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    Terodde-Tore als Gjasula-Glück: HSV erobert Tabellenspitze

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    Zwei Spiele, sechs Punkte - der Hamburger SV startet optimal in die 2. Fussball-Bundesliga. Beim 4:3 in Paderborn zeigt die Mannschaft von Daniel Thioune eine lange vermisste Tugend. Der neue Cheftrainer belohnt seine Spieler auf seine Weise.

    Hamburger Matchwinner in Paderborn: Simon Terodde (r). Foto: Friso Gentsch/dpa
    Hamburger Matchwinner in Paderborn: Simon Terodde (r). Foto: Friso Gentsch/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Aus dem Spielerkreis von Sieger Hamburger SV brandete einige Minuten nach dem Schlusspfiff noch einmal Jubel in der fast leeren Benteler-Arena in Paderborn auf.

    «Man kann Spielern neben monetären Dingen auch über Freizeit sehr, sehr viel Freude bereiten», sagte HSV-Cheftrainer Daniel Thioune im TV-Sender Sky nach dem aufregenden 4:3 seines Teams beim Bundesliga-Absteiger SC Paderborn. Er habe seiner Mannschaft nach einem Regenerationstag versprochen, am Mittwoch frei machen zu dürfen, erklärte der 46-Jährige. «Dann fällt der Jubel vielleicht doch grösser aus als bei dem ein oder anderen Tor.»

    Erstmals seit zehn Monaten ziert der HSV nach zwei Spieltagen wieder die Tabellenspitze in der 2. Fussball-Bundesliga. Mit zwei Siegen sind die Hanseaten seit ihrem Abstieg 2018 noch nie in die Zweitliga-Saison gestartet. Das war auch nicht zwingend zu erwarten angesichts der Anfangsgegner wie den Erstliga-Absteigern Fortuna Düsseldorf und SC Paderborn. «Das war nicht ohne», meinte Torjäger Simon Terodde.

    Der Stürmer hat selbst massgeblichen Anteil an der Positiv-Bilanz des HSV. Die Rolle des Zweitliga-Torgarants erfüllt der 32-Jährige bislang auch in Hamburg: ein Doppelpack gegen Düsseldorf (2:1), ein weiterer in Paderborn. Seine Treffer zum 2:0 und zum 3:3 am Montagabend waren bereits die Tore 121 und 122 in seinem 222. Zweitliga-Spiel. Damit löste er Sven Demandt als Top-Torjäger der eingleisigen 2. Liga ab.

    «Ganz ehrlich. Im Spiel habe ich nicht eine Sekunde daran gedacht», meinte Terodde. Es sei eine schöne Randnotiz. «Sicher kann man in fünf oder zehn Jahren zurückblicken und mit den Jungs im Partykeller sitzen, Bierchen trinken und darüber sprechen.» Jetzt aber gibt es Wichtigeres für ihn: «Ich möchte eine sehr, sehr gute Saison spielen mit dem HSV, da habe ich richtig Bock drauf.»

    Beinahe noch erstaunlicher als Teroddes Treffsicherheit und die spielerische Reife waren die Nehmerqualitäten der Hamburger beim Spektakel in Ostwestfalen. Binnen vier Minuten nach 2:0-Führung mit 2:3 in Rückstand zu geraten durch zwei Aussetzer ausgerechnet des ehemaligen Paderborners Klaus Gjasula, dann die Ruhe zu bewahren und nach der Pause zurückzukommen, zeugen von Stabilität und mannschaftlicher Geschlossenheit. Eigenschaften, die der HSV in der letzten Saison bei ähnlichen Spielverläufen selten zeigte.

    «Das Wichtigste als Mannschaft, wenn man wachsen will, war der Moment, dass wir für Klaus Fussball spielen wollten, dass er nicht mit einem schlechten Gefühl aus Paderborn wegfährt», erklärte Thioune. Gjasula selbst atmete nach der Partie erst einmal durch. «Mir ist mit dem Abpfiff ein Fels vom Herzen gefallen», sagte der 30 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler. «Ich möchte mich bei der Mannschaft bedanken, dass sie meine Fehler ausgebügelt hat und wir am Ende noch gewonnen haben.»

    Nach dem Tag Pause geht es für die Hamburger schon am Sonntag mit einem unerwarteten Spitzenspiel weiter: Dann kommt der Tabellenzweite Erzgebirge Aue. Nach dem emotionalen Auf und Ab und dem Happy End in Paderborn ist die Zuversicht am Volkspark aber gewachsen. «Das hilft uns auf unserem Weg», meinte Thioune zum perfekten Saisonstart.

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