jetzt 32-Jährige anschliessend zum Kreis der Schweizer Nationalmannschaft. Nach der WM in Kanada ist nun Schluss. Dass es sein letztes Turnier sein würde, wusste der YB-Profi bereits vor dem Abflug.
«Ich habe mir schon vor der WM vor Augen geführt, dass es mein letztes Turnier sein wird», erzählte er. Deshalb habe er sich vorgenommen, die letzten Wochen mit der Nati noch einmal richtig zu geniessen. Öffentlich kommunizierte er den Entscheid zunächst nicht – nur seine engsten Vertrauten wussten davon.

Aus seinem Umfeld habe er durchwegs positive Reaktionen erhalten. «Sie konnten den Zeitpunkt nachvollziehen», so Christian Fassnacht. Als die erste Nati-Pause nach der WM näher rückte, rief Fassnacht dann auch Nati-Trainer Murat Yakin an.
Der Anruf ging ihm nahe: «Da wurde ich nochmals emotional, als ich das Telefon aufgehängt habe. Da kamen ein paar Tränen.» Yakin habe Verständnis gezeigt, wie Fassnacht erzählte: «Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich wahrscheinlich nicht unbedingt zurücktreten müssen.» Für ihn selbst habe sich der Schritt aber richtig angefühlt.
YB mit neuer Energie – und Fassnacht als tragende Säule
Während die Nati ohne ihn in ein Trainingslager nach Südtürkei reist, ist Fassnacht bei den Young Boys längst wieder gefordert. Der Verein scheint die schwierigen letzten Jahre hinter sich gelassen zu haben. Es geht ein Ruck durch die Mannschaft, spürbar auch dank Fassnacht selbst: Sieben Spiele, vier Tore stehen für ihn in dieser Saison bereits zu Buche.
Auf die Frage, wo die Reise mit YB in dieser Saison hingehen soll, zeigte sich Fassnacht zuversichtlich, aber realistisch: «Sicherlich nach oben – natürlich hoffe ich ganz oben zum Schluss. Es gibt aber momentan noch ein, zwei Vereine, die dort auch noch mitreden wollen.»

Er spüre eine sehr positive Energie im Team, das enger zusammengerückt sei. Auch das Fehlen des internationalen Geschäfts habe dem Kader gutgetan: «Das Kader musste verkleinert werden. Du hast jetzt keine Spieler, wo unzufrieden sind, wenn sie nicht genügend Spielzeit bekommen.«
Nun sei die Mannschaft kompakter und eingeschworener, so Fassnacht: «Momentan haben wir eine richtig coole Truppe zusammen und einen Cheftrainer, der weiss, wie man Titel holt. Die Weichen sind gestellt.»








