Nach den neuerlichen Vorwürfen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen den Box-Weltverband IBA hat dieser in einem langen Statement seine Enttäuschung und Verwunderung ausgedrückt.
Der Russe Umar Kremlew ist Präsident des Boxweltverbandes IBA.
Der Russe Umar Kremlew ist Präsident des Boxweltverbandes IBA. - Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Während das IOC der IBA «keine klar ersichtlichen Bemühungen» bei Reformen unterstellte, behauptete der Boxverband das Gegenteil. Beim Verfahren zur Einsetzung von Kampfrichtern, der Urteilsfindung bei Kämpfen sowie bei Transparenz und demokratischen Strukturen spricht die IBA von deutlichen Fortschritten und stützt sich auf internationale Experten wie den als Doping-Ermittler bekannten Richard McLaren und den an der Universität Zürich tätigen deutschen Rechtswissenschaftler Ulrich Haas. Beide haben sich für neue Strukturen in der IBA engagiert. «Die gefühlte Doppelmoral in Bezug auf die gemeinsame Bewertung im Bereich der technischen Offiziellen bleibt äusserst enttäuschend», hielt die IBA dem IOC vor.

Das IOC beklagt vor allem fehlenden Reformwillen im Finanzwesen. Die IBA ist weiterhin vom Geld des russischen Energieriesen Gazprom abhängig und hat keinerlei Alternativen. Vor vier Monaten ist zudem der Russe Umar Kremlew als Verbandspräsident wiedergewählt worden. «Die Organisation hat einen neuen, demokratisch gewählten Vorstand und ist eine völlig neue Einheit. Fairness und Transparenz sind Worte, die im täglichen Arbeitsumfeld der IBA häufig verwendet werden», entgegnete die IBA.

Das IOC hält an seiner Drohung fest, Boxen nicht ins olympische Programm der Spiele 2028 in Los Angeles aufzunehmen. Bei den Spielen in Paris 2024 übernimmt das IOC wie schon für Olympia in Tokio die Qualifikation und die Organisation der olympischen Wettkämpfe. Dabei ist sie allerdings auf technische Offizielle der IBA angewiesen. Der Weltverband ist seit 2019 vom IOC suspendiert und wird von ihm nicht mehr finanziell unterstützt.

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