Sollte Liverpool bei Trainer Arne Slot die Reissleine ziehen?
Dem FC Liverpool droht eine Pleiten-Saison – und das Verpassen der Champions League. Sollte man sich sofort von Arne Slot trennen? Bei Nau ist man sich uneinig.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Trainer-Stuhl von Arne Slot wackelt gewaltig.
- Nach dem 0:2 in Paris schwinden auch die letzten Titel-Hoffnungen.
- Sollten die Reds am Niederländer festhalten oder die Reissleine ziehen? Das sagt Nau.ch.
Drei Niederlagen in Folge und die letzten Titel-Hoffnungen des FC Liverpool sind so gut wie begraben. Nach dem 0:2 in Paris brauchen die Reds in der Champions League einmal mehr ein Wunder an der Anfield Road.
Die Zeichen bei Arne Slot stehen auf Abschied – es ist wohl nur eine Frage des richtigen Zeitpunkts.
Pascal Moser, stv. Sportchef
«In der schwierigen Saison nach der Ära von Jürgen Klopp wird Arne Slot mit dem FC Liverpool Meister. Damit hätten wohl nur die wenigsten gerechnet. Dass an der Anfield Road jetzt der Wurm drin ist, liegt nicht nur an ihm. Einige Spieler haben ihren Zenit überschritten.

Natürlich ist hier die Rede von Mohamed Salah, der seiner Form weit hinterher rennt. Mit seiner öffentlichen Kritik wegen mangelnder Spielzeit goss er ordentlich Öl ins bereits lodernde Feuer. Ende Saison trennen sich die Wege – wohl ein Jahr zu spät.
Und auch in der Defensive weisen die Reds grosse Mängel auf. Virgil van Dijk, einst vielleicht der beste Verteidiger der Welt, hat an Souveränität eingebüsst. Im Juli wird der Niederländer 35 Jahre alt. Ob er nächste Saison noch einen Stammplatz hat, darf mit den aktuellen Leistungen angezweifelt werden.

Arne Slot kann einem auch etwas leid tun. Die Vergangenheit hat gezeigt: Nach einer Trainer-Ära braucht es oft Zeit, um wieder an grosse Erfolge anzuknüpfen. Das hat man bei Manchester United nach Sir Alex Ferguson und Arsenal nach Arsène Wenger gesehen. Bei Liverpool verzögerte sich der Effekt ein wenig.
Jetzt den Trainer zu wechseln – um wohl Xabi Alonso zu holen – wäre unsinnig. Auch unter dem Spanier ist die verkorkste Saison nicht zu retten. Es braucht im Sommer einen Umbruch. Und der neue Mann an der Seitenlinie braucht Zeit, um diesen herbeizuführen.»

Ronny Reisch, Sport-Redaktor
«Über 400 Millionen Franken hat der FC Liverpool im Sommer 2025 in Neuzugänge investiert – mehr als jeder andere Club. Doch nach diesem Rekordsommer ist der Wurm drin: In der Liga liegt der Titelverteidiger bereits 21 Punkte hinter Leader Arsenal zurück.
Nach der 0:4-Klatsche im FA-Cup-Viertelfinal und der 0:2-Schlappe im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League hat Arne Slot kaum noch Argumente. Die Mannschaft liefert biederen Fussball und keine Resultate.

Höchste Zeit zu handeln, bevor auch die Champions-League-Qualifikation verspielt wird: Chelsea auf Platz 6 ist nur noch einen Punkt entfernt.
Die Lösung liegt auf der Hand: Xabi Alonso sollte das Ruder übernehmen. Durch seine fünf Jahre als Liverpool-Spieler – inklusive Champions-League-Sieg 2005 – geniesst er bei den Fans weiterhin grosses Ansehen.
An seinen Trainerqualitäten bestehen seit der Double-Saison mit Bayer Leverkusen kaum Zweifel. Bei Real Madrid scheiterte er zwar an den grossen Egos, hatte aber eine deutlich bessere Bilanz als Nachfolger Álvaro Arbeloa.

Auch die Spielerprobleme sprechen für einen Wechsel: Liverpools Star-Neuzugang Florian Wirtz tut sich im Slot-System schwer – während er in Deutschland unter Alonso brillierte. Ebenso konnte Frimpong zuletzt bei Alonsos Leverkusen seine Top-Form abrufen.
Liverpools Kaderqualität ist vorhanden. Was fehlt, ist ein Trainer, der das Potenzial der Spieler tatsächlich ausschöpft. Um die Saison noch halbwegs erfolgreich abzuschliessen, muss Slot gehen – dann wäre ein Rückspiel-Comeback gegen PSG noch möglich.»

















