Zehn Jahre nach der Weltmeisterschaft in Deutschland sieht DFB-Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg die Frauen im Fussball immer noch weit unterrepräsentiert.
Wünscht sich mehr Frauen beim DFB: Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
Wünscht sich mehr Frauen beim DFB: Vizepräsidentin Hannelore Ratzeburg. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Um einen nachhaltigen Wandel herbeizuführen, bräuchte es grundlegende Strukturreformen.

«Der DFB hat ein Problem damit, Positionen mit Frauen zu besetzen. Wir brauchen Vorbilder, auch auf der Funktionärsebene», sagte die 69 Jahre alte Hamburgerin im Deutschlandfunk. Allerdings hätten Frauen im Deutschen Fussball-Bund auch sehr wenige Chancen, so wie sie ins Präsidium vorzustossen. Nur wenige Posten könnten derzeit überhaupt von Frauen besetzt werden.

Um einen nachhaltigen Wandel herbeizuführen, bräuchte es grundlegende Strukturreformen. «Und das ist ein dickes, dickes, dickes Brett», sagt Ratzeburg. «Dann müssten wir Satzungsänderungen vornehmen, weil wir auch die Strukturen für die Regional- und Landesverbände verändern müssten. Und ich glaube, das erlebe ich nicht mehr.»

Ratzburg forderte: «Wir sollten gar nicht mehr unterscheiden zwischen Männer- und Frauenfussball. Unser Sport heisst Fussball.» Bei der Heim-WM 2011 schied die deutsche Auswahl im Viertelfinale gegen den späteren Titelgewinner Japan aus.

Sorgen bereitet Ratzeburg die Entwicklung im Nachwuchsbereich. Die Mitgliederzahlen bei den Mädchen ging in den vergangenen zehn Jahren um 30 000 zurück. «Die grossen Vereine, die mehrere
Mädchenmannschaften haben, haben dieses Problem nicht. In den Ballungsräumen haben wir diese Einbrüche nicht, aber im Flächenland.»

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