Nicht nur Junge: Immer mehr Ü50-Jährige machen Sprachaufenthalte

    Vivian Balsiger
    Vivian Balsiger

    Obwalden,

    91 Prozent mehr – und das in den letzten zwei Jahren! Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer über 50 Jahren machen einen Sprachaufenthalt.

    ü50
    Immer mehr Personen über 50 packen ihre Koffer und lernen eine neue Sprache im Ausland. - EF / pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Immer mehr Personen über 50 machen einen Auslandaufenthalt, um eine Sprache zu lernen.
    • Bei EF ist die Zahl der Buchenden über 50 Jahren innert zwei Jahren um 91 Prozent gestiegen.
    • Sprachreisen in diesem Alterssegment werden häufig mit Ferien, Kultur und neuen Kontakten verbunden.

    Nach der Schule noch ein paar Monate Englisch in London, Französisch in Paris oder Spanisch in Madrid. Für viele gehört ein Sprachaufenthalt zum Erwachsenwerden einfach dazu.

    Doch jetzt mischen auch die Ü50 kräftig mit. Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer jenseits der 50 packen die Koffer und drücken nochmals die Schulbank. Freiwillig und mit jeder Menge Feriengefühl.

    Denn statt nur am Pool zu liegen, heisst es plötzlich: Vokabeln büffeln, Land und Leute kennenlernen und nebenbei die Welt entdecken.

    Der Boom ist nicht zu übersehen. Laurent Morel, Geschäftsführer des Bildungsanbieters EF (Education First) Schweiz bestätigt gegenüber Nau.ch den Trend klar: Er verzeichnet bei den «50+ Sprachaufenthalten seit einigen Jahren ein starkes Wachstum».

    Besonders deutlich zeigt sich das in den Zahlen: «In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Schweizer Teilnehmenden in dieser Altersgruppe um 91 Prozent gestiegen.» Also fast verdoppelt.

    Sprachreise statt klassische Ferien

    Sprachenlernen im Ausland wird laut Morel längst nicht mehr nur mit Schule, Studium oder Berufseinstieg verbunden: «Gerade Menschen über 50 nutzen sie zunehmend, um das Erlernen einer Sprache mit Reisen, kulturellem Austausch und neuen sozialen Kontakten zu verbinden.»

    Noch machen die Ü50 bei EF in der Schweiz allerdings einen relativ kleinen Teil der Kundschaft aus: Rund sieben Prozent der Teilnehmenden sind über 50 Jahre alt.

    Doch besonders auffällig: Wer einmal auf den Geschmack kommt, bleibt offenbar gerne dabei. Rund 15 Prozent buchen nach ihrer ersten Sprachreise gleich noch eine weitere.

    Malta unter den Spitzenreitern

    Und wohin zieht es die Schweizer Sprachreisenden über 50? Ganz oben auf der Liste steht Malta.

    Laurent Morel: «Besonders beliebt war in den vergangenen zwölf Monaten Malta, mit deutlichem Abstand, gefolgt von London und Rom.»

    Dabei zeigt sich auch ein klarer Geschlechterunterschied: «Rund 70 Prozent der Schweizer Teilnehmenden in diesem Segment sind Frauen.»

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    Malta ist die Lieblingsdestination der Ü50-Reisenden. - pexels

    Und das Alter kennt offenbar kaum Grenzen. Laurent Morel verrät: «Unsere bislang älteste Schweizer Teilnehmerin war 83 Jahre alt und ist für einen dreiwöchigen Sprachaufenthalt mit uns nach Honolulu gereist.»

    Auf die steigende Nachfrage reagiert EF mit speziellen Programmen für Menschen ab 45 Jahren. Dabei geht es nicht nur ums Büffeln: Sprachunterricht wird mit Kultur- und Freizeitaktivitäten kombiniert.

    Kochen, Museen, Kultur und Gastronomie gehören also ebenfalls zum Programm. «Gemeinsame Aktivitäten ergänzen den Unterricht», sagt Morel.

    Auch Klubschule bemerkt Boom

    Dass Sprachenlernen längst keine Frage des Alters mehr ist, zeigt auch die Migros Klubschule.

    Mediensprecherin Julia Hunziker sagt gegenüber Nau.ch: «Die Auswertung der Hauptsprachen aus dem Jahr 2024 zeigt, dass Sprachkurse in allen Altersgruppen besucht werden. Besonders hoch ist der Anteil von Teilnehmenden im Alter zwischen 40 und 69 Jahren.»

    Sprachreise mit 50+, wäre das etwas für dich?

    Bei vielen älteren Erwachsenen stehe dabei nicht der Job im Vordergrund, sondern die persönliche Lust am Lernen: «Für diese Zielgruppe bietet die Klubschule Migros unter anderem das Format ‹Schritt für Schritt› an.»

    Die Kurse seien auf ein individuelles Lerntempo ausgelegt und sollen eine entspannte Lernatmosphäre ermöglichen. Besonders beliebt seien zudem Konversationskurse.

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    Kommentare

    User #6447 (nicht angemeldet)

    und was ich auch gut finde, WIR müssen uns anpassen ...

    User #6447 (nicht angemeldet)

    Finde ich nicht nur gut sondern sehr wichtig. Du bist mal auf dem Friedhof nicht allein ....

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