Extra Gelb geholt: Diese Notlüge rettet Bayern-Stars wohl vor Sperre
Grosse Diskussionen um Joshua Kimmich und Michael Olise: Die Bayern-Spieler holten wohl absichtlich Gelb. Eine Sperre droht offenbar nicht.

Das Wichtigste in Kürze
- Wirbel um die Bayern-Stars Kimmich und Olise.
- Die Vermutung: Beide holten Gelb, um im CL-Viertelfinal nicht vorbestraft zu sein.
- Während Ramos einst gesperrt wurde, kommen die Bayern-Spieler wohl davon.
- Ein cleveres Interview war wohl mitentscheidend.
Bayern München steht mit neun Zehen im Viertelfinal der Champions League. Beim 6:1-Hinspiel-Sieg in Bergamo holten sich Joshua Kimmich und Michael Olise kurz vor Schluss Gelbe Karten. Beide Spieler sehen die Karten wegen Zeitspiels.
Beide fehlen damit im Rückspiel, starten dann aber sauber in den Viertelfinal. Dort heisst der nächste Gegner Real oder City.
Diese Kimmich-Worte könnten Sperre verhindern
Der Bayern-Kapitän weist die Absichts-Vorwürfe zurück. «Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte», sagte Kimmich nach der Partie. Aufgrund des guten Hinspiel-Ergebnisses schaffe die Mannschaft das Weiterkommen auch ohne ihn.

«Ich glaube, wenn der (Bergamo-Spieler Yunus Musah; Anm. d. Red.) nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lang gebraucht auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, dann lässt es der Schiri vielleicht durchgehen», erklärt Kimmich.
Und schliesst: «Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig.»
Auf die direkte Frage nach Absicht antwortete Kimmich klar mit «Nein». Beobachter bemerkten jedoch, dass ihm ein Grinsen schwer zu unterdrücken schien...
Hummels: «Wir wissen alle, was passiert ist»
Auch Ex-Bayern-Star Mats Hummels sieht die Sache anders. Der Amazon-Prime-Experte vermutet bewusstes Handeln. «Ich glaube, wir wissen alle, was passiert ist», sagte Hummels laut den vorliegenden Informationen.
Er finde es wunderbar, wie Kimmich die Situation erkläre. Und das öffentliche Statement sei clever.
So wolle der Deutsche möglicherweise einer Bestrafung aus dem Weg gehen, wie sie früher Real Madrid ereilte. 2019 wurde Sergio Ramos für zwei Spiele gesperrt. Die Real-Legende hatte sich absichtlich eine gelbe Karte geholt und dies zugegeben.
Ramos foulte damals im Achtelfinal-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam bewusst kurz vor Schluss. Nach dem Spiel gestand er die Absicht ein. Die Uefa verhängte eine Zusatzsperre von zwei Spielen.
Kimmich kommt wohl ohne Sperre davon
Der europäische Fussballverband äusserte sich zurückhaltend zu möglichen Ermittlungen. Auf DPA-Anfrage wollte sich die Uefa nicht festlegen.
Sie teilte mit: «Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet.» Disziplinarmassnahmen würden auf der entsprechenden Homepage veröffentlicht.

Eine nachträgliche Sperre wie bei Ramos scheint unwahrscheinlich. Zum einen fehlen klare Beweise für Absicht. Zum anderen klingt Kimmichs Erklärung plausibel. Die französische Zeitung «L'Équipe» berichtet von einem unauffälligen Schiedsrichterbericht.
Schiedsrichter Espen Eskas aus Norwegen soll kein auffälliges Verhalten notiert haben. Dies spricht gegen eine bewusste Regelübertretung. Die Bayern-Profis dürften mit ihren Erklärungen eine Sperre mitverhindert haben.












