Zug: Luzian Franzini (ALG) zur Klimafonds-Initiative
Luzian Franzini (ALG) sagt Ja zum Klimafonds – und Nein dazu, dass Putin seine Kriegskasse weiter über den Verkauf von fossilen Energien füllt. Ein Gastbeitrag.

Das Wichtigste in Kürze
- Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über die Klimafonds-Initiative ab.
- Luzian Franzini (ALG Zug) sagt Ja zum Klimafonds und dem Ausstieg aus fossilen Energien.
- Der Klimafonds ermögliche den Ausbau von Solarenergie und baue Energie-Abhängigkeiten ab.
Es ist stockfinster in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw. Der Strom fehlt, Heizungen bleiben kalt, Wasserpumpen stehen still. Der Krieg wird in diesen bitterkalten Tagen nicht nur mit Waffen geführt, sondern über die Energieversorgung.
Bald jährt sich der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine zum vierten Mal – und längst ist klar: Russland attackiert nicht nur gezielt die Energieversorgung, Der Angriffskrieg wird auch massgeblich durch Einnahmen aus fossilen Energien finanziert.
Zug als einer der wichtigsten Rohstoffhandelsplätze der Welt ist hier mittendrin. Was hier gehandelt, finanziert und versichert wird, hat direkte Auswirkungen auf geopolitische Realitäten.

Alleine der Russisch-Zugerische Flüssiggasproduzent Novatek verkauft jedes Jahr LNG-Flüssiggas in die EU im Wert von mehreren Milliarden Euro. Solange aus Öl, Gas und Uran gehandelt, transportiert und verbrannt werden, fliessen Milliarden in autokratische Systeme. Jede importierte Kilowattstunde Gas verlängert Abhängigkeiten – und schwächt demokratische Gesellschaften.
Energie ist zur geopolitischen Waffe geworden
In Russland wie in Venezuela zeigt sich: Energie ist zur geopolitischen Waffe geworden. Das bestätigt auch der Global Risks Report 2026 des World Economic Forum. Dieser Bericht, der die grössten Gefahren mit Expertenbefragungen analysiert, sieht geopolitische und geoökonomische Instrumentalisierung von Lieferketten als eines der zentralen Risiken der kommenden Jahre ein.
Insbesondere die bewusste Nutzung von Energie und Rohstoffen als politisches Druckmittel zählen laut Bericht zu den gefährlichsten Eskalationstreibern weltweit.
Für einen stark vernetzten Wirtschaftsstandort wie die Zentralschweiz ist das eine ernste Warnung. Wer zentrale Energie- und Rohstoffbedürfnisse nicht selbst decken kann, macht sich verwundbar.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist deshalb nicht nur Klimapolitik, sondern eine zentrale Massnahme zur Risikovorsorge: Jede Solaranlage, jede Speicherlösung und jedes modernisierte Netz reduziert die Angriffsfläche unserer Wirtschaft und unseres politischen Handlungsspielraums.
Solaroffensive braucht Planungssicherheit
Eine solche Solaroffensive braucht langfristige Planungssicherheit und verlässliche Investitionen. Genau hier setzt die Klimafonds-Initiative an, über welche die Schweiz am 8. März abstimmt.
Mit dem Klimafonds investiert der Bund jährlich 0,5 bis 1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts – also zwischen 4 und 8 Milliarden Franken – in eine moderne, sichere und klimataugliche (Energie-)Infrastruktur für jetzige und kommende Generationen.

Der Fonds ermöglicht den raschen Ausbau von Solarenergie, Netzen und Speichern – auch im Kanton Zug. Er schafft die finanzielle Basis, damit wir Importe ersetzen, Abhängigkeiten abbauen und unsere Energieversorgung selbst in die Hand nehmen. Das ist entscheidend, damit der Ausstieg aus den fossilen Energien nicht nur gefordert, sondern umgesetzt wird.
Ein Ja zum Klimafonds ist ein Nein dazu, dass Putin seine Kriegskasse weiterhin über den Verkauf von fossilen Energien füllen kann. Damit auch in Kyiw das Licht wieder angeht.
Zum Autor
Luzian Franzini (*1996) ist seit 2022 Präsident der ALG Kanton Zug und seit 2019 im Kantonsrat Zug. Der studierte Ökonom lebt in Zug.








