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    Gericht in Nordirland lässt umstrittene Oranier-Parade zu

    Keystone-SDA
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    Grossbritannien,

    Nur wenige Stunden vor Beginn einer umstrittenen Parade des protestantischen Oranier-Ordens in der nordirischen Stadt Portadown hat ein Gericht in Belfast die Zulassung des Umzugs bestätigt. Das Gericht müsse die Entscheidung der zuständigen Parades Commission als einer öffentlichen Einrichtung respektieren, sagte Richter Michael Humphreys laut der britischen Nachrichtenagentur PA am frühen Morgen zur Begründung. Die Parade sollte um 8.00 Uhr Ortszeit (9.00 Uhr MESZ) starten. Der Entscheidung gegen 2.15 Uhr war ein erbitterter Streit vorausgegangen.

    ARCHIV - Oranier während eines Anti-Protokoll-Protests in der nordirischen Stadt Markethill. Foto: Peter Morrison/AP/dpa/Archivbild
    ARCHIV - Oranier während eines Anti-Protokoll-Protests in der nordirischen Stadt Markethill. Foto: Peter Morrison/AP/dpa/Archivbild - Keystone/AP/Peter Morrison

    Die zuständige Parades Commission hatte den Umzug zunächst erlaubt und damit zugelassen, dass die sogenannten Orangemen heute entlang der Garvaghy Road durch einen überwiegend katholisch-nationalistisch geprägten Stadtteil Drumcree marschieren dürfen. Damit war es den Protestanten erstmals seit fast drei Jahrzehnten wieder erlaubt, entlang der Garvaghy Road zu ziehen.

    Seit 1998 hatte die zuständige Parades Commission den Marsch über die Strasse untersagt. In den 1990er-Jahren kam es im Zuge des sogenannten Drumcree-Konflikts zu teils schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen.

    Anwohner gegen Parade – Richter sieht «Eskalationspotenzial»

    Die Entscheidung wurde jedoch am Samstag von einer Anwohnergruppe vor Gericht angefochten, und Richterin Patricia Smyth erliess am High Court eine einstweilige Verfügung, mit der der Umzug wegen «Eskalationspotenzials» gestoppt wurde. Ein Mitglied des Oranier-Ordens focht dann die einstweilige Verfügung erfolgreich vor dem Berufungsgericht an. Anschliessend erhielt die Anwohnerkoalition wiederum die Erlaubnis, diese Entscheidung vor dem High Court anzufechten.

    In der Nacht hatte sich Medienberichten zufolge auf der Garvaghy Road eine grössere Menschenmenge versammelt. Vermummte hätten zudem das nördliche Ende der Strasse in Richtung Drumcree blockiert.

    Der Oranier-Orden wurde 1795 als Bund zur Erhaltung von Monarchie und Protestantismus in der Kleinstadt Portadown gegründet. Seine Mitglieder suchten damals Schutz vor Angriffen irischer Katholiken.

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