Alba gegen Bayern - es ist das Duell der Schwergewichte im deutschen Basketball. In der Euroleague treffen beide Teams nun aufeinander.
Bayern-Trainer Andrea Trinchieri spricht mit seinen Spielern Ognjen Jaramaz und Corey Walden (r-l). Foto: Tobias Hase/dpa
Bayern-Trainer Andrea Trinchieri spricht mit seinen Spielern Ognjen Jaramaz und Corey Walden (r-l). Foto: Tobias Hase/dpa - dpa-infocom GmbH

Beide Clubs haben zum Saisonstart Sorgen. Nun kommen aber besonders die Bayern ins Rollen.

Ein Sieg gegen das Euroleague-Topteam Armani Mailand, Festtagsstimmung im Audi Dome - vor dem deutschen Duell mit Alba Berlin am Donnerstag (20.00 Uhr/Magentasport) in der europäischen Königsklasse nimmt das Starensemble von Trainer Andrea Trinchieri immer mehr Fahrt auf. «Es hat sich angefühlt, als sei der Basketball in den Audi Dome zurückgekehrt», sagte Geschäftsführer Marko Pesic. «Wer gestern in der Halle dabei war und diese Atmosphäre erlebt hat, dem ist klar, dass wir Grosses erreichen können», sagte Pesic nach dem 83:77.

Noch vor rund zehn Tagen war es um die Gemütslage der Münchner ganz anders bestellt. Die ersten vier Spiele in der Euroleague gingen verloren, in der Bundesliga taten sich die Bayern auch wegen vieler verletzter Spieler ebenfalls schwer. Schon gab es erste Fragezeichen, ob die Münchner an die grossen Erfolge der vergangenen Saison anknüpfen könnten, als die Qualifikation für das Final Four der Euroleague gegen Mailand nur hauchdünn verpasst wurde.

Trinchieri gewohnt blumig

«Das, was wir zum Saisonstart erlebt haben, würde jeden killen», sagte Trinchieri. «Wie kannst du da eine neue Mannschaft aufbauen?», fragte der Italiener angesichts der vielen Ausfälle. Ein Arbeitssieg nach Verlängerung gegen Giessen brachte dann die Wende. «Das war ein Sieg, den wir brauchten, nachdem wir litten und hinten waren», sagte der Bayern-Coach gewohnt blumig.

Es folgten Siege in der Euroleague in Kasan und nun gegen Mailand, sodass die Bayern in der Königsklasse mit einer Bilanz von 2:4-Siegen wieder einigermassen auf Kurs sind. «Wichtiger ist aber der Prozess und da sehe ich, dass wir auf einem guten Weg sind», sagte Pesic.

Gegen Mailand, einen der Topfavoriten auf den Euroleague-Titel, überzeugte vor allem Vladimir Lucic, der ebenfalls lange verletzt ausgefallen war. Mit 20 Punkten war der Serbe bester Bayern-Werfer, allein seine blosse Anwesenheit machte die Münchner besser. «Was auch immer ich sage, ist egal. Man sieht es daran, was auf dem Court passiert. Man sieht es an den Gesichtern seiner Teamkollegen, wenn er auf dem Feld steht», sagte Trinchieri über Lucic.

Lucic mit Gewinnergen

Der 32 Jahre alte Forward hat wie kaum ein anderer das Gewinnergen in sich, das sie bei den Bayern egal ob im Fussball oder Basketball so lieben. Manchmal schiesst Lucic mit seinem Ehrgeiz auch über das Ziel hinaus, wie im vierten Finalspiel der vergangenen Saison, als er gegen den alten und neuen deutschen Meister Alba Berlin kurz vor Schluss disqualifiziert wurde.

Lucic und die Bayern haben also noch etwas gutzumachen, wenn es am Donnerstag gegen den grossen deutschen Rivalen geht. «Die Rivalität ist unheimlich interessant und wir haben mit Alba noch eine Rechnung offen», sagte Bayern-Präsident Herbert Hainer bei Magentasport.

Die Bayern gehen nach dem beeindruckenden Sieg gegen Mailand als Favorit in das Duell mit den Berlinern, die wie die Münchner ebenfalls einen schweren Saisonstart erlebt haben. Im Kader gab es nach den Abgängen von Leistungsträgeren wie Niels Giffey, Peyton Siva oder Simone Fontecchio einen grossen Umbruch, die grösste Veränderung vollzog sich aber auf der Trainerbank, wo Israel Gonzalez auf Legende Aito folgte. Doch gegen die Bayern ist das alles egal. «Mit den Bayern verbindet uns natürlich eine gewisse Rivalität», kündigte Nationalspieler Johannes Thiemann einen beherzten Alba-Auftritt an.

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