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    Wolfsburg-Trainer Kovac und die Kruse-Debatte

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    Bisher blieb der grosse Knall zwischen Trainer Niko Kovac und Routinier Max Kruse aus. Doch die Unzufriedenheit auf beiden Seiten wächst.

    Wolfsburgs Trainer Niko Kovac reagierte genervt auf die Fragen nach Max Kruse..
    Wolfsburgs Trainer Niko Kovac reagierte genervt auf die Fragen nach Max Kruse.. - Swen Pförtner/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Niko Kovac ist genervt.

    Derzeit würde Wolfsburgs Trainer gern über viele andere Themen sprechen, aber die Fragen einiger Reporter zielen immer wieder auf die fehlende Einsatzzeit von Starstürmer Max Kruse ab.

    Nach dem 0:0 des VfL gegen den FC Schalke 04 in der Fussball-Bundesliga platzte dem 50-Jährigen der Kragen, als er die Situation von Kruse einschätzen sollte: «Mensch, hör doch mal auf! Sei nicht langweilig! Das langweilt doch, jedes Mal dasselbe», sagte Kovac zu einem TV-Reporter.

    Der 34-jährige Routinier Kruse war in allen drei Ligaspielen der neuen Saison immer als Reservespieler zum Einsatz gekommen. Vor einigen Tagen hatte er die fehlende Einsatzzeit beklagt: «Dass ich nicht zufrieden bin mit der Rolle, die ich im Moment habe, ist ganz klar.» Kruse will mehr Spielanteile bekommen.

    Kruse, immer wieder Kruse

    Die Fragen zur Causa des Stürmers nehmen mittlerweile auch ulkige Züge an. Bei der Pressekonferenz vor dem Schalke-Spiel lächelte Kovac den Reporter der «Bild» in Erwartung einer Kruse-Frage an, der dann aber nichts zum Angreifer wissen wollte. Das erledigte dann der Kollege der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung» zwei Fragen später. «Dann fragst du heute, da habt ihr euch schon abgesprochen», sagte Kovac lächelnd.

    Mit dem Lächeln war es dann nach dem enttäuschenden Spiel gegen Schalke, dass die Wölfe als bessere Mannschaft hätten gewinnen müssen, vorbei. Kovac fügte in dem Sky-Interview hinzu: «Wir wollen über Fussball reden. Da sind neun andere, zehn mit Torhüter», sagte der frühere Münchner Meistertrainer.

    Auf die Nachfrage, dass Kruse in der vergangenen Rückrunde bester Wolfsburger Torschütze war, entgegnete Kovac: «Ich war auch mal Fussballer und ich kann mir nicht anmassen, dass ich jetzt hier noch spiele. Das, was früher mal war. Wir waren damals jung, hübsch vielleicht. Ist nicht mehr. Wir sind jetzt alt, faltig.»

    Er müsse nicht immer jeden Spieler kommentieren, meinte der Kroate und betonte: «Wir haben heute in der zweiten Halbzeit alle eine sehr gute Leistung gesehen, in der ersten Halbzeit war es ordentlich.» Kruse wurde erneut in der zweiten Halbzeit eingewechselt.

    Kruse war im Winter für viel Geld von Union Berlin verpflichtet worden und sollte das Team um Trainer Florian Kohfeldt, mit dem der Ex-Bremer immer gut auskam, stabilisieren und aus der Negativserie heraus manövrieren. Die Mission erfüllte Kruse. In 14 Ligaspielen erzielte er sieben Treffer und bereitete einen vor.

    Während für seinen vertrauten Trainer Kohfeldt nach dem letzten Spieltag der vergangenen Saison Schluss war, musste sich der Lebemann Kruse mit dem Disziplin-Fanatiker Kovac anfreunden. Bisher kommt er nach drei Partien in der Bundesliga auf 89 Spielminuten - zu wenig für den Anspruch des Stürmers.

    Kommt es zum grossen Knall?

    Der grosse Knall zwischen beiden blieb bislang aus, aber wie geht es mit dem Angreifer und dem VfL weiter? Das Transferfenster ist noch bis zum 1. September geöffnet. Und Kruse, der mittlerweile auch neben dem Platz Projekte wie das Rennteam «Max Kruse Racing» verfolgt, ist immer für eine Überraschung gut. Denkbar sind daher auch unkonventionelle Schritte - oder er sitzt die Zeit beim VfL mit seinem gut dotierten Vertrag ab und hofft auf mehr Einsatzzeit unter Kovac. Aber passt das zum Routinier, der zuletzt noch sagte: «Ich bin 34, immer noch im guten Fussball-Alter - und es gab noch keine Saison, in der ich wirklich richtig scheisse gespielt habe.»

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