«Manne i'd Hose» statt «Hopp YB» im Berner Wankdorfstadion
Statt Fussball dominierte im Berner Wankdorfstadion am Wochenende Schwingen. Über 26'000 Zuschauerinnen und Zuschauer, so viele wie noch nie zuvor an einem Bernisch Kantonalen Schwingfest, fanden sich am Sonntag zum ungewöhnlichen Happening ein.

So laut wie am Sonntagmorgen um kurz nach 09.00 Uhr wurde es in der letzten Saison während Fussballspielen der Young Boys im Wankdorf selten. Der Emmentaler Michael Moser, einer der «bösesten» Berner und Mitfavorit am Sonntag, hatte soeben den Schwingerkönig Armon Orlik aus dem Kanton Graubünden auf den Rücken gelegt.
Zum ersten Mal seit dem Triumph am Eidgenössischen Fest im letzten Herbst in Mollis GL war der König geschlagen. Das Publikum tobte und dürfte wohl den einen oder anderen Anwohner im Wankdorfquartier in der morgendlichen Ruhe gestört haben; die Partien der Young Boys werden normalerweise am Nachmittag oder Abend angepfiffen.
Die Schwinger waren deutlich früher unterwegs. Bereits um 06.00 Uhr öffneten sich die Türen des Stadions. Und als das Schwingfest zwei Stunden später mit dem obligaten Spruch «Manne i'd Hose» startete, sassen die Zuschauenden auch alle Pünktlich auf ihren Plätze – wie das im Schwingen üblich ist.
Volkstümliche Klänge statt «Hopp YB», Fabian Staudenmann statt Christian Fassnacht: Wankdorf und Schwingen – die auf den ersten Blick unübliche Kombination passte. Und sie sorgte anlässlich des 125-Jahr-Jubiläums des Bernischen Schwingerverbands für die grösste Kulisse an einem Kantonalen überhaupt.
Am Samstag hatten bereits die besten Berner Nachwuchsschwinger in den fünf auf dem Kunstrasen angelegten Sägemehl-Ringen antreten dürfen. Die «Bösen» schwangen aber nicht zum ersten Mal an diesem Platz. 1998 fand im alten Wankdorf gar das Eidgenössische Fest statt. Der erst 19-jährige Toggenburger Jörg Abderhalden liess sich damals erstmals als Schwingerkönig krönen.










