Der neue Zar der Schweden: «St. Emilsburg» Forsberg

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    Zlatan war, Zar Emil ist. RB Leipzigs Forsberg ist der Garant des schwedischen Erfolgs. Und dabei spielt eine EM-Stadt ganz im Norden eine besondere Rolle.

    Schwedens Emil Forsberg bejubelt ein Tor. Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP Pool/AP/dpa
    Schwedens Emil Forsberg bejubelt ein Tor. Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP Pool/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Emil Forsberg taufte die nördlichste EM-Stadt kurzerhand «St.

    Emilsburg». Dort, wo es im Sommer kaum dunkel wird, nicht mal 800 Flugkilometer von Forsbergs Heimatort Sundsvall entfernt.

    Dort, wo er mit RB Leipzig schon in der Europa und in der Champions League ungeschlagen blieb, hat Forsberg einen weiteren Beweis geliefert, dass er immer sehr genau bei Zlatan Ibrahimovic hingeschaut hat und seine Rolle als Schwedens neuer Anführer mittlerweile bestens ausfüllt.

    Forsberg fühlt sich in St. Petersburg wohl

    «Er war immer ein guter Fussballer, aber er hat sich auch als Typ verbessert», sagte Trainer Janne Andersson. «Er war immer wichtig für unser Nationalteam, aber es ist grossartig, dass er nun der entscheidende Spieler für unser Team sein kann.»

    Siegtorschütze in der EM-Vorrunde gegen die Slowakei, Doppeltorschütze beim 3:2 über Polen, beide Male in St. Petersburg. «Es fühlt sich super an. Es ist eine fantastische Stadt, und ich fühle mich hier sehr wohl», sagte Forsberg über die einstige Zarenstadt.

    Einmal mehr wurde der mittlerweile 29-Jährige, der Anfang 2015 vom schwedischen Meister Malmö FF zum damaligen Zweitligisten RB Leipzig gewechselt war, zum Spieler des Spiels gekürt. «Er macht einfach immer weiter und macht den Unterschied für uns. Zwei Tore sind fantastisch», sagte Andersson.

    Und auch in Leipzig können sie den Stolz und die Freude über das, was da gerade bei der EM mit und um Forsberg passiert, nicht verhehlen. «Wer ist blond, trägt gern rote T-Shirts, ist eine #RBL-Legende, posiert auch mal auf dem #Leipziger Marktplatz und steht mit der schwedischen Nationalelf bereits vor Anpfiff im @EURO2020-Achtelfinale?», hatte der Sachsen-Club bereits vor der nächsten Forsberg-Show samt dazu passendem Bild gewittert.

    Leiser Anführer

    Dank der beiden Treffer des fussballgenialen Offensivstrategen zogen die Schweden nicht nur zum erst zweiten Mal seit 2000 in die nächste EM-Runde ein. Sie schritten vorneweg als Erster, vor dem grossen Favoriten Spanien, dem Forsberg und seine Teamkollegen beim Auftakt ein 0:0 abgetrotzt hatten. Und auch da war deutlich geworden, wie Forsberg funktioniert und seine Rolle als leiser Anführer interpretiert: Er stellte sich in Sevilla komplett in den Dienst der defensiv eingestellten Mannschaft.

    All die Lobeshymnen scheinen Forsberg aber bisweilen eher unangenehm zu sein. Während sein grosses Vorbild Ibrahimovic (Forsberg vor der EM: «Ich habe viel von ihm gelernt, auch im Training. Wie er denkt, wie er spielt und wie er Fussball sieht.») dem Ruhm und der Extravaganz alles andere als abgeneigt ist, stellt sich Forsberg hintenan. «Jeder verdient grosses Lob. Das ganze Team ist grossartig drauf», sagte er in der Arena, nachdem auch die alten Klassiker von Abba aus den Stadionboxen verklungen waren.

    Von St. Petersburg ging es für die Schweden zurück ins EM-Camp nach Göteborg. Wohin die Reise als nächstes führt, steht fest: Glasgow. Der Gegner am Dienstag (21.00 Uhr) ist die Ukraine, die nach einer 0:1-Niederlage gegen Österreich nur als letzter der vier besten Dritten weiterkam. Mal sehen, welchen Namen Forsberg der schottischen Fussball-Stätte nach dem Spiel gibt.

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