Bergsportpionier Max Eiselin 94-jährig verstorben

Keystone-SDA
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Bern,

Der Schweizer Bergsportpionier Max Eiselin ist am 9. Juli im Alter von 94 Jahren verstorben. Zuletzt sei er «auf einem steilen, strapaziösen Endspurt» zu seinem letzten grossen Gipfel gewesen, heisst es in einer von Eiselin verfassten Todesanzeige vom Dienstag.

Der Bergsteiger Max Eiselin, Expeditionsleiter der Dhaulagiri-Expedition, am 12. März 1960 vor dem Abflug auf dem Flughafen Kloten. (Archivbild)
Der Bergsteiger Max Eiselin, Expeditionsleiter der Dhaulagiri-Expedition, am 12. März 1960 vor dem Abflug auf dem Flughafen Kloten. (Archivbild) - KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/STR

Den Gipfel habe er nun erreicht – «körperlich ausgelaugt, aber zufrieden und frei wie ein Vogel», steht in der Todesanzeige in der «Luzerner Zeitung». Er schaue hinunter auf seinen langen Weg und habe noch einmal all das Schöne und Einmalige seiner Lebensreise vor Augen.

Eiselin erlebte mehrfach Einmaliges. Unter seiner Leitung gelang im Mai 1960 die Erstbesteigung des siebthöchsten Gipfels der Welt, des Dhaulagiri. In einem Beitrag auf der Webseite des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) beschreibt der damalige Expeditionsleiter, wie die Bergsteiger Rentierfellstiefel trugen, selbst genähte Zelte verwendeten und die Sauerstoffflaschen nicht genügend Druck hatten. «So wurden wir 'gezwungenermassen» die erste Expedition, die auf Sauerstoff verzichtete«, wird Eiselin zitiert.

Im Zuge der Erstbesteigung wurde auch das Flugzeug «Yeti» bekannt. Der Pilatus-Porter diente damals als Transportflugzeug bei der achten Expedition zur Erstbesteigung des Dhaulagiri. «Doch sollte es das Flugzeug sein, das Eiselin den Gipfel kostete», schreibt die «Neue Zürcher Zeitung» am Dienstag in einem Nachruf. Der Expeditionsleiter musste sich demnach um einen Motorenschaden des Flugzeugs kümmern – und verpasste so den Anschluss an seine Kameraden. Auf dem Gipfel des Achttausenders stand er selbst nicht.

Pioniergeist bewies Eiselin auch als Unternehmer. In den 1950er-Jahren eröffnete er als Erster in der Schweiz ein Geschäft, das Bergsportartikel verkaufte, wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt.

Als junger Bergsteiger und Skitourenfahrer konnte und wollte er sich mit dem oft sehr mageren Angebot an Bergausrüstung in den Sportgeschäften nicht abfinden, wie die Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Jahr 2017 schrieb. Anlass des Artikels war die Schliessung des letzten Eiselin-Bergsportladens in der Schweiz.

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