Eintracht Frankfurt läuft weiter vergeblich dem ersten Saisonsieg hinterher. Auch gegen Köln reicht es nur zu einem Unentschieden. Das nervt alle Beteiligten. Und die nächste Herausforderung wartet schon.
Frankfurts Cheftrainer Oliver Glasner wartet weiter auf einen Sieg. Foto: Arne Dedert/dpa
Frankfurts Cheftrainer Oliver Glasner wartet weiter auf einen Sieg. Foto: Arne Dedert/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Oliver Glasner versuchte es mit einem lockeren Spruch.

«Wieder ein Rekord, den ich aufstelle. Die meisten waren positiver Natur, muss man halt auch mal mitnehmen im Leben», sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt nach dem 1:1 (1:1) gegen den 1. FC Köln über die historische Negativserie der Hessen von sechs sieglosen Bundesligaspielen zum Saisonstart.

Doch die anhaltende Erfolglosigkeit zerrt an den Nerven aller Beteiligten - auch denen des in der Sommerpause aus Wolfsburg gekommenen Fussball-Lehrers. «Wir lechzen alle nach diesem Sieg und investieren sehr viel dafür. Wir sind nicht glücklich mit diesen vielen Unentschieden», räumte der 47 Jahre alte Österreicher ein. «Da geht es allen gleich, sowohl uns als auch den Fans.»

Fünf Unentschieden

Nach dem Aus im DFB-Pokal und der Niederlage in Dortmund spielte die Eintracht in der Liga fünfmal nacheinander remis. Das gab es zuvor erst zweimal - Anfang 2019 und Ende 2020. Hinzu kommt das 1:1 in der Europa League gegen Fenerbahce Istanbul. Macht in der Summe acht Pflichtspiele ohne Sieg - und am Donnerstag wartet auf Europas Fussball-Bühne bei Royal Antwerpen schon die nächste Herausforderung.

«Es ist gerade nicht ganz leicht. Man merkt, der eine oder andere Spieler lernt die Bundesliga erst kennen»», sagte Glasner und analysierte: «Wir staffeln uns nicht gut und haben wenig Anspielstationen. Viele Fehler machen wir, weil wir hektisch sind und schlechte Entscheidungen treffen.»

Das war auch gegen Köln so. Nach dem frühen Rückstand durch Ellyes Skhiri (14. Minute) gelang Rafael Borré (45.+6) mit seinem ersten Bundesligator lediglich noch der Ausgleich vor 24 000 Zuschauern, von denen einige ihre Lieblinge nach dem Abpfiff erstmals mit Pfiffen verabschiedeten. «Wir müssen unsere Leichtigkeit behalten und nicht verkrampfen. Wir haben Qualität, aber müssen sie mehr auf den Platz bringen», forderte Nationaltorwart Kevin Trapp.

Keine Form der Vorsaison

Immerhin nahm die Eintracht noch einen Punkt mit und baute ihre Heimserie auf 22 Bundesligaspiele ohne Niederlage aus. Vergleichbares gelang erst einmal in der Vereinsgeschichte: Zwischen 1971 und 1973 blieben die Hessen zuhause sogar 27 Mal nacheinander ungeschlagen. «Insgesamt ist es positiv, dass wir nicht verloren haben und die Heimserie ausgebaut haben», sagte Trapp. «Wir wollen aber auch Spiele gewinnen, das ist klar.»

Derzeit sind die Frankfurter jedoch weit von der Form der Vorsaison entfernt, als sie die Liga lange aufmischten und sogar fast in die Champions League gestürmt wären. Mit nur fünf Punkten steht das Glasner-Team nach sechs Spielen im Tabellenkeller. «Wir haben einen Prozess und viel Arbeit vor uns», warb der Trainer um Geduld. Doch die könnte bald aufgebraucht sein.

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