Obwohl sich alle sechs an den Plänen für eine europäische Fussball-Superliga beteiligten englischen Vereine von dem Projekt abwandten, will die britische Regierung eine Reform des Profi-Fussballs prüfen.
Oliver Dowden , Minister für Digitales, Kultur, Medien und Sport von Grossbritannien. Foto: Tayfun Salci/ZUMA Wire/dpa
Oliver Dowden , Minister für Digitales, Kultur, Medien und Sport von Grossbritannien. Foto: Tayfun Salci/ZUMA Wire/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Dem Radiosender LBC sagte Dowden, die Regierung wolle sich so wenig wie möglich in die Belange des Fussballs einmischen.

Eine von Fans geleitete Untersuchung solle dafür weiterhin Vorschläge erarbeiten, sagte der für Sport zuständige Minister Oliver Dowden im BBC-Fernsehen. Dabei solle es auch darum gehen, wie Fans mehr Mitspracherecht bekommen könnten, so der konservative Politiker.

Dem Radiosender LBC sagte Dowden, die Regierung wolle sich so wenig wie möglich in die Belange des Fussballs einmischen. Investitionen seien weiterhin willkommen. Dennoch wollte er die Einrichtung einer Aufsichtsbehörde für den Sport nicht ausschliessen. Auch die deutsche 50+1-Regel, wonach Investoren nicht die Mehrheit an einem Fussballclub halten dürfen, werde in Betracht gezogen. «Deutsche Clubs haben nicht an diesem Vorstoss (der Super League) teilgenommen», so der Minister. Das deutsche Modell sei daher etwas, das man sich anschauen werde.

Zwölf europäische Spitzenclubs, darunter sechs englische Premier-League-Vereine sowie Real Madrid und Juventus Turin, hatten in der Nacht zum Montag die Gründung einer milliardenschweren Super League angekündigt. Diese hätte in direkter Konkurrenz zur Champions League der Europäischen Fussball-Union UEFA gestanden. Aus der Bundesliga hatte sich kein Club der Super League angeschlossen. Finanziert werden sollte das Projekt durch eine US-Grossbank.

Nur rund 48 Stunden später sagten jedoch alle beteiligten sechs englischen Clubs ihre Teilnahme an dem Projekt nach heftigen Proteststürmen und Widerstand von Verbänden und Politik wieder ab. Die Super League gilt damit als gescheitert.

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