Vom Aussterben bedrohte Fledermausart in Schaffhausen nachgewiesen

Erstmals seit Jahrzehnten ist im Kanton Schaffhausen eine Grossen Hufeisennase nachgewiesen worden. Diese Fledermausart ist in der Schweiz vom Aussterben bedroht – es gibt landesweit aktuell nur noch vier bekannte Kolonien mit Jungtieren.

Die Grosse Hufeisennase ist oben links im Bild zu sehen. Sie teilt sich den Kanalschacht mit einer Gruppe von Wasserfledermäusen (unten im Bild).
Die Grosse Hufeisennase ist oben links im Bild zu sehen. Sie teilt sich den Kanalschacht mit einer Gruppe von Wasserfledermäusen (unten im Bild). - Hansueli Alder

Eine automatische Wildtierkamera lieferte vor wenigen Wochen den ersten bildlichen Nachweis der Grossen Hufeisennase im Kanton Schaffhausen, wie die Regionale Koordinationsstelle Fledermausschutz Schaffhausen am Donnerstag mitteilte. Die Aufnahme aus einem Kanalschacht enthielt eine Überraschung: Bei dem fotografierten Tier handelt es sich um ein unberingtes Exemplar.

Die biologische Sensation des Fundes klärte sich erst durch diesen Fotobeweis: Die Behörden hatten die seltene Fledermausart zwar bereits im Jahr 2023 erstmals wieder im Kanton registriert. Damals handelte es sich um ein in Deutschland beringtes Weibchen, das die Grenze überflogen hatte. Seither gingen die Forschenden davon aus, dass lediglich dieses eine, einsame Tier im Raum Schaffhausen im Wechsel zwei Sommerquartiere nutzt.

Da das nun frisch fotografierte Exemplar keinen Ring trägt, steht fest: Es ist mittlerweile ein zweites Tier im Kanton heimisch.

Für den Naturschutz ist der Nachweis des zweiten Tieres im Frühling 2026 ein Meilenstein. Jeannine Klaiber, Leiterin der Regionalen Koordinationsstelle Fledermausschutz Schaffhausen, wertet die Entdeckung als starkes Signal: «Wir interpretieren dies als Hinweis, dass der Lebensraum im Raum Schaffhausen ein gewisses Potenzial für die Grosse Hufeisennase bietet.»

Die Grosse Hufeisennase verdankt ihren Namen einem charakteristischen Hautaufsatz auf der Nase. Während sie im 19. Jahrhundert in der Schweiz noch weit verbreitet war, wurden die Bestände durch Quartiermangel, den Verlust von Lebensräumen und Pestizide drastisch dezimiert.

Kommentare

User #5372 (nicht angemeldet)

Wenn die nicht aussterben wollen, müssen sie sich fleissig vermehren.

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