Der Schiedsrichter-Experte Lutz Wagner kann die Rote Karte gegen Eintracht Frankfurts Randal Kolo Muani im Champions-League-Achtelfinale nachvollziehen, findet den Platzverweis aber nicht alternativlos.
Der Frankfurter Randal Kolo Muani (M.) sah gegen Neapel die Rote Karte.
Der Frankfurter Randal Kolo Muani (M.) sah gegen Neapel die Rote Karte. - Uwe Anspach/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Es gebe auch gute Argumente für eine Gelbe Karte, etwa das Berühren des Balles kurz vor dem Tritt und das natürliche Abstellen des Fusses nach Kolo Muanis Schritt.

«Die Rote Karte war möglich, aber nicht zwingend. Natürlich will Kolo Muani dieses Foul nicht begehen, aber er nimmt hohes Risiko und vom Trefferbild und von der offenen Sohle her ist Rot keinesfalls falsch», sagte der DFB-Regelexperte Wagner dem «Kicker» über den Platzverweis im Achtelfinal-Hinspiel der Eintracht gegen den SSC Neapel (0:2).

Es gebe auch gute Argumente für eine Gelbe Karte, etwa das Berühren des Balles kurz vor dem Tritt und das natürliche Abstellen des Fusses nach Kolo Muanis Schritt. «Nach detaillierter Analyse der Szene wäre die Gelbe Karte mit Blick auf den Ablauf der Szene und den Charakter dieses Spiels die passendere Entscheidung gewesen», resümierte Wagner, der Mitglied in der Schiedsrichter-Kommission Amateure des Deutschen Fussball-Bundes ist.

Kolo Muani war nach einem harten Einsteigen gegen Neapels André-Frank Zambo Anguissa in der 58. Minute mit Rot vom Platz geflogen. Der Franzose traf Anguissa mit der Sohle auf den Unterschenkel, knapp oberhalb des Sprunggelenks. Schiedsrichter Artur Dias, der direkt neben dem Zweikampf gestanden und gute Sicht hatte, bewertete das Vergehen als grobes Foul. Frankfurt kassierte in Unterzahl nicht nur den zweiten Gegentreffer, sondern muss im Rückspiel Mitte März in Italien auch auf den Toptorjäger verzichten.

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