Zürcher Stadtrat setzt auf Kontinuität bei Departementsverteilung
Bei der Departementsverteilung im Zürcher Stadtrat bleibt die grosse Rochade aus: Die Neuen übernehmen die freien Ressorts, Zwangsversetzungen gibt es somit keine. Am kommenden Mittwoch findet die konstituierende Sitzung statt.

«Wir haben eine gute Lösung gefunden», sagte der neue Zürcher Stadtpräsident Raphael Golta (SP) am Donnerstag vor den Medien. Die Gespräche über die Verteilung der Departemente seien «gut und konstruktiv» verlaufen. Das Resultat: Alle bisherigen – ausser Golta als neuem Stadtpräsidenten – behalten ihre bisherigen Funktionen. Die neu Gewählten übernehmen die freien Departemente.
Zu reden gab im Vorfeld insbesondere das Departement des bisherigen ÖV- und Energie-Chefs Michael Baumer (FDP). Mit dem Departement der Industriellen Betriebe hatte eigentlich der neu gewählte Grüne Balthasar Glättli geliebäugelt. Dieses bleibt jedoch in Baumers Händen. Und Glättli wurde das Schul- und Sportdepartement zugewiesen, das zuvor der abtretende FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger innehatte.
Von Enttäuschung wollte Glättli vor den Medien allerdings nichts wissen. Stattdessen sprach er von Motivation und Vorfreude auf seine neue Aufgabe. Er sei ein Politiker mit vielen Schwerpunkten, sagte er. Als Schul- und Sportvorsteher übernehme er nun zwar eine neue Rolle und betrete neue Themenfelder, sehe aber zugleich zahlreiche Anknüpfungspunkte. Darauf freue er sich sehr.
Schule sei für ihn weit mehr als ein Ort, an dem Wissen und Kompetenzen vermittelt würden. «Die Schule soll auch ein Ort der Integration und Inklusion sein. Ein Ort, an dem Gesellschaft entsteht», sagte der 54-jährige Glättli.
In die Fussstapfen des langjährigen Sozialvorstehers Golta, der nun das Präsidialdepartement übernimmt, tritt Céline Widmer (SP). Sie machte kein Geheimnis daraus, wie sehr sie sich über die Zuteilung des Departements freut: «Das Sozialdepartement ist mein absolutes Wunschdepartement», sagte die 47-jährige Widmer.
Sie freue sich darauf, Politik zu machen, die ganz nah an den Menschen sei. Zudem wolle sie sich weiterhin für ein soziales Zürich einsetzen. «Das kann ich am besten im Sozialdepartement.»
Neuer Vorsteher des Hochbaudepartements und damit Nachfolger von André Odermatt (SP) wird Tobias Langenegger (SP). Er habe «grossen Respekt» vor der Aufgabe, freue sich aber sehr auf die neue Verantwortung.
Besonders das Thema Verdrängung beschäftige viele Menschen in der Stadt. «Viele befürchten, ihr Zuhause zu verlieren», sagte Langenegger. Diese Sorgen will er ernst nehmen: «Zürich soll eine Stadt für alle Menschen bleiben, unabhängig von ihrem Rucksack», sagte 41-Jährige.
Ansonsten bleibt im Zürcher Stadtrat alles beim Alten: Karin Rykart (Grüne) behält das Sicherheitsdepartement, Daniel Leupi (Grüne) das Finanzdepartement, Andreas Hauri (GLP) das Gesundheits- und Umweltdepartement und Simone Brander (SP) bleibt Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements.






