US-Bericht: Missbrauch im Frauenfussball «tief verwurzelt»

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    USA,

    Sexueller Missbrauch im US-Frauenfussball ist laut einer unabhängigen Untersuchung systembedingt. Davon betroffen sind mehrere Mannschaften und Spielerinnen.

    Paul Riley
    Trainer Paul Riley war entlassen worden, nachdem zwei Spielerinnen Vorwürfe wegen Belästigung und sexueller Nötigung erhoben hatten. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Missbrauch im amerikanischen Frauenfussball hat offenbar System.
    • Das schrieb die ehemalige Generalstaatsanwältin Sally Q. Yates.

    Demnach sei Missbrauch in der Major League Soccer der Frauen «tief verwurzelt» - beginnend in den Jugendligen -, «der verbal missbräuchliches Coaching normalisiert und die Grenzen zwischen Trainern und Spielern verwischt», schrieb die ehemalige US-Generalstaatsanwältin Sally Q. Yates in ihrem Untersuchungsbericht.

    Die Untersuchung war eingeleitet worden, nachdem die beiden ehemaligen Spielerinnen Sinead Farrelly und Mana Shim Vorwürfe gegen den Trainer der Carolina Courage, Paul Riley, wegen Belästigung und sexueller Nötigung erhoben hatten. Riley wurde anschliessend entlassen. In der Folge wurde bekannt, dass die National Women's Soccer League (NWSL) Hinweise darauf ignoriert und unter den Teppich gekehrt hatte. Liga-Chefin Lisa Baird trat zurück. Es wurde deutlich, dass das Problem weitverbreitet ist. Fünf von zehn Trainern in der NWSL wurden wegen Vorwürfen von Fehlverhalten entweder entlassen oder traten zurück.

    US Soccer will Massnahmen ergreifen

    Die Untersuchung konzentrierte sich auf drei ehemalige Trainer: Riley, Christy Holly von Racing Louisville und Rory Dames von den Chicago Red Stars. In der Untersuchung wurden mehr als 200 Personen befragt und 89.000 Dokumente gesichtet. US-Fussballpräsidentin Cindy Parlow Cone nannte die Ergebnisse «herzzerreissend und zutiefst beunruhigend» und fügte hinzu: «Der beschriebene Missbrauch ist unentschuldbar und hat auf keinem Spielfeld, in keiner Trainingsstätte oder am Arbeitsplatz etwas zu suchen.»

    US Soccer kündigte als Sofortmassnahme an, ein Büro zu eröffnen, das die Sicherheit der Spielerinnen und die Verhaltensrichtlinien überwacht. Ausserdem soll eine zentrale Datenbank errichtet werden, in der Personen aufgeführt werden, gegen die Disziplinarverfahren, Suspendierungen oder Sperren ausgesprochen werden. Ferner soll ein Mindeststandard für Zuverlässigkeitsüberprüfungen für alle Mitglieder des US-Fussballs auf allen Ebenen des Spiels, einschliesslich des Jugendfussballs eingeführt werden.

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