Schweizer Ex-Spitzenschiri filmte Spielerinnen – verurteilt
Ein Schweizer Ex-Spitzenschiedsrichter und -Funktionär des SCR Altach filmte seine Spielerinnen in der Dusche. Jetzt wurde er verurteilt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Schweizer Ex-Altach-Funktionär wurde verurteilt.
- Er filmte Spielerinnen beim Duschen und Umziehen durchs Schlüsselloch.
- Es handelt sich dabei auch um einen ehemaligen Spitzenschiedsrichter.
Ein Schweizer filmte und fotografierte junge Spielerinnen in seiner Zeit als Altach-Funktionär heimlich beim Duschen und Umziehen.
Jetzt ist der Mann am österreichischen Landesgericht Feldkirch am Montag zu einer bedingten Haftstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Hinzu kommt eine unbedingte Geldstrafe von 1200 Euro (1100 Franken).
Der Andrang beim Gerichts-Saal war riesig, wie österreichische Medien berichten. Nicht alle, die reinwollten, hatten Platz. 15 Mädchen und junge Frauen werden auf dem Strafantrag als Opfer angeführt.

Letzten Herbst berichtete der «Blick», dass es sich beim gestern verurteilten Mann zudem um einen ehemaligen Schweizer Spitzen-Schiri handelt. Bis letzte Saison kam er auch in den obersten Schweizer Fussball-Ligen zum Einsatz.
Einige Spielerinnen waren minderjährig
Dass einige Opfer zum Zeitpunkt, als sie gefilmt wurden, noch minderjährig (sogar unter 14 Jahren) waren, wiegt im Verfahren schwer. Die Fotos wurden nicht an Dritte weitergegeben.
Schuldig bekennt sich der Ex-Altach-Funktionär, im Darknet ein Streaming-Abo einer kindesmissbräuchlichen Seite abgeschlossen zu haben.
Funktionär sagte zu Spielerinnen: «Kabine ist unser Zuhause»
«Altach wurde unser Zuhause. Dieses Zuhause wurde von jemanden zerstört, von dem wir dachten, er wäre ein Teil dieser Familie.» Das teilen die Spielerinnen in einer Stellungnahme mit.

Die Opferanwälte berichten zudem, der Mann habe Gespräche mit den Eltern geführt und ihnen gesagt: «Hier haben wir es gut.» Den Spielerinnen habe der Funktionär gesagt, dass «unsere Kabine unser Zuhause» wäre.
Opfer haben nun Angst vor öffentlichen Duschen
Genau dort wurden die Spielerinnen dann vom Schweizer gefilmt. Das hinterlasse einen nachhaltigen Schaden, so die Opferanwälte vor Gericht. «Spielerinnen haben nun Ängste in öffentlichen Duschräumen.»
Räume würden instinktiv mit den Augen abgesucht. Spielerinnen, die in ihren Duschräumen gesungen und getanzt haben, fühlen sich nicht mehr wohl. Andere, die regelmässig im Fitnessstudio waren, konnten sich monatelang nicht mehr überwinden, hinzugehen.
570 Franken Schmerzensgeld für die Opfer
Der Angeklagte zeigt Reue und entschuldigt sich. Allen Opfern muss der Schweizer eine Entschädigung von 625 Euro (570 Franken) zahlen.
Der Schweizer hat das Urteil angenommen. Die Staatsanwaltschaft hat aber um Bedenkzeit gebeten. Das Urteil ist somit noch nicht rechtskräftig.











