Der frühere DFB-Berater Bernhard Peters hält bei den grossen deutschen Sportverbänden eine Strukturreform für dringend erforderlich.
Der ehemalige DFB-Berater Bernhard Peters sieht grossen Reformbedarf bei den grossen Verbänden. Foto: Marcus Brandt/dpa/Archiv
Der ehemalige DFB-Berater Bernhard Peters sieht grossen Reformbedarf bei den grossen Verbänden. Foto: Marcus Brandt/dpa/Archiv - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • In beiden Verbänden sieht der ehemalige Hockey-Bundestrainer «viel zu wenig sportfachliche Führungskompetenz».

«Unstreitig ist, dass die Verbände mit ihren Strukturen der Musik hinterherlaufen», sagte Peters der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» mit Blick auf den Deutschen Fussball-Bund und den Deutschen Olympischen Sportbund. «Man kann das heute nicht mehr auf die Weise gestalten, wie es der DFB und der DOSB mit den Präsidialsystemen und dem ständigen Konfliktfeld zwischen Ehrenamt und Hauptamt noch immer versuchen», sagte Peters.

In beiden Verbänden sieht der ehemalige Hockey-Bundestrainer «viel zu wenig sportfachliche Führungskompetenz». Vor allem beim DFB, der im März ein neuen Präsidenten wählt, sei die Veränderung der Strukturen eine «Herkulesaufgabe». «Das ist brutal schwer, weil die Interessen dort derartig auseinanderlaufend sind», sagte Peters mit Blick auf kleinere Amateurclubs und Weltvereine wie den FC Bayern. Vorbilder könnten die Deutsche Fussball Liga mit ihrem Aufsichtsrat oder Vereine wie der FC Bayern oder Borussia Dortmund sein. «Die haben seit Jahren starke Vorstände und darunter eine kompetente Direktorenebene.»

Auch die Sportentwicklung in Deutschland wird aus Sicht von Peters durch die Strukturen gebremst. «So wie wir es machen, kann man keine systematische erfolgreiche Spitzensportentwicklung betreiben», sagte er. «Es geht im Zweifel immer wieder um Machtinteressen und Eitelkeiten.» Es brauche eine «zentralistischere und schlankere» Form. Die Strukturen bei den Verbänden seien «nicht zeitgemäss».

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