Stadt Zürich

Zürcher Kantonsrat will keine Ausbildungspflicht bis 18 Jahre

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Das Zürcher Kantonsparlament will keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildungspflicht bis 18 Jahre. Es gebe bereits ausreichend Angebote für Abbrecherinnen und Abbrecher. Eine gesetzliche Vorschrift bringe ihnen wenig.

Für «Jugendliche ausserhalb des Bildungssystems» gebe es heute schon viele Angebote, findet eine Mehrheit im Kantonsrat. Eine gesetzliche Ausbildungspflicht bis 18 Jahre bringe da kein...
Für «Jugendliche ausserhalb des Bildungssystems» gebe es heute schon viele Angebote, findet eine Mehrheit im Kantonsrat. Eine gesetzliche Ausbildungspflicht bis 18 Jahre bringe da kein... - KEYSTONE/GAETAN BALLY

Für SP und EVP, welche das Postulat einreichten, ist eine Ausbildungspflicht bis 18 Jahre «kein Zwang, sondern ein Sicherheitsnetz», wie es Sibylle Jüttner (SP, Andelfingen) ausdrückte. Der Kanton solle alle Jugendlichen, die keinen Anschluss hätten, registrieren und ihnen aktiv Unterstützung anbieten.

Die Grünen teilten diese Meinung. «Erwachsene ohne Abschluss werden auf dem Arbeitsmarkt zu einer Risikogruppe», sagte Wilma Willi (Stadel). Es brauche eine systematische und möglichst früh einsetzende Beobachtung von Jugendlichen, die aus dem System herausfallen würden.

Die Mehrheit des Rats hielt dies jedoch für unnötig – weil es bereits viele Angebote für so genannte «Jugendliche ausserhalb des Bildungssystems» gebe, beispielsweise Berufsberatung und Case Management. «Eine gesetzliche Ausbildungspflicht bis 18 Jahre würde nur mehr Bürokratie schaffen. Ein echter Mehrwert wäre das nicht», sagte Nadia Koch (GLP, Rümlang). Das Parlament lehnte den Vorstoss schliesslich mit 95 Nein zu 72 Ja Stimmen ab.

Jedes Jahr lösen im Kanton Zürich etwa 2800 Lernende ihren Lehrvertrag auf. Die meisten von ihnen wählen einen anderen Ausbildungsweg. 21 Prozent, also etwa 550 Personen, kehren aber nicht in die Berufsbildung zurück. Dazu kommen etwa 500 Jugendliche, die nach der Sekundarstufe keine Anschlusslösung haben.

Pro Jahr gibt es im Kanton Zürich also etwa 1000 Jugendliche unter 18 Jahren, die arbeitslos und quasi «anschlusslos» sind. Beide Geschlechter sind gleichermassen betroffen.

Andere Kantone haben eine gesetzliche Ausbildungspflicht bis 18 Jahre: Der Kanton Tessin seit 2021, Genf seit 2018. Auf nationaler Ebene hatte dieses Anliegen bisher keine Chance. Die Kantone seien in der Verantwortung.

Kommentare

User #6212 (nicht angemeldet)

Abgänger mit 16 können nicht wirklich mithalten, erstens mit dem Lohn, zweitens müssen sie 2. Arbeit aufnehmen.... das sieht man immer wieder in USA diese ohne Ausbildung, die 2-3 Teilzeit-Arbeit mit Schiften tun, damit sie finanziell durchkommen! Wenn junge Leute nicht mit dem Lohn durchkommen, muss der Staat sie füttern, oder wie geht das? Wäre doch eine Ausbildung mehr wert für deren Zukunft.... es gibt junge, die noch mit 22 zu Hause sind bei Eltern, keine Lehre, keine Arbeit.... wer finanziert das?

User #2575 (nicht angemeldet)

Es gibt kein anreiz. Mit dem gehalt kann man sich kein leben hier leisten. Und mehr totalitäres system als es schon ist mit schulpflicht etc. braucht es nicht in einer angeblichen demokratie. Mich erinnert das an diktatur nur schöner und anders beannt. Doch vom prinzip ob dierekt oder indierekt das gleiche.

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