HC Davos oder Gottéron? Ein Blick in die Glaskugel ist riskant
Die Playoff-Finalissima in der National League steht bevor: Wir erwarten wenig Tore – aber es sind schwere Zeiten für Hockey-Propheten.

Das Wichtigste in Kürze
- Heute Abend fällt die Entscheidung in der National League.
- Holt sich Fribourg den ersten Meistertitel? Oder krönt sich der HCD zum 32. Mal?
- Ein Blick in die Glaskugel ist auch für Hockey-Experte Nicola Berger riskant.
Am Donnerstagabend kreuzen Davos und Gottéron ein letztes Mal die Klingen, im Spiel des Jahres unter dem gleissenden Scheinwerferlicht der Davoser Eishockey-Kathedrale.
Es hängt viel an diesem Spiel, und wer auch nur ansatzweise mit dem Eishockey-Metier verbandelt ist, dem wurde in den letzten 24 Stunden unweigerlich die Fragen aller Fragen gestellt: Wer macht’s?
Es ist fast nicht möglich, darauf eine seriöse Antwort zu liefern. Der Verstand sagt Davos, aber diese Serie hatte bisher mehr Wendungen als die «Blue Fire»-Achterbahn im Europapark.

Gottéron wirkte erledigt, nachdem das Team im fünften Vergleich in Davos eine 3:0-Führung aus der Hand gab und noch verlor. Aber die Trainer Roger Rönnberg und Lars Leuenberger schafften es, ihre Equipe ein weiteres Mal aufzurichten und diese Finalissima zu erzwingen.
Viele Tore in einer Finalissima? Wohl kaum
Seit der Saison 1997/98 werden die Playoffs der National League im Best-of-7-Modus ausgespielt. Eine Ausnahme gab es 2003/04, als ausgerechnet der Final in einer Best-of-5-Serie ausgetragen wurde. Und während der Pandemiesaison 2020/21.
Ein Spiel 7 in einem Finalduell war bisher neun Mal erforderlich, um den Meister zu krönen. Noch nie fielen dabei mehr als fünf Tore.

Und eigentlich ist das die einzige Prognose, die man wagen kann: Dass der nächste Abnützungskampf zu sehen sein wird, eine letzte Abwehrschlacht in diesem epischen Duell zweier Kollektive am Rand der Erschöpfung.
Eine, die nach (inklusive Qualifikation) zehn gespielten Vergleichen (und je fünf Siegen…) gleich viele Überraschungen füreinander bereithalten wird wie ein Paar, welches die Diamanthochzeit feiert.
Wer wagt den Blick in die Glaskugel?
Beim staatlichen Monopolisten Sporttip gibt es für 100 Franken Einsatz auf weniger als 5,5 Treffer immerhin 155 Franken zurück. Und für eine Prognose von weniger als 4,5 Tore sogar 210.
Nur: Es sind schwere Zeiten für Hockeypropheten. Denn wer hätte vor dem ersten Bully beim Saisonstart im September 2025 kommen sehen, dass Luca Cereda und Paolo Duca Ambri verlassen und der Nationaltrainer Patrick Fischer vor der Heim-WM freigestellt wird? Eben.
Wer zum Schlusspunkt dieser launigen Saison orakelt, tut das auf eigene Gefahr.
So endeten die früheren «Finalissime» der National League
2001: Lugano-ZSC Lions 1:2 nach Verlängerung
2007: Davos-Bern 1:0
2009: Kloten-Davos 1:2
2010: Bern-Servette 4:1
2012: Bern-ZSC Lions 1:2
2018: Lugano-ZSC Lions 0:2
2022: Zug-ZSC Lions 3:1
2023: Servette-Biel 4:1
2023: ZSC Lions-Lausanne 2:0












