ZSC Lions: Ex-Goach Grönborg nach Prügel-Orgie in Finnland gesperrt
Rikard Grönborg, Ex-Coach der ZSC Lions, wird in Finnland für drei Spiele gesperrt. Es kam zu einer Prügel-Orgie. Der Schwede soll diese durchgewunken haben.
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Das Wichtigste in Kürze
- Im Spiel zwischen Tappara und JYP knallt es heftig.
- Nach zahlreichen Schlägereien werden insgesamt 226 (!) Strafminuten verteilt.
- Rikard Grönborg wird vorgeworfen, die Schlägereien angeordnet zu haben.
- Der Schwede wird für drei Spiele gesperrt.
Heftige Vorwürfe gegen Rikard Grönborg, den ehemaligen Coach der ZSC Lions!
Die finnische Eishockeyliga hat nach den Ausschreitungen vom vergangenen Mittwoch ihre Strafen verhängt. Der Verein Tappara muss eine Geldstrafe von 10'000 Euro zahlen. Cheftrainer Grönborg wird für drei Spiele gesperrt.

Was ist passiert? Beim Duell zwischen Tappara Tampere und JYP Jyväskylä kam es zu mehreren Schlägereien auf dem Eis. Insgesamt werden 226 Strafminuten ausgesprochen, Tappara gewinnt mit 4:1.
Bereits nach 17 Sekunden flogen zwischen Emil Sylvegård (Tappara) und Antti Tyrväinen (JYP) die Fäuste. In den Schlussminuten folgten zwei weitere Faustkämpfe zwischen den Spielern.

Der Vorwurf: Grönborg soll seinen Spielern Anweisungen zum Prügeln gegeben haben. Oder die Prügeleien zumindest durchgewunken haben.
Der schwedische Trainer, der zwischen 2019 und 2023 in Zürich an der Bande stand, weist die Vorwürfe zurück. Genauso sein Club Tappara.
Direkte Beweise hat die Liga zwar nicht. Dennoch kommt sie nun zum Schluss, dass der Trainer Verantwortung trägt.
Liga sieht Ex-Trainer der ZSC Lions in der Verantwortung
Die Disziplinarkommission begründet ihre Entscheidung mit dem Verhalten der Spieler.
«Die Disziplinarkommission stellt fest: Spieler handeln normalerweise nicht ohne die ausdrückliche oder stillschweigende Zustimmung des Trainerteams in aussergewöhnlicher Weise.» Eine Schlägerei beim ersten Spielerwechsel gehöre zu solchen Handlungen, wie es im Urteil heisst.

Die Untersuchung dauerte ungewöhnlich lange und wurde von Ligageschäftsführer Mikko Pulkkinen eingeleitet. Die Vereine erhielten bis Montag Zeit für weitere Stellungnahmen. Alle sechs beteiligten Spieler erhielten bereits Spielstrafen.
Schlägerei eine Rache-Aktion für Kopf-Check im Dezember?
Während der Verhandlung kam ein brisantes Detail ans Licht. JYP hatte die Liga nämlich bereits vor dem Spiel über geplante Vergeltungs-Massnahmen informiert.
Der Grund für die Spannungen kommt aus früheren Spielen im Dezember. Tyrväinen hatte damals Tapparas Kristian Tanus am Kopf getroffen. Für dieses Foul erhielt er eine Sperre von drei Spielen.
JYPs Assistenztrainer Santeri Heiskanen hatte nach dem Spiel öffentlich Vorwürfe erhoben. «Tapparas Cheftrainer hat die ganze Woche von Rache für das Foul an Tanus beim letzten Spiel in Tampere geschworen», sagte er.
Für diese Aussagen erhielt Heiskanen eine Verwarnung. Grönborg habe zwar von den Rache-Aktionen gewusst und diese nicht verhindert. Angeordnet, wie es Heiskanen behauptet, hat er sie aber nicht.
Schlägerei deutete sich schon beim Warm-up an
Bereits beim Aufwärmen sei klar gewesen, dass Sylvegård Tyrväinen angreifen würde, so Heiskanen.
Die Disziplinarkommission stellte denn auch fest, dass Sylvegård sich bereits beim Aufwärmen ungebührlich verhielt. Er habe absichtlich den Körperkontakt mit Tyrväinen gesucht.
Tappara argumentierte, Tyrväinen habe als Erster seinen Handschuh fallen gelassen. Die Kommission kam jedoch zum Schluss, dass Tyrväinen gezielt für den Kampf gesucht wurde. Die vorangegangenen Ereignisse hätten dies deutlich gemacht.
Liga unterscheidet zwischen spontanen und geplanten Schlägereien
Die Disziplinarkommission machte in ihrem Urteil eine wichtige Unterscheidung. Körperbetontes Spiel gehöre zum Eishockey, besonders in den Playoffs. Geplante Schlägereien würden jedoch die Grenzen überschreiten.
Nach Regel 46 des Eishockey-Regelwerks sind Schlägereien im europäischen Eishockey unerwünscht. Nicht spontane Schlägereien führen in der Liga stets zu Sperren.











